07.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Azubi lernen sich besser kennen

Zum Kennenlern- und Plaudernachmittag lud die Leiterin des BRK-Seniorenheims Angehörige der Ausbildungsjahrgänge, Mentoren und Anleiter ein. An der großen Kaffeetafel entstand nicht nur ein Familiengefühl, sondern auch eine Diskussion über die Bundestagswahlen.

Heimleitung, Anleiter und Auszubildenden des BRK-Seniorenheimes trafen sich zu einem Kennenlern- und Plaudernachmittag. An der großen Kaffeetafel entstand direkt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Bild: rn
von Walther HermannProfil

Seit einem Vierteljahrhundert bildet das BRK in seiner Eschenbacher Einrichtung Pflegekräfte aus, erklärte Leiterin Manuela Schusser in der Gesprächs- und Informationsrunde. Während ihrer dreijährigen Ausbildung sind die jungen Leute auf verschiedenen Stationen tätig und besuchen zudem mit der Berufsfachschule Neustadt/WN und dem Bildungszentrum Erbendorf unterschiedliche schulische Einrichtungen. Der persönlichen Kontaktpflege ist dies wenig dienlich, meint Schusser und will diesem Umstand ein Ende bereiten. Ein erster Schritt ist mit dem Kennenlern-Nachmittag getan.

Die Heimleiterin rief die Azubis auf, sich "heute hier wohlzufühlen" und begann eine Vorstellungsrunde. Verbunden damit war ein Frage-Antwort-Spiel. Jede Anwesende zog drei Papierstreifen mit Fragen wie: "Was war dein schönstes Urlaubserlebnis?", "Entscheidungen mit Kopf oder Gefühl?, "Hat dir Lernen in der Schule Spaß gemacht?" oder "Was hast du am liebsten im Kühlschrank?". Auf die Frage nach dem Traumjob kam die Antwort: "Altenpfleger".

Obwohl seit einigen Jahren der Beruf des Altenpflegers nicht mehr den Stellenwert genießt, der ihm zustehe, sah die Heimleiterin in ihm einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. "Lasst euch nicht beirren", rief sie den angehenden Fachkräften zu und erklärte: "Wenn man in die Augen der alten Menschen schaut, merkt man, wie dankbar sie sind."

Heftige Kritik übte Schusser dagegen an den aktuellen Wahlprogrammen. Keine Partei habe das Problem der Altenpflege in ihrem Programm. "Die Heimbewohner sind für mich am wichtigsten", erklärte die Heimleiterin. Den Politikern warf sie vor, nicht die große Not zu realisieren, mit der die Heime kämpfen.

Deshalb freue sie sich umso mehr, dass der angehende Nachwuchs seinen Beruf ernst nehme. Schusser freue sich über fünf neue Fachkräfte, die im August die Abschlussprüfung mit "Supernoten" bestanden. "Drei von ihnen bleiben zum Wohle der Bewohner dem Heim erhalten", verkündete Schusser. Sie würdigte die Verdienste der Anleiter, die ihre Fertigkeiten weitergeben und resümierte: "Unser aller Zukunft liegt bei jungen Kräften, die hier ihre berufliche Zukunft beginnen." Zum Ende der sehr gesprächigen Runde bedankte sich die Heimleiterin für die stets erkennbare Ehrlichkeit. Die "Erstklässlerin" Tamara Lorenz (Pressath) überraschte sie mit einer kleinen Schultüte. Alle "Neuen" sie dazu auf, im angestrebten Beruf eine Chance und zugleich einen sicheren Arbeitsplatz zu sehen.

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