Berufsorientierung rückt Handwerk in Blickpunkt
Mit Herz und Hand

 
Patrick Böhm (von links), Jeila Rahimova und Philip Müller (M 9) berichteten über das Kooperationsprojekt und ihre Erfahrungen in der vielfältigen Technologiewelt.

Die Mittelschulen im Städtedreieck gehen neue Wege, um ihre Schüler aufs "Leben danach" vorzubereiten. Bei einem "Tag der Berufsorientierung". An den Reaktionen der Schüler gemessen landen sie einen Volltreffer.

Ein Theaterstück zum Zimmererhandwerk stand im Mittelpunkt des "Tags der Berufsorientierung" an der Markus-Gottwalt-Schule, an dem auch die Mittelschulen aus Grafenwöhr und Pressath teilnahmen. Den Anstoß zur Veranstaltung gab Hubert Wolf. Dem Klassenleiter der M 7 war es gelungen, über den Landesverband des Bayerischen Zimmererhandwerks Richard Betz zu gewinnen. Der Zimmerermeister führte das Stück "Mit Herz und Hand" auf. Es bildete den Abschluss des Unterrichtstags für die Klassen 7 bis 10. Wortgewaltig und gestenreich stellte Betz seinen Zuhörern in der Turnhalle die Lebensgeschichten handwerklicher Vorbilder vor. Beinahe nebensächlich hantierte Betz mit Holzteilen, die am Ende der Vorführung eine Bogenbrücke ergaben, die ein mutiger Schüler tatsächlich überquerte.

Betz selbst befasste sich erst nach dem Architekturstudium mit dem Handwerk. Er stellte Leonardo da Vinci vor, der eben nicht nur "größter Erfinder aller Zeiten", sondern auch Handwerker war. "Jeder sollte ein Handwerk erlernen." Ein "Riesenschmarrn" sei die Aussage "Wer nicht studiert, hat schon verloren." Betz sprach von 130 Handwerksberufen, denen anschließend immer noch ein Studium folgen kann. Nicht abwegig sei es, "zu probieren": "Finde dich heraus und du findest dich selbst." Als Lehrer der letzten Unterrichtsstunde rief Betz den Schülern zu: "Handwerk ist, was mich beglückt. Legt euch Träume zu!"

Begonnen hatte der "Tag der Berufsorientierung" mit der Darstellung der "Ausbildung aus der Sicht der Auszubildenden". Vorausgegangen waren Praxistage der M 9 bei der Firma Rogers-Curamic, mit der die Markus-Gottwalt-Schule seit Jahren enge Kontakte pflegt. Jeila Rahimova, Patrick Böhm und Philip Müller berichteten über das Kooperationsprojekt und ihre Erfahrungen in der vielfältigen Technologiewelt. Als "Ausbildungsscout" der IHK Regensburg stellte Carina Held die Firma Witron aus Parkstein vor, in der sie eine dreijährige Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin durchläuft. Sie beschrieb die Inhalte der Ausbildung und deren Nutzungsmöglichkeiten und gab Tipps zu Bewerbung und Vorstellungsgespräch.

Vorträge über mögliche Arbeitgeber schlossen sich an. Vertreten waren Referenten von Bundeswehr, HD-Bau, Mondi, der Handwerkskammer, ATP, Witron, Lidl oder die Polizei. Auch die Landwirtschaft präsentierte sich, genau wie verschiedene Pflegeberufe. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom "Schule-Wirtschafts-Tandem" unter Leitung der Schulrätin Elisabeth Junkawitsch. Der Zusammenschluss trifft sich mit Klassen- und Fachlehrern zu mehreren Gesprächsrunden im Jahr. Das Tandem bietet den Schülern Hilfe, den für sie besten Beruf zu finden. Dabei gilt es, neben den Ausbildungsmessen "Gleiches mit anderen Schwerpunkten, mit eigenem Personal und unter Beteiligung der Schüler auf die Beine zu stellen".

Allen Referenten am "Tag der Berufsorientierung" fiel das disziplinierte Verhalten der Schüler auf, die großes Interesse zeigten. Schulleiter Wolfgang Bodensteiner nannte die Veranstaltung ein "Sahnehäubchen im Bereich der Berufsinformation". Die Schule erfülle nicht nur ihren Bildungsauftrag. Es gelte auch, Werte zu vermitteln und das Zusammenleben zu fördern.

Handwerk ist, was mich beglückt. Legt euch Träume zu!Architekt und Zimmermeister Richard Betz in seinem Plädoyer für das Handwerk bei seinem Auftritt in der Eschenbacher Markus-Gottwalt-Schule
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