29.06.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Borkenkäfer freut sich über Trockenheit Forst-Feinde fliegen wieder

Land- und Forstwirte jubeln über das Regenwetter. Alles können die Niederschläge jedoch nicht wieder gut machen. Die Trockenheit war wie gemacht für einen der größten Feindes des Waldes und der Forstwirte.

Bohrmehl
von Walther HermannProfil

Wegen der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Wochen droht Borkenkäferbefall. Eschenbachs Stadtförster Martin Gottsche verweist auf den unteren Stadtwald. Gegenüber des Waldkindergartenwagens machte er eine Baumgruppe aus, die bereits stark vom Buchdrucker befallen ist. Die typischen Anzeichen sind dort nicht mehr zu übersehen: Spechtabschläge, abfallende Rinde, braunes Bohrmehl am Stammfuß.

Um Nachbarbäume zu schützen, war bereits ein Holz-Vollernter vor Ort, der die Bäume entfernt hat. "Als Vorsorgemaßnahme haben wir einen schmalen Streifen des angrenzenden Baumbestandes fällen lassen", erklärt Gottsche. Wegen der angespannten Situation sei es wichtig, dass sich alle Waldbesitzer ans Verhalten der Schädlinge erinnern: "Nur bei guten Kenntnissen kann man das Befallsrisiko richtig einschätzen, rechtzeitig und richtig handeln."

Den Anfang machen sogenannte "Pionierkäfer", die einzelne Bäume befallen. Sobald sich einige Käfer eingebohrt haben, produzieren sie Lockstoffe für ihre Artgenossen, der Stamm wird massiv befallen.

"Ausgehend von circa 60 Nachkommen pro Weibchen für eine Brutanlage kann dessen Nachkommenschaft bei drei Generationen mehr als 100 000 pro Jahr betragen." In einem Stamm wachsen genug Käfer, um 20 weitere Bäume zu befallen. Daraus werden dann schon 400 Fichten, die befallen werden können.

Martin Gottsche bittet Waldbesitzer deshalb in eigenem Interesse darum, ihre Bestände laufend zu kontrollieren. "Wer Käferbefall erkennt, könne sich an ihn oder an Reinhard Wiesent wenden." Dies sei nicht nur sinnvoll, sondern in Befallsgebieten gesetzlich verpflichtend.

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