Bürgerversammlung Eschenbach
Senioren zur Hand gehen

Udo Müller und Elisabeth Gottsche sind Gastredner in der Bürgerversammlung. Dabei geben sie Einblicke in die Seniorenarbeit.

Welche Hilfe bietet der Seniorenbeauftragte? Dieser Frage ging Müller nach. Er biete Beratung und Unterstützung für ältere Menschen und deren Angehörige im Alltag an. Der Stadtrat bedauerte, dass bis Ende 2016 die monatlichen Sprechstunden der Seniorenbeauftragten "leider so gut wie nie in Anspruch genommen" wurden. 2017 wurden sie eingestellt.

Müller stellte sich als Ansprech- und Vermittlungspartner für die in der Seniorenarbeit tätigen Einrichtungen und Vereine vor und bot Seniorenclubs Unterstützung an. Zu Fragen eines altersgerechten Wohnens zeigte er sich bereit, Interessenten Wege zu den entsprechenden Beratungsstellen aufzuzeigen. Er berief sich dazu auf die Installation zum ehrenamtlichen Wohnberater im westlichen Landkreis durch Landrat Andreas Meier und berichtete von der erfolgreichen Aktionswoche 2017 "Zu Hause daheim".

Da es der Wunsch fast aller älterer Menschen ist, so lange wie möglich in vertrauter Umgebung und in der Nähe von Familie und Freunden zu leben, hielt es Müller für sinnvoll, "rechtzeitig darüber nachzudenken, ob die vertraute Wohnung auch im Alter Komfort und Sicherheit bietet". Er bot eine individuelle und kostenlose Wohnberatung vor Ort an, zeigte Beispiele möglicher Umbaumaßnahmen und stellte als Ziel den Verbleib in den eigenen vier Wänden in den Vordergrund.

Für 2018 kündigte der Seniorenbeauftragte an, mit GeHiH-Koordinatorin Elisabeth Gottsche und VdK-Vorstand Klaus Lehl die Aktion Barrierefreiheit in Eschenbach zu unterstützen. Angedacht sei am Karlsplatz ein Übergang vom Behindertenparkplatz zu Arzt- und Sanitätshaus.

Die Seniorengemeinschaft "Generationen Hand in Hand" (GeHiH), die in allen zehn Gemeinden des westlichen Landkreises vertreten ist und staatliche Förderung erfährt, stellte Gottsche vor. Sie berichtete von den bisherigen Aktivitäten und Initiativen der seit der Gründung im November 2015 von 59 auf 275 Mitglieder angewachsenen Selbsthilfeeinrichtung, bei der die gegenseitige Unterstützung der Mitglieder mit alltäglichen Hilfen im Vordergrund steht. Als typische Leistungen stellte sie kleinere Gartenarbeiten, Winterdienst, Hilfestellung für PC und Handy oder Hilfsleistungen bei Erkrankung zu Hause oder nach Krankenhausaufenthalt vor.

Sie ging ein auf gut besuchte Mitgliedertreffen im Abstand von zwei Monaten, auf Mitglieds- und Dienstleistungsbeiträge und verwies auf die im Aufnahmeantrag enthaltenen Angebote für Hilfsleistungen. "Unsere Angebote und unser Vorhandensein bedeuten Sicherheit für bedürftige Menschen", resümierte Gottsche.

"Schuldenbekenntnis" des BürgermeistersNur kurz stellte Bürgermeister Peter Lehr bei der Bürgerversammlung einige kommunale Statistiken vor. Bei der Einwohnerzahl zeigte er sich überzeugt, dass der Rückgang - bedingt durch den verordneten Zensus - gestoppt sei. Die Stadt mit derzeit 3947 Einwohnern könne in absehbarer Zeit die 4000er-Marke erreichen. Die Zunahme der Geburten von 41 im Jahr 2011 auf 59 in 2016 und 65 im vergangenen Jahr wertete der Rathauschef als gutes Zeichen.

Als nicht absehbar und unkalkulierbar stufte er die Gewerbesteuer ein, die manchmal auch "verrückt" spielt. Die "Fieberkurve" einer Grafik zeigte für das Jahr 2012 noch 2,709 Millionen Euro und für 2013 einen Absturz auf 435 000 Euro. Nach einem Anstieg auf bis 4,626 Millionen im Jahr 2016 hatte der Kämmerer für 2017 nur vorsichtig mit 1 Million kalkuliert. Die aktuelle Grafik zeigte jedoch 6,6 Millionen Euro. Für den Bürgermeister waren diese Zahlen Anlass dafür, auf künftig verminderte Schlüsselzuweisungen einzugehen. Einer Frohbotschaft glich sein "Schuldenbekenntnis". Er berichtete von einem Schuldenstand der Kommune in Höhe von 424 000 Euro. 2013 betrug er noch 1,571 Millionen Euro. (rn)


Man sollte rechtzeitig darüber nachdenken, ob die vertraute Wohnung auch im Alter Komfort und Sicherheit bietet.Seniorenbeauftragter Udo Müller
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