15.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Die Natur zum Anfassen Waldkindergarten mit Erlebniswoche

Das Projekt "Waldkindergarten" zieht immer größere Kreise. Eine Woche lang begleitet ein Forstanwärter die jungen "Bewohner" des städtischen Waldgebiets. Er begeistert die Kinder mit Waldspielen und Informationen zur Natur.

Im Eschenbacher Stadtwald dürfen die Kinder selbst kleine Buchen pflanzen. Bild: rn
von Walther HermannProfil

Der Walderlebnis- und Lehrpfad "Holzweg" ist nicht nur bei Spaziergängern und Joggern beliebt. Seit Herbst vergangenen Jahres bietet dort ein Waldkindergarten Mädchen und Buben im Alter von drei bis sechs Jahren ein Dauerdomizil, in dem sie sich pudelwohl fühlen können. Zu ihren Erzieherinnen Delia Asimi und Antonia Schindler gesellte sich nun Forstanwärter Hans-Christoph Münnich als verantwortlicher Leiter der Walderlebniswoche dazu.

Er konnte sich davon überzeugen, dass der durch die Stadt Eschenbach und Revierleiter Martin Gottsche initiierte und von Learning Campus aus Trabitz betreute Waldkindergarten rege Nachfrage genießt. "Eltern, Kinder und Betreuer verbindet die Liebe zur Natur und zu unserem Wald", lautete seine Erkenntnis bereits nach den ersten Stunden im "Wohnzimmer" der Kinder. Münnich funktionierte dieses schließlich für eine Woche in ein "Klassenzimmer" um und gestaltete für die Kinder abwechslungs- und lehrreiche Tage, die deren Begeisterung für den Wald noch steigerten. Die Kinder durften kleine Buchen pflanzen und lernten mehr über die Aufgaben des Försters. In den nächsten Jahren können sie sich dann davon überzeugen, wie die Buchen, die ihnen bis zum Scheitel reichten, an Größe und Umfang zunehmen.

Auf spielerische Art verstand es Münnich, den kleinen Waldläufern das Beziehungsgeflecht in den Wäldern verständlich zu machen. Er befasste sich mit Wechselwirkungen und brachte den Kindern nahe: Warum braucht der Wald den Luchs, den Jäger und den Förster und umgekehrt? Warum ist das Holz der wichtigste nachwachsende Rohstoff der Zukunft? Wo leben Wildschwein, Hase, Fuchs und Reh und was fressen diese? Der angehende Förster nahm seine kleinen Schüler mit auf die Pirsch durch das Revier und zeigte ihnen Spuren von Rehen, Wildschweinen, Borkenkäfern und von Menschen.

In Anlehnung an das Blinde-Kuh-Spiel inszenierte der Forstmann dann noch ein Luchs-Reh-Spiel. Jeweils ein Kind übernahm mit verbundenen Augen die "Reh-Funktion" und sollte auf "Luchsgeräusche" reagieren. Gelang es ihm sogar, den Luchs zu berühren, hatte es gewonnen.

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