09.02.2018 - 20:10 Uhr

Dr. Andreas Wilde referiert auf Einladung der Volkshochschule über den Iran Strenges Sanktionsregime

90 Minuten fesselt Dr. Andreas Wilde, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Iranistik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, seine Zuhörer. Auf Einladung der Volkshochschule referiert er im Malzhaus über den Iran.

Extremem Reichtum auf der einen Seite steht extreme Armut gegenüber: Über die Verhältnisse im Iran referierte Dr. Andreas Wilde auf Einladung der Volkshochschule im Malzhaus. Das System im Iran sei an einem Punkt angelangt, an dem sich so schnell nichts ändern werde, lautete dennoch seine Einschätzung. Reformen werde es wahrscheinlich keine geben. Bild: exb
von Externer BeitragProfil

Bei seinen "Einblicken in Geschichte und Gegenwart" ging er besonders der Frage nach, warum Iraner seit Jahrzehnten ihr Land verlassen. Die Islamische Republik trete heute als relativ stabile, selbstbewusste Regionalmacht auf, was allerdings durch jahrzehntelange Isolation, ein strenges Sanktionsregime und große Umweltschäden erkauft worden sei, erklärte Wilde.

Das politische System ist gekennzeichnet durch ein Zusammenspiel vom Volk gewählter und nicht gewählter Instanzen. Grundlage ist der Islam schiitischer Prägung; Religion, Staat und Politik sind nicht getrennt. An der Spitze steht der auf Lebenszeit gewählte Revolutionsführer, seit 1989 Ayatollah Ali Khamenei, der über große Macht verfügt. Wächterrat, Parlament, Präsident und Expertenrat waren weitere Themen.

Laut Wilde gibt es grob zwei Kategorien von Flüchtenden: zum einen Menschen, die in Konflikt mit dem staatlichen System geraten sind sowie Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten und Homosexuelle, zum anderen Menschen, die aus wirtschaftlichen oder persönlichen Gründen auswandern.

"Die Repression ist im Iran nicht immer spürbar", merkte er an. Insbesondere auf Ausländer wirke Iran erst einmal wie ein ganz normales Land. "Sobald Kritik jedoch organisiert und das System angezweifelt wird, werden die Schrauben angezogen, es kommt zu willkürlichen Verhaftungen, Folter, unfairen Gerichtsverfahren, Hinrichtungen und Restriktionen im Alltag." Besonders betroffen sind etwa Intellektuelle, Journalisten, Musiker, Sänger und Filmemacher.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp