16.02.2018 - 20:00 Uhr

Drei Mühlen versorgt der kleine Eschenbach nach dem Verlassen des Rußweihers früher mit ... Alles dreht sich ums Wasser

Fledermühle, Stadtmühle und Eschenbacher Mühle: Drei Mühlen versorgt der kleine Eschenbach nach dem Verlassen des Rußweihers früher mit Wasserkraft. Der älteste Nachweis ist das "Böhmische Salbüchlein" Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz von 1366/68.

Die verbliebenen Gebäude des Fledermühl-Anwesens wurden in jüngster Zeit sehr ansprechend saniert. Bilder: rn (2)
von Walther HermannProfil

"So gehören zu der Obern Mül zu Eschenbach bey dem weyer 4 ecker; und zu der Nidern Mül 5 tagwerch wismats, 6 morgen ackers", ist dort nachzulesen. Mit der "Obern Mül" war die Fledermühle, mit der "Nidern Mül" die Eschenbacher Mühle gemeint.

In der Publikation "Heimat Eschenbach 2017" befasst sich Hans Ott eingehend mit dem Eschenbach und dessen etwa 14 Kilometer langen Verlauf von der Quelle bei Kirchenthumbach bis zur Mündung in die Creußen bei Bärnwinkel. So berichtet er davon, dass ab dem 19. Jahrhundert der "untere Eschenbach" in den Akten des Wasserwirtschaftsamts zum Dauerthema wird, und schreibt von Problemen, die sich möglicherweise nach Jahrhunderten verschärften, da mehrfach Wiesen und Wälder unter Überschwemmungen litten.

Über ein anderes Problem berichtet Albert Furtner in "Die Mühlen in der Umgebung der Stadt Eschenbach" in der "Heimat Eschenbach" 2012 und 2013. Dabei ging es nicht um zu viel, sondern um zu wenig Wasser in dem kleinen Bach.

Die erste Erwähnung der Fledermühle schreibt Furtner einem Richterspruch des Pflegers und Landrichters von Auerbach im Jahr 1479 zu. Dieser wurde erforderlich, "weil die Fledermüller und die Stadt Eschenbach bezüglich Viehtrieb des Müllers an den Rändern des Stadtweihers und wegen eines Fahrtrechts durch das Mülleranwesen in Streit gerieten". Er berichtet weiter, dass ein Hans Fleder in der Zeit um 1500 Erbansprüche zugesprochen erhielt und sich daraus der Name "Fledermühle" ergeben haben könnte.

"Manipulation"

Furtner verweist auf die Schriften von Johann Großkopf (1844/45) und Adolf Ficker (1950), wonach die Stadt Eschenbach 1540 die Fledermühle erworben hat. Auch zitiert er aus einer Ratssitzung des Jahres 1740, in der es um die Wasserführung der Rußweiher ging. Es sei daher nicht verwunderlich, dass die Müller, weil sie den Wasserlauf nur zeitweilig nutzen konnten, auf einen Pachtnachlass drängten. Ursache des für die Fledermühle schädlichen Wassermangels ist nach Ansicht des Heimatforschers weniger geringer Niederschlag, sondern "menschliche Manipulation". 1813 verkaufte die Stadt die Mühle an den Tuchmacher Michael Prunhuber senior. Da sie über eine Walkmühle verfügte, konnte er Gewebe zu Lodentuch für das bayerische Militär in Amberg verarbeiten. 1839 kam die Mühle in den Besitz der Familie Wolfram. Nach einem Brand 1952 wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Als ältesten Beleg für die Existenz der Stadtmühle führt Furtner einen Lehenbrief des Pfalzgrafen Johann von 1433 an. Und: "Am 14. Dezember 1570 bekannte 'Friedrich, Pfalzgraf, Kurfürst in Bayern, ... dass wir dem Bürgermeister und Rat zu Eschenbach zu Erb gegeben, die Weiher mit Mannschaft auf der Stadtmühl und Fledermühl zu Eschenbach'." Aus einer Notiz von 1614 folgert der Autor, dass auf der Mühle neben dem Mahlwerk auch eine Schneidsäge existierte und zudem das Malz für die Kommunbrauerei bereitgestellt wurde.

Die Stadtmühle litt ebenfalls unter Wassermangel. Nicht nur aus dem Jahr 1647 ist bekannt, dass sie "nur selten" in Betrieb war. In Furtners Historienbericht ist nachzulesen: "1692 hatte der Rußweiher im Winter Wassermangel, so dass kein Wasser an die Mühlen abgegeben werden konnte. Der Stadtmüller ersuchte um Nachlass der Zinsen." Wegen ständiger Reparaturen verkaufte die Stadt die "Stadtmühl samt Stadel" an Andrä Gleißner aus Wolframshof. Nach weiteren Besitzerwechseln kam sie 1898 bei einer Versteigerung wieder in den Besitz der Stadt. Martin Luber erwarb das Anwesen am 9. Mai 1917.

Oft Dieselmotor im Einsatz

"1947 wurde die Mühle an Joseph Stock, Metzenmühle, verpachtet", berichtet Furtner. "Als Stock die Mühle übernahm, war sie bereits mit einer Turbine versehen, die aber, da das notwendige Wasser zu wenig und das Gefälle zu dieser zu gering war, nur gelegentlich verwendet wurde. Sie wurde oft durch einen Dieselmotor ersetzt." Nächster Pächter war der Ostpreuße Adolf Stephanivicz, ehe das Sägewerk am 30. Juni 1962 und der Mühlbetrieb vor 1967 eingestellt wurde.

Die Streitigkeiten unter den Müllern sowie der Stadt mit den Müllern lässt Hans Ott in der "Heimat Eschenbach 2017" lebendig werden. Er verweist darauf, dass "Stadtmüller und Eschenbacher Müller für den Betrieb ihrer Mühlen auf den Stadtweiher zurückgreifen konnten" und es vielleicht nur deshalb der Fledermüller war, der gegen die Pläne der Stadt, den Rußweiher und/oder den Oberen Rußweiher trocken zu legen, Widerspruch einlegte.

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