07.07.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Drogenprävention das Thema bei Jugendleitern Alles andere als harmlos

Die rote Karte zeigen die Eschenbacher Jugendleiter und -beauftragten Drogen wie Crystal Meth und Marihuana, aber auch der Wasserpfeife. Erst gibt's viele Informationen dazu, dann führen sie eine rege Aussprache mit einem "Need-No-Speed"-Team.

Über ihre Tätigkeit in der Drogenprävention und -beratung informierten (von links) Andrea Neumeier von der Kripo Weiden und Agnes Scharnetzky von der Initiative "Need No Speed" beim Jugendforum. Bild: rn
von Walther HermannProfil

(rn) Im Tagungsraum des Landratsamts hatte das Jugendforum Agnes Scharnetzky, Projektmanagerin der regionalen Präventionsstelle "Need No Speed", und Andrea Neumeier, Präventionsbeamtin der Kripo Weiden, zu Gast. Prävention, Probierkonsum vorbeugen und Beratung nach Drogenkonsum: All das zählt zu den Aufgabenbereichen der Referentinnen, die sich aber nicht als Therapeutinnen bezeichnen.

Neben Prävention gehe es ihnen darum, mit betroffenen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und unter Berücksichtigung der persönlichen Situation medienpädagogische Ansätze zu entwickeln, erläuterten sie. Außerdem betreiben sie mit Jugendlichen Freizeitaktivitäten, bei denen diese mit der "Garantie, hier kann mir noch jemand helfen" ihre Grenzen erkennen. Neumeier berichtete von einer deutlich steigenden Zahl an "Rauschgift-Ersttätern", einer "erschreckend zunehmenden Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige" und einem Höchststand an Drogentoten im Jahr 2016 in Bayern.

Neue Psychosubstanzen

Scharnetzky ergänzte diese Angaben mit Inhalten einer Studie, nach der 27 Prozent der befragten Schüler von neunten und zehnten Klassen bereits mindestens einmal zu Drogen gegriffen haben. Sie warnte vor neuen Psychosubstanzen, die im Vormarsch seien, und vor sogenannten Vergewaltigungsdrogen: "Trinkt nicht, was Ihr in Lokalen ohne Aufsicht stehen gelassen habt!"

Die Fragen aus dem Kreis der Jugendleiter betrafen nicht nur das Woher der Drogen. Die Teilnehmer interessierten sich auch für die angeblich harmlose Wasserpfeife. "Bei ihr wird ungefiltert Rauch inhaliert, deutlich mehr als beim Zigarettenkonsum", warnte Neumeier. Als Grund nannte sie das erforderliche tiefe Einatmen. Allerdings werde das "Rauchgefühl" wegen anderer enthaltener Substanzen - angenehmer Aromen - deutlich verringert. Dadurch wirke das Rauchen mit der Wasserpfeife harmloser als Zigarettenkonsum.

Rat und Hilfe geben

Scharnetzky analysierte zudem das Drogen- und Alkoholverhalten 2016 in Bayern und sprach von neuen Kräutermischungen, die auf den Markt kommen. "Es ist nicht bekannt, was und wie viel drin ist", gab die Projektkoordinatorin warnend zu bedenken. Neumeier ging dann auf Erkennungssymptome nach der Einnahme von Drogen ein.

Ihre Kollegin rief abschließend zu freundlicher und ruhiger Verhaltensweise auf, sollte im Freundeskreis Drogenkonsum erkennbar werden. "Ruft nicht gleich die Polizei, empfehlt Frühinterventionskurse und warnt Führerscheinbesitzer oder -aspiranten vor möglichen MPU-Kursen", lautete ihr Rat. Nach einer regen Aussprache über Verhalten und mögliche Hilfen in bestimmten Situationen überraschte Karolina Forster die beiden Referentinnen mit "süßen Drogen".

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