17.10.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Dünnbier, Geisterbräu, Rizinusöl

Mit der "Wiedergeburt" des Taubnschusters kehrte reges Leben in das alte Ackerbürgerhaus ein. Zu den Eröffnungsfeiern gehörten neben Augen- auch viele Hörgenüsse.

Carmen Longares-Bäumler und Elke Müller hatten viel zu berichten über den Eschenbacher Zoigl und das Geschehen um und mit ihm. Bild: rn
von Walther HermannProfil

Einen besonderen Teil davon gestalteten zwei Mitglieder des Eschenbacher Theatervereins: Carmen Longares-Bäumler und Elke Müller. Sie hatten viel zu berichten über den Eschenbacher Zoigl und das Geschehen um und mit ihm. Das sorgte für große Erheiterung und anschließend für Gesprächsstoff.

Fehlende Stütze : Der Färber Sepp hatte einmal ein paar Halbe über den Durst getrunken. Er tastete sich an Hauswänden den Stadtplatz herunter. Nachdem er am Pfarrhof und dem Pfarrgarten vorbeigeschrammt war, kam die Einmündung zur Wassergasse. Es fehlten also die Hauswände, die ihm Halt hätten geben können. Er torkelte in die Gasse hinein und rief in seiner Verzweiflung: "Häuser her!"

Der Geisterbräu : Ein Kellerbesitzer war einmal nach Mitternacht nur mit einem Nachthemd bekleidet in seinen Keller geeilt, um seinen Durst zu löschen. Auf dem Rückweg traf er auf ein Liebespärchen, das in ihm einen Geist oder gar den Leibhaftigen zu erkennen glaubte und deshalb in Panik die Flucht ergriff. Beruhigend rief er den beiden nach: "Braucht's net laffn, i bin's bloß, der Bazentn! I hob Durst!"

Dünnbier : Der Plempl ist ein dünnes, minderwertiges Bier. Zwar gilt schon seit 1516 das bayerische Reinheitsgebot, aber der Alkoholgehalt kann ja verschieden hoch sein. Früher haben auch viele Bauern das sogenannte "Ahrnbier" (Erntebier) gesotten, das aus verständlichen Gründen nicht so gut sein durfte. Von ihm sangen die Knechte: "Von dem Plempl, dem dünna Bier, da saufst drei Maß und bieselst vier".

Schlecht eing'schenkt : Der Dunzer Sepp ging abends gelegentlich auf einen Dämmerschoppen zum Scherm-Karl. Er diskutierte mit seinen Stammtischbrüdern die Ereignisse des Tages und erfreute sich an einem kühlen Trunk. Einmal stand der Sepp auf, nahm sein Stammkrügl und wollte damit die Wirtschaft verlassen. Der Rohrer Alfons bemerkte den "Diebstahl" und rief seinem Gast nach: "Was willst mit dem Kriagl?" Der Sepp war nicht aufs Maul gefallen und antwortete schlagfertig: "Der Krouch hat a Delln. Jetzt gäie zum Eichamt und lass amal feststelln, um weiviel du mi scho im Lauf der Zeit b'schissn hoast."

Besser als Rizinusöl : Die "Gaststätte zum Rußweiher" der Familie Hofmann in Großkotzenreuth wurde 1954 als Gartenwirtschaft gebaut und später erweitert. Als Bierlieferant fungierte die Brauerei Rohrer in Eschenbach. Alfons Rohrer lieferte mit seinem Matador das "Märzen" und das "Vollbier Hell" an. Als 1956 die Straße von Eschenbach her von der Firma Carini ausgebaut und geteert wurde, kehrten die Arbeiter auch beim Hofmann ein oder kauften sich dort ihr Bier.

Ein Vorarbeiter der Firma hatte sich in der Gastwirtschaft einquartiert. Eines Tages entlud sich sein Ärger in dem Satz: "Wir können bald nicht mehr weiterarbeiten. Viele unsere 150 Arbeitskräfte sitzen bloß noch im Graben oder im Wald. Es liegt sicher an eurem Bier. Legt's euch doch eine andere Brauerei zu!" Daraufhin lagerte der Gastwirt Bier der Löwenbrauerei Grafenwöhr ein. Der Gesundheitszustand der Arbeiter besserte sich schlagartig.

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