22.12.2017 - 22:34 Uhr
Oberpfalz

Erinnerung an vergangene Weihnachtsgeschenke Als weniger noch mehr war

Was war das schönste Weihnachtsgeschenk der Kindheit? Bemerkenswert, dass vier etwas ältere sofort eine Antwort wissen, während einem 24-Jährigen nichts einfällt. Aber auch Frater Korbinian kann dann noch etwas Schönes von einem vergangenen Heiligabend berichten.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Hartmut Klausfelder, Elisabeth Gottsche und Werner Walberer geraten noch heute ins Schwärmen, wenn sie an ihre liebsten Weihnachtsgeschenke denken. Bei Hartmut Klausfelder war es eine IC-Lokomotive der Firma Fleischmann für die Modelleisenbahn der Familie, das weiß der evangelische Pfarrer von Neustadt am Kulm noch genau. "Sie hat mir im Geschäft sofort gefallen", erinnert sich der 52-Jährige. Allerdings sei der Preis hoch gewesen, eigentlich zu hoch. "Ich war mir sicher, dass ich sie nicht bekomme", erinnert sich der gebürtige Nürnberger. Die Freude sei dann riesig gewesen, als sie dennoch unterm Baum lag. Die Eisenbahn hat Klausfelder heute noch, allerdings nicht aufgebaut, die Zeit dafür fehle einfach. "Vielleicht komme ich wieder dazu, wenn ich einmal in den Ruhestand eintrete."

Bei Elisabeth Gottsche war das Lieblingsspielzeug ein Kaufladen, der hatte aber etwas mit Hartmut Klausfelders Modelleisenbahn gemeinsam: Die Eltern verschenkten ihn mehrfach. "Immer zu Weihnachten wurde er für zwei oder drei Wochen aufgebaut", erinnert sich die Geschäftsführerin der Seniorengemeinschaft "Generationen Hand in Hand".

Schon aus Platzgründen verschwand das Spielzeug dann wieder für ein Jahr - um zur nächsten Bescherung wieder für Freude und glänzende Kinderaugen zu sorgen. "Ich glaube, ich war so etwa fünf Jahre alt, als ich den Kaufladen zum ersten Mal bekam", sagt die heute 54-Jährige. Das Besondere: "Mein Vater war Bäcker." Er habe für den Laden passende, kleine Brezen gebacken. "Die konnte ich dann für fünf Pfennig an die Verwandten verkaufen", erinnert sich Gottsche. So blieb beim Spielen sogar noch ein bisschen Geld übrig.

An ihren Kaufladen denkt auch Andrea Walberer zurück, bei ihrem Gatten Werner war es ein kleiner Bagger. "Im Vergleich zu den heutigen Geschenken war das ein Witz, aber ich glaube, dass ich nach der Bescherung glücklicher war als heutige Kinder, die Geschenke für hunderte Euros bekommen", sagt Pressaths Bürgermeister. Der 60-Jährige stammt aus einer Arbeiterfamilie, schon aus finanziellen Gründe habe man sich damals viel mehr auf die sogenannten "wahren Werte" des Weihnachtsfest besinnen müssen - gemeinsame Zeit verbringen, zum Beispiel. "Der heutige Kommerz und Konsum war damals nicht denkbar." Wenn Walberer das sagt, hört man heraus, dass er diesen einfacheren Weihnachtsfesten nicht nur ein bisschen nachtrauert.

Argumente in Walberers Sinne liefert ausgerechnet ein 24-Jähriger. Frater Korbinian König sagt, dass er in seiner Kindheit zwar einige Geschenke bekommen hat. "Aber so richtig am Herzen liegt mir davon heute keines mehr", erklärt der Speinsharter Prämonstratenser-Chorherr. Etwas Besonderes verbindet er dennoch mit einem Heiligabend, doch das Ganze ist erst drei Jahre her, und es hat damals überhaupt kein Geld gekostet: "Zwei sehr gute Freunde haben mir am Heiligabend 2014 berichtet, dass sie gemeinsam ein Kind bekommen", erinnert sich der Theologiestudent. Das sei für ihn wie ein sehr schönes Geschenk gewesen, dass ihn auch heute noch glücklich macht.

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