24.08.2017 - 13:40 Uhr
Oberpfalz

Eschenbacher Entwicklungshelfer Johann Rupprecht zurück in Zubza "Hart im Nehmen" im Monusn

Der Eschenbacher Entwicklungshelfer Johann Rupprecht ist wieder in Zubza. Strahlende Kinderaugen, begeisterte Eltern und Dauerregen begleiteten die ersten Wochen seines Aufenthalts im Nagaland.

Täglich ist Pater Samuel (Mitte) mit einem Teil der Internatskinder in den Reisparzellen, um Unkraut zu jäten und die Ränder "grasfrei" zu halten. Eine Stunde am Nachmittag müssen alle Kinder eine Arbeitsleistung erbringen, um die Internatsgebühren nicht ins Unendliche zu treiben. Bilder: rn (2)
von Walther HermannProfil

Monsunregen, Erdrutsche und ein Erdbeben sind die äußeren Umstände, die die Arbeit von Johann Rupprecht im äußersten Nordosten des indischen Subkontinents begleiten. Nach Zwischenlandungen in Dubai und Kalkutta, hier gab es wegen diverser unerlaubter Mitbringsel "kleinere Probleme", hatte ihn am Flugplatz Dimapur Pater Samuel schon erwartet. Der Leiter der Don-Bosco-Station Zubza war bereits für eine Woche Gast in der Rußweiherstadt.

Freudentränen bei Ankunft

Dann begann eine abenteuerliche Fahrt ins 1000 Meter hoch gelegene Zubza an den Ausläufern des Himalaja. Wegen des seit drei Monaten andauernden Monsunregens war eine Brücke einsturzgefährdet - und der Grund für eine Umleitung über eine Straße, auf der die ständigen Erdrutsche nur notdürftig beseitigt werden können. Für 60 Kilometer benötigte der Fahrer 3,5 Stunden. Einige Pater, Novizen und Internatskinder begrüßten "Sir Hans" mit Gitarrenmusik, Gesang und Handschlägen.

Die Schulkindern des "Children's Park Eschenbach" freuten sich ebenso wie die Schwestern des nahe gelegenen "Little Flower Konvents". Dort flossen Tränen der Dankbarkeit, als er eine Feigenpflanze und eine Küchenmaschine überreichte. Am gleichen Tag kündigt Pater Samuel vier Patienten an. "Die Jungs sind hart im Nehmen und wegen der mitgebrachten Medikamente vom Sanitätshaus Schug leicht zu behandeln", resümiert Rupprecht. Dem Konvent der Novizen kommen alle Messstipendien zu Gute. Bei der Vollzähligkeitskontrolle der Inhalte der vor Monaten abgesandten Pakete stellt Rupprecht fest, "dass einige Sachen ,verloren' gegangen sind. "Aber was wichtig ist, ist angekommen", sagt der Entwicklungshelfer.

In den ersten Tagen widmete sich Rupprecht besonders der "Nursary". Für den Kindergarten und die erste Klasse hatte er drei Hüpf-Tiere dabei. Dazu gehörte auch das Streichen der Wände: "Über der Tafel fährt ein Zug, am linken Flügel und am Fenster hängt ein Bergsteiger. An der Innentür grinst Donald Duck und über den Fenstern sitzen Vögel oder laufen Eichhörnchen." Vom Wocheneinkauf im Dimapur bringt Pater Mathew das erste Muster für ein Spielgerät mit. Einige Tage später liefert er die ersten Spielgeräte. Rupprecht will den Eschenbach-Spielplatz dort mit weiteren Geräten ausstatten.

Erdbeben und Monsun

Am ersten Sonntag erlebte Rupprecht eine Begrüßungszeremonie in der Kirche. Mittags erschüttert Zubza ein kleines Erdbeben. Stärke 4,6. Es gibt keine Verletzten und auch keine Schäden. "Allerdings gibt es wegen des Hochwassers in Indien täglich mehrere Hundert Flutopfer und Flüchtlinge zu beklagen", weiß Rupprecht. Die Tagestemperaturen liegen zwischen 25 und 30 Grad und der Monsun lässt nicht nach: "Tagsüber sind es nur einige Minuten, an denen es nicht regnet. Nachts regnet es komplett durch."

Rupprecht begleitet Pater Samuel ins zwölf Kilometer entfernte Jotsuma. Dort sehen kleine Kinder zum ersten Mal einen "Weißen" und berühren zögernd und vorsichtig Rupprechts Haut. Zurück in der "Nursary" stauenen viele Eltern und Kinder über die pädagogischen Spielsachen. "Ihnen erschließt sich eine nahezu andere Welt. Den gesamten Vormittag bin ich präsent, um alles mehrfach zu erklären. Selbst die Lehrerinnen wechseln ständig ihre Klassen, weil sie solche Sachen noch nie gesehen haben", erklärt Rupprecht.

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