Eschenbacher Polizei zieht nach Schneegestöber Bilanz
Rutschpartie auf Sommerreifen

Symbolbild: dpa

Matschiger Schnee und Eis ließen am Mittwochabend die Heimfahrt von der Arbeit zu einer Schlitterpartie werden. Lange Autoschlangen krochen teilweise mit nur 50 Kilometern pro Stunde über den schneebedeckten Asphalt. Weil die meisten Autofahrer laut Werner Stopfer von der Polizeiinspektion Eschenbach vernünftig waren und langsam fuhren, mussten die Beamten nicht so oft wie erwartet zu Unfällen ausrücken. Ein Fall sorgt aber für Kopfschütteln.

Ein US-Soldat hatte den Oberpfälzer Winter möglicherweise nicht so ernst genommen, denn er konnte sich auch bei Schneegestöber nicht von den Sommerreifen trennen. Der 24-Jährige war laut Stopfer am Mittwoch gegen 16.45 Uhr auf der Weidener Straße in Pressath unterwegs, als vor ihm eine Rentnerin mit ihrem Opel bremsen musste. Der junge Amerikaner bemerkte das zu spät, konnte nicht mehr ausweichen und rutschte mit seinem Chrysler in das Heck des anderen Autos. Die Pressatherin erlitt leichte Verletzungen und begab sich selbstständig zum Arzt.

Den Schaden schätzt die Polizei auf 1500 Euro. "Amerikaner sind diese Witterung nicht gewohnt, wenn sie zum Beispiel aus Florida kommen, wo Schnee und Eis fremd ist, dann tun sie sich schwer", kommentiert Stopfer den Unfall.

In einer Böschung landete ein 39-Jähriger mit seinem VW Polo ebenfalls am Mittwoch. Der Bayreuther war um 17.25 Uhr auf der Straße von Kirchenthumbach nach Heinersreuth unterwegs. In einer Rechtskurve kam der Wagen laut Stopfer wegen nicht angepasster Geschwindigkeit nach rechts von der Straße ab und rutschte die Böschung hinunter. Ein Abschleppdienst musste das Auto aus der misslichen Lage befreien. Schaden: 1000 Euro.

Ein Räumfahrzeug war am Samstag in einen Unfall mit hohem Schaden, nämlich 12 000 Euro, verwickelt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, bremste eine 48-Jährige vermutlich aus Angst, als ihr das Räumfahrzeug gegen 21 Uhr in Eschenbach auf Höhe des Hexenhäusls entgegenkam. Das Auto geriet ins Schleudern und prallte in den Unterfahrschutz des Schneepflugs und an die Leitplanke. Die Fahrer blieben unverletzt, das Auto der Bayreutherin war an der Achse beschädigt.

Zu zwei weiteren Unfällen, die jedoch nichts mit der Witterung zu tun hatten, wurden die Beamten ebenfalls gerufen. Um 14 Uhr fuhr am Mittwoch ein 27-Jähriger in Eschenbach stadtauswärts Richtung Grafenwöhr. Der Mann wollte mit dem Auto seines Arbeitgebers und dem angedockten Hänger auf Höhe des Blumengeschäftes links abbiegen, musste jedoch abbremsen, weil ihm ein Wagen entgegenkam.

Eine 55-Jährige aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach fuhr mit solch einer Wucht hinten auf das wartende Auto auf, dass der Anhänger umkippte. Dieser hatte zum Glück kein Material geladen. Die Polizei beziffert den Schaden auf circa 8500 Euro.

Donnerstag in der Früh krachte es wieder. Erneut war ein 24-jähriger US-Soldat in einen Unfall verwickelt. Der Amerikaner war um 8.45 Uhr auf der B 299 auf dem Weg zum Tor 6 nahe Gründerzentrum. "Warum auch immer" hatte sich laut Stopfer jedoch an der Zufahrt zum Truppenübungsplatz ein Rückstau gebildet. "Er ist dann weiter gefahren, hat rechts angehalten und wollte nachschauen, ob es noch eine andere Zufahrt zum Lager gibt."

Als der Soldat wieder anfuhr, achtete er nicht auf den Verkehr und erwischte einen vorbeifahrenden Wagen eines 28-jährigen Grafenwöhrers an der rechten Seite. Das Auto des Amerikaners musste abgeschleppt werden, der Schaden beträgt rund 7500 Euro.
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