Gabriele Gabriel erzählt von ihrem Leben in Tokio
Ruf Gottes nach Fernost gefolgt

Äthiopien und Hongkong waren Heimat auf Zeit für Gabriele Gabriel, jetzt folgt, begleitet vom Ehemann vorerst für drei Jahre kirchliche Arbeit für die deutsch- sprachigen Gemeindemitglieder der Pfarrei St. Michael in Japans Hauptstadt Tokio. Auf deren Homepage sind bereits zahlreiche Fotos von Gottesdiensten und Feiern, an denen die ehemalige Eschenbacher Gemeindereferentin mitgewirkt hat, zu sehen. Screenshot: rca
 
Äthiopien und Hongkong waren Heimat auf Zeit für Gabriele Gabriel, jetzt folgt, begleitet vom Ehemann vorerst für drei Jahre kirchliche Arbeit für die deutsch- sprachigen Gemeindemitglieder der Pfarrei St. Michael in Japans Hauptstadt Tokio. Auf deren Homepage sind bereits zahlreiche Fotos von Gottesdiensten und Feiern, an denen die ehemalige Eschenbacher Gemeindereferentin mitgewirkt hat, zu sehen. Screenshot: rca

Drei Jahre war sie als Gemeindereferentin in der Stadtpfarrei St. Laurentius in Eschenbach, seit September ist sie kirchliche Mitarbeiterin der Pfarrei St. Michael. Ihr Leben hat sich durch die neue Stelle radikal verändert. Die neue Pfarrei liegt in Tokio.

Freunden in der Heimat berichtete Gabriele Gabriel nun von ihren ersten Erfahrungen aus dieser Millionenmetropole. "Es war ein Zufall, dass ich beim Blättern im Journal für Auslandsseelsorge auf die freie Stelle in Tokio aufmerksam wurde", sagte Gabriele Gabriel. In Absprache mit ihrem Ehemann und dem Bistum war ihr Wechsel nach Japan bald perfekt. Seit 1. September ist für sie die Pfarrei St. Michael ihr neues Arbeitsfeld. Zum kirchlichen Dienst gehört auch Religionsunterricht an einer deutschsprachigen Schule.

Viele gute Eindrücke

Die ersten Eindrücke seien sehr angenehm. Mit Pater Hamm, dem für die Gemeinde zuständigen Priester, sei eine gute Zusammenarbeit möglich. "Er hat ein gutes Herz und ist ein kluger, sehr umgänglicher Mensch. Er ist Jesuit und Dozent an der Sophia-Universität in Tokio und körperlich und geistig fit wie ein Turnschuh. Liturgisch kann ich in der Pfarrei schalten und walten, wie ich will. Er lässt mir freie Hand, und er setzt mich auch oft für Predigten ein."

Der Schulweg sei allerdings bedeutend länger geworden als in Eschenbach. "15 Minuten Fußweg von der Wohnung an die U-Bahn-Station, dann viermaliges Umsteigen und noch einmal zehn Minuten Fußweg, insgesamt 75 bis 80 Minuten. Dafür durfte ich in der Schule sehr viele nette Kolleginnen und Kollegen kennenlernen."

Führerschein umgemeldet

Nachdem der Ehemann die beiden Führerscheine umgemeldet habe, was genau zwei Tage gedauert habe, und sie nun über ein Dienstauto verfüge, sei der Schulweg nur noch etwa eine halbe Stunde lang. "Nicht leicht war es - trotz Navi - den richtigen Weg aus der Stadt ausfindig zu machen, als ein Ausflug in Richtung Berge unternommen werden sollte. Eine typisch japanische Landschaft war der Lohn für die Mühen.

"Unser erstes Erdbeben haben wir auch schon erlebt", so Gabriele Gabriel. Sie saß gerade im Arbeitszimmer, als sie ein Vibrieren wahr- nahm, das nach oben kroch. Im nächsten Augenblick bebte auch schon der Boden. "Alles hat gewackelt. Es war schon etwas beängstigend, hat aber nicht sehr lange gedauert." Ein unvergessliches Erlebnis war für sie der Tag der Deutschen Einheit, als sie mit ihrem Mann zum deutschen Botschafter geladen war. Bei Tafelspitz, Brezen, Leberkäs, Bier und Wein seien mitten in Japan heimatliche Gefühle aufgekommen. Eine Woche später seien sie noch einmal zu einem Hauskonzert in kleinem Kreis geladen worden.

"Weihnachten in Tokio ist anders als bei uns. Von Stress ist dort gar nichts zu spüren." Einen Weihnachtsbraten kenne man dort nicht. "Wir gingen stressfrei zum Essen, etwas noch nie Dagewesenes." Die Weihnachtsfeier begann mit einem ökumenischen Krippenspiel. Danach stand die Christmette in der Pfarrkirche St. Michael auf dem Programm Auch mit der Rollenverteilung gebe es keine Probleme. Der Mann als Hausmann und die Frau als "Verdienerin" klappe in Fernost problemlos.

Von Addis Abeba über Hongkong nach EschenbachAddis Abeba, die Hauptstadt Äthiopiens, und dann Hongkong waren schon vorher "Heimaten auf Zeit" für die Familie Gabriel. Acht Jahre war Dr. Manfred Gabriel als Lehrer an der Deutschen Schule in Addis Abeba tätig, Ehefrau Gabriele und die drei Buben begleiteten ihn.

Es war eine schöne Zeit in Afrika, wo bei Ausflügen in das Landesinnere trotz der sprachlichen Barrieren Bekanntschaften mit Einheimischen machbar waren. Der Tätigkeit in Afrika folgten für Dr. Manfred Gabriel, wieder in Begleitung der Ehefrau sowie ihrer mittlerweile vier Kindern, noch fünf Jahre in Hongkong. 2006, als auch dieser Auslandseinsatz zu Ende war, kehrten sie nach Wunsiedel zurück. Dort wurde Dr. Manfred Gabriel wieder Lehrer am Gymnasium. Da alle Kinder inzwischen ihre eigene Wege gehen, erfüllte sich Ehefrau Gabriele einen Wunsch und begann, Theologie zu studieren. Beeinflusst wurde sie von Menschen, die sie im Ausland kennengelernt hatte. "Sie waren mir in Äthiopien und in Hongkong eine geistliche Familie, ich habe erlebt, was es bedeutet, einer anderen Kultur und Religion anzugehören, wie die Menschen im Gastland", erzählt Gabriel.

Nach bestandenen Prüfung wurde sie im Kirchendienst der Diözese Gemeindereferentin in St. Laurentius Eschenbach, wo Kommunion-, Firm- und Religionsunterricht, die Vorbereitung von Gottesdiensten und die Ministrantenbetreuung zu ihren Aufgaben zählten. (gpa)
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