Gegner der Ost-Umfahrung weisen auf geplante "monströse" Brückenkonstruktion hin
Protest in luftiger Höhe

Über sechs Meter - so hoch wie die an der Stange befestigte Mütze - soll das Brückenbauwerk im Kreuzungsbereich der B 470 an der Einfahrt zum Industriegebiet über das jetzige Straßenniveau hinausragen, behaupten die Kritiker der geplanten Ortsumgehung. In der Hebebühne eines Schleppers wiesen die Gegner der Spange Ost auf die Ausmaße der ihrer Überzeugung nach "monströsen Fehlplanung" hin. Bild: do

Ist eine Ortsumgehung im Osten von Eschenbach notwendig oder nicht? An dieser Frage scheiden sich in der Rußweiherstadt die Geister. Gegner des Projekts protestierten nun erneut: Sie versammelten sich an der Ausfahrt der B 470 auf Höhe des Industriegebiets.

Vor zehn Jahren im Zuge des Großprojekts Netzaberg vom Staatlichen Bauamt Amberg/Sulzbach initiiert und nach dem "Regierungswechsel" ab 2008 im Rathaus verzögert, steht die Teilumfahrung der Stadt seit einigen Monaten erneut im Fokus der öffentlichen Diskussion. Stadtratsbeschlüsse, Bürgergespräche der CSU/ÜCW-Fraktion, Leserbriefe, Proteste von Landwirten und Anliegern, Umfrage im Onetz (wir berichteten): Das Thema wird heiß debattiert.

Über sechs Meter nach oben

Kurz vor Weihnachten trafen sich nun Gegner der Ost-Umfahrung an der B 470, um im Bereich der Kreuzung zum Industriegebiet und zum Bauhof-Gelände auf die geplante "monströse" Brückenkonstruktion hinzuweisen. Um die Höhe des geplanten Bauwerks darzustellen, bedienten sie sich eines Schleppers mit Hebebühne.

In luftiger Höhe - es waren über sechs Meter - demonstrierten einige Teilnehmer an der Protestkundgebung im sicheren Korb die von den Planern angedachte Brücken- und Kreuzungshöhe. Auch bei einer Absenkung der B 470 würde das Bauwerk noch um viereinhalb Meter aus dem jetzigen Höhenniveau herausragen, stellten die Gegner fest.

"Eine fatale Planung für die Wohngebiete rings herum", merkte Land- und Forstwirt Reinhard Wiesent an. Unterstützung findet der Hauptkritiker bei Roland Völkl. "Mit der neuen Trasse wird die Flur vernichtet und wertvolle Bodenfläche der Bewirtschaftung entzogen", warnte der Vollerwerbslandwirt.

Forderung nach "Aussprache"

Er bedauerte die nun schon seit Monaten anhaltende "Zurückhaltung" des Bürgermeisters und der Stadtratsmehrheit. "Warum nicht endlich eine Aussprache mit den betroffenen Grundstückseigentümern?", fragte der Eigentümer der Eschenbacher Mühle.

Marcus Gradl, Chef der CSU/ÜCW-Stadtratsfraktion, forderte eine offene und faire Diskussion. "Das, was bisher lief, ist suboptimal", erklärte er. Wichtig sei eine vollständige Aufklärung mit allen Fakten, in die auch das Staatliche Bauamt Amberg/Sulzbach als Planungsbehörde einbezogen werden sollte.
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