05.02.2018 - 20:10 Uhr

Gymnasium Eschenbach hat zum sechsten Mal in Folge Besuch von einem polnischen Gastschüler (Schul-)Familienmitglied auf Zeit

Szymon Bakalarz lernt seit drei Jahren Deutsch. Seit zweieinhalb Wochen tut er dies ganz intensiv: Der 15-Jährige vom Gymnazium Nowy Wisnicz bestreitet heuer ganz alleine den deutsch-polnischen Austausch mit dem Gymnasium Eschenbach.

Viele Stadtführer hatte Szymon Bakalarz (Dritter von rechts) beim Ausflug nach Weiden. Unter anderem begleiteten Schulleiter Dr. Knut Thielsen und Schülersprecher Leonhard Bauer (von rechts) sowie zahlreiche Schüler - darunter seine Gastgeber Nadja Grünthaner (links) und Simon Seitz (Dritter von links) - den polnischen Gastschüler. Bild: exb
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Bereits zum sechsten Mal in Folge hat die Bildungseinrichtung damit Besuch von einem polnischen Gastschüler. Die Familien der Neuntklässler Nadja Grünthaner (Schlammersdorf) und Simon Seitz (Münchsreuth) haben Szymon Bakalarz sehr herzlich und freundlich aufgenommen.

Im Vorfeld hatte Schulleiter Dr. Knut Thielsen per E-Mail die Organisation und Gestaltung des Besuchsprogrammes mit der polnischen Seite abgesprochen. Die dortige Deutschlehrerin und Betreuerin, Bozena Glab, wurde mittlerweile zur Schulleiterin ernannt.

Zu Beginn seines Aufenthalts am Gymnasium Eschenbach hatten Thielsen und die Schülersprecher der Schülermitverwaltung den 15-Jährigen begrüßt, der im Anschluss mit Hilfe einer anschaulichen Präsentation sein Heimatland und seine Schule im Klassenzimmer vorstellte. Außer den familiären Aktivitäten verbrachte der junge Pole bisher ein Wochenende in München, ein Nachmittag führte ihn mit Schülervertretern nach Weiden. Bis zu seinem Abschied am Samstag wird Szymon Bakalarz, der sich äußerst aufgeschlossen für Neues zeigt, auch noch die Offene Ganztagsschule der Mittelschule in Grafenwöhr besuchen.

Nicht zuletzt dank des engagierten Einzelunterrichts durch Alexandrina Pirkl von der Wirtschaftsschule hat er große Fortschritte im Deutschen gemacht. Täglich schreibt er an seinem Bericht für seine Deutschlehrerin in Polen.

Um die Pfingstferien herum wird der Gegenbesuch der deutschen Schüler in Nowy Wisnicz und Krakau erfolgen. Bei landeskundlichen Aktivitäten werden Nadja Grünthaner und Simon Seitz Polen, seine Bewohner und seine Kultur kennenlernen. Dazu gehört auch ein Besuch in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die beiden Jugendlichen werden in polnischen Gastfamilien wohnen und in der benachbarten Grundschule ein sprach-aktivierendes Praktikum leisten. In persönlichen Gesprächen waren sich die polnische und die deutsche Schulleitung einig, dass der individuelle Schüleraustausch auch künftig als Bereicherung des schulischen Lebens und der europäischen Völkerverständigung gefördert werden sollte. Schulleiter Dr. Knut Thielsen betonte auf Nachfrage, er verstehe diese Maßnahme als weiteren Mosaikstein der internationalen Öffnung des Gymnasiums Eschenbach.

Im Europa des 21. Jahrhunderts und in einer globalisierten, auf Offenheit angewiesenen Welt täte gerade den Jugendlichen aus dem ländlichen Raum eine derartige Erweiterung ihres Horizonts gut. Der Schüleraustausch trage wesentlich zur Ausbildung von Völkerverständigung und Toleranz bei - "zwei Tugenden, die ja gelegentlich auch nicht mehr selbstverständlich anmuten".

Im Süden Polens

Der Schüleraustausch am Gymnasium Eschenbach entstand aus der seit 2009 zwischen der Wirtschaftsschule Eschenbach und dem Gymnazium Nowy Wisnicz bestehenden offiziellen Partnerschaft auf der Grundlage einer Kooperation zwischen den drei Schulen. Die Gemeinde Nowy Wisnicz liegt circa 50 Kilometer südöstlich von Krakau in Südpolen und kann auf eine mehr als 750-jährige Geschichte zurückblicken. Das Gymnasium dort besuchen knapp 300 Schüler. (exb)

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