Hackschnitzel für Obersee
"Goldstück für Eschenbach"

Hackschnitzel anstatt Schotter - diese Vorgabe gilt seit vielen Jahren für die Rundwanderwege im Bereich des Naturschutzgebietes "Großer Rußweiher". Vergangene Woche gönnt der Bauhof einem Teil des Wanderweges um den Obersee eine Pflegemaßnahme.

Ein "Goldstück für Eschenbach und den Landkreis und eine riesige Bereicherung für die Region" bezeichnete stellvertretender Landrat Albert Nickl im November das Naturschutzgebiet. Anlass war die Eröffnung der Adlerausstellung im Hexenhäusl des Naturparks. Nahezu in Goldfarben zeigt sich erneut der Teil des Rundweges um den Obersee, der durch einen sehr feuchten Geländeabschnitt verläuft. Naturfreunde und Wanderer wissen diese Art der Wegepflege und -erhaltung sehr zu schätzen. Es gibt Eschenbacher, für die die Umrundung des 92 Hektar großen Gewässers zum normalen Tagesablauf gehört.

Den Startschuss zur Umsetzung des Konzepts Rundwanderwege und Beobachtungskanzeln am Großen Rußweiher gab 1994 eine hochkarätige Runde. Zu einem Ortstermin trafen sich damals Mathilde Müllner vom Naturpark Hessenreuther Wald, Parkstein und Manteler Forst, Ornithologe und Gebietsbetreuer Klaus Schmidtke, Oberregierungsrat Dr. Franz Leibl und Günter Hirschmann von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz und Bürgermeister Robert Dotzauer. Die Fachleute beschlossen ein Wanderwegenetz in der Rußweiherkette. Sie sprachen sich dafür aus, die Baumaßnahmen durch den Naturpark umzusetzen. Bei der Begehung wurde ihnen allerdings sehr schnell klar, dass zwei Rundwanderwege möglich und auch erforderlich sind: einer rund um den Obersee und ein zweiter, der vom Obersee auch zum Paulusweiher, zur Rußlohe und zum Thallerweiher führt. Vereinbart wurde, dass die Wege ohne Befestigung bleiben. Nur bei Grabenquerungen und in sehr nassen Bereichen sollte mit Holzbohlen eine Begehbarkeit sichergestellt werden.

An baulichen Einrichtungen sahen die Fachleute vor: je eine Beobachtungskanzel am Obersee-Straßendamm und im Bereich Häuselweiher/Rußlohe, zwei Holzpodeste mit Handlauf am Obersee und ein Holzpodest mit Handlauf am Paulusweiher. Die angedachten Vorhaben wurden in den Folgejahren nahezu vollständig umgesetzt. Beim Obersee blieb es bei nur einem Holzpodest. Die Attraktivität der Wanderwege und deren Einrichtungen lockt seither zu jeder Jahreszeit Wanderer und Naturfreunde aus einem weiten Umkreis in das Eschenbacher Weihergebiet, von dem bereits am 26. April 1951 eine Fläche von 140 Hektar als "Vogelfreistätte Großer Rußweiher" endgültig als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden war.

Die Kanzeln und Holzpodeste, zu denen die Wanderwege führen, bieten den Betrachtern einen großartigen Einblick in die Fauna und Flora eines besonders schützenswerten Teils Oberpfälzer Heimat.
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