10.12.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Hans Rupprecht erzählt von seinen Reisen Nagaland lässt grüßen

Die Aktion "Zubza, eine Brücke von Weisendorf und Eschenbach nach Indien" hält Einzug bei der Kolpingfamilie. Hans Rupprecht entführt ins Nagaland, in dem vor einem halben Jahrhundert noch Kopfjäger unterwegs waren.

Hans Rupprecht erzählt bei Kolping Eschenbach von seinen Aufenthalten im Nagaland. Bild: rn
von Walther HermannProfil

In der warmen Stube des Pfarrheims mag beim Anblick der Bilder aus Zubza manchen ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen sein: Dort pfeift zurzeit der Wind bei Nachttemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt durch einfachste Bambushütten, die Bewohner schlafen auf dem Lehmboden.

Rupprecht stellte auch die Schönheiten und landschaftlichen Reize des Landes, in dem er in den vergangenen Jahren insgesamt neun Monate als Entwicklungshelfer tätig war, mit sommerlichen Impressionen vor. Ein Filmteam begleitete eine Gruppe Einheimischer, die vom Brahmaputra zum Himalaya führten und dazu aufriefen: "Oh come and see this land and feel its emotions!"

Der ehemalige Berufssoldat mit Erfahrungen als Weltreisender stellte das Zubza-Projekt als ökumenisches Unterfangen und Hilfe zur Selbsthilfe vor, das seit zehn Jahren große Fortschritte erzielt hat. Seine Zuhörer hörten und sahen viel über Landschaft, Leben und Sitten in und um Zubza und die Webkunst der Bevölkerung. Rupprecht verstand es, dem einfachen bis ärmlichen Leben - der Lebensunterhalt wird zum Großteil aus der Natur bestritten - die farbenprächtige Folklore gegenüberzustellen. Seine Bilderreise informierte über Wohnverhältnisse, Nahrungszubereitung, ausgeprägtes soziales Gefüge und Landbewirtschaftung, die sich nahezu ausschließlich auf Reisanbau beschränkt.

Beeindruckend war die Farbenpracht beim jährlichen Hornbill-Fest, das die 16 Stämme der Region mit ihren Trachten vereint, sowie bei einer Hochzeit. Einblicke gab der Referent in den Schulbetrieb der Salesianer-Station Don Bosco, mit deren Ausbildung den Kindern ein sozialer Aufstieg ermöglicht wird. Er berichtete von den Mühen der Eltern, das Schulgeld aufzubringen, und bat um Schulpatenschaften zu jährlich 80 Euro. Er gewährte Einblicke ins indische Schulwesen: "Die staatlichen Schulen werden kaum besucht, ihr Bildungsstand in der 7. Klasse entspricht dem der 3. Klasse in der 'Don Bosco School'." Informativ waren die Ausführungen zu Schulsystem, einheitlicher Schulkleidung und die während seinen Aufenthaltszeiten eingebauten drei Wasserfilter. In sauberem Wasser sah er die Grundvoraussetzung für die Gesundheit der Kinder. Da alles Wasser aus dem nahen und kleinen Fluss kommt, sei die Schule nach dem Unterricht, an Wochenenden und während er Ferien offen, um den Kindern Zugang zu sauberem Wasser zu bieten: "Nicht in Bechern, die Schüler nehmen das Wasser flaschenweise mit."

"Spielsachen und Spielgeräte sind in Zubza unbekannt", erfuhren die Zuhörer. Rupprecht berichtete über seine übergebene Grundausstattung für den Kindergarten und seine im Spätherbst 2015 begonnene Initiative zum Bau eines Kinderspielplatzes, der zu Ostern 2016 als "Children's Park Eschenbach" seiner Bestimmung übergeben wurde.

Er freute sich, dass sich die Zahl der Schulpatenschaften von 12 auf 64 erhöht hat. Er informierte über das System dieser Patenschaften, zeigte Bilder glücklicher und froher Kinder, die davon Nutzen ziehen, und über die Möglichkeiten von Messstipendien in der Don-Bosco-Kirche. Der Kolpingfamilie dankte er für die Übernahme von zwei Schulpatenschaften.

Spielsachen und Spielgeräte sind in Zubza unbekannt.Hans Rupprecht
Die staatlichen Schulen werden kaum besucht, ihr Bildungsstand in der 7. Klasse entspricht dem der 3. Klasse in der 'Don Bosco School'.Hans Rupprecht
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