07.12.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Himmlischer Besuch

"Lenke meine Schritte auf Wege des Friedens." Von diesen und ähnlichen Worten und Aufrufen war die Adventsfeier des Seniorenclubs geprägt.

Bei der Adventfeier des Seniorenclubs sorgte die Eschenbacher Stubnmus für die musikalische Unterhaltung. Bild: rn
von Walther HermannProfil

Letztmals diente das Pfarrheim einem kirchlichen oder gesellschaftlichen Zweck. Ab dem neuen Jahr erhält es eine andere Bestimmung. Der Seniorenclub wird am 10. Januar 2018 der erste Verein sein, der das von Pfarrer Thomas Jeschner angebotene Ersatzdomizil im "Dammbauernhaus" nutzen wird. Clubleiterin Maria Förster kündigte sehr beengte Verhältnisse an und zeigte sich überzeugt: "Wir schaffen das schon irgendwie."

Als Ruhestandspfarrer Helmut Süß den Pfarrsaal betrat, sang die Seniorengemeinschaft "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit". Förster hieß ihn und Pfarrer Thomas Jeschner, den Bürgermeistern Peter Lehr und Klaus Lehl, Stadtverbandsvorsitzendem Dieter Kies und Pfarrgemeinderatssprecherin Brigitte Metzner willkommen und kündigte an ein "Einstimmen auf Weihnachten, an dem der Friede Gottes in unsere Mitte kommt."

"Hektischer Advent"

Auf den weihnachtlich dekorierten Tischen lagen Karten, die vier überkreuzte Hände zeigten. Förster sah in ihnen Spuren des Lebens, in denen sich die jeweilige Lebensgeschichte verbirgt. Sie gestaltete das Programm mit vier Sprecherinnen und Gedanken zum Advent. Sie schrieben den vier Kerzen eines Adventskranzes den Stellenwert von Vertrauen, Gerechtigkeit, Willkommen und Frieden zu, vertieften die jeweiligen Gedanken dazu und entzündeten sie.

Ihre Gedanken zu biblischen Zeiten verbanden sie mit Vergleichen zum Heute. Förster zeigte sich überzeugt, dass sich das Friedenslicht nicht auslöschen lässt. Dazu passend sprechen die Senioren gemeinsam die fünf Aufrufe der "Händekarte" wie: "Lasst uns Türen öffnen und Herzen, Fremde willkommen heißen, Hände reichen und zusammenhalten."

Plötzlich klopfte es an der Tür und Sankt Nikolaus trat ein. Der Himmelsbote räumte ein, dass er zur Zeit sehr beansprucht sei und auch noch Kinder besuchen müsse. Nach einem Blick in die Runde - "wer so alles da ist und was sich so verändert hat" - ließ er wissen, es sei bereits im Himmel bekannt, dass es "mit dem Pfarrheim nicht besonders gut aussieht" und er auch nicht wisse, wie es weitergehen solle. Die Räumlichkeit der Notlösung fand er "nicht so optimal". Er hatte jedoch "etwas zum Runterschlucken" mitgebracht, das "wohl bekommen" sollte. Nikolaus verteilte persönlich Likörspezialitäten. Den Club-Betreuerinnen reichte er süße Sondergaben, die ihm Engelchen mitgegeben hatten. An alle folgte ein süßer Gruß des Seniorenbeauftragten Udo Müller. Den Auszug des Nikolaus' begleitete der Seniorenchor mit "Heut ist Nikolaus-Abend da".

Die Reihe von Grußworten eröffnete Pfarrer Thomas Jeschner. Er sprach von einem "kurzen, jedoch viel hektischerem Advents als sonst" und hielt es für wichtig, sich Zeiten der Ruhe und des Entspannens zu nehmen. Er rief zum Betrachten von Krippen und damit zu einer "Spiritualität des Schauens" auf. Als kleine Präsente der Pfarrgemeinde überreichte er dem Helferteam Schmuckkarten und Deko-Kugeln.

Die unruhigen Zeiten zur Geburt Jesu waren für Peter Lehr zeitlos. Er übertrug sie in die heutige Zeit, in der Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea in Eschenbach "im Sinne christlicher Nächstenliebe Aufnahme und Unterkunft gefunden haben". Der Bürgermeister räumte ein, dass die Kommune sehr mit dem Problem Flüchtlinge konfrontiert ist. Dankbar verwies er darauf, wie sehr sich die Senioren im abgelaufenen Jahr "für unser Eschenbach engagiert haben". Dem Seniorenteam bescheinigte er eine "tolle und vielseitige Arbeit".

Im Sinne eines "Miteinander-Füreinander" überraschte sein Vize Klaus Lehl das Team, das unbezahlbar sei, mit süßen Dukaten. "Was gibt es in der Vorweihnachtszeit Schöneres als eine besinnliche Feier." Diese Feststellung traf Dieter Kies. Der Stadtverbandsvorsitzende trug die zum Nachdenken anregende Geschichte über eine Diskussion der Tiere über Weihnachten vor, die mit der Frage endete, "ob das die Menschen auch wissen?". Wie vor ihm Klaus Lehl zückte auch er ein "Weihnachts-Kuvert".

Besuch im Seniorenheim

Nach der Gratulation der Geburtstagskinder der vergangenen Wochen und Blumen für das Betreuerteam wandte sich Helmut Hollmer mit Weihnachts- und Neujahrswünschen an die Senioren und versicherte: "Wir fühlen uns seit zehn Jahren bei euch hier wohl." Mit seiner Eschenbacher Stubnmusi hatte er die Adventsfeier unermüdlich begleitet und viel zum Mitsingen veranlasst.

Zeitgleich zum Besuch des Seniorenclub-Nikolaus schritt ein "Amtsbruder" durch Flure und Wohnzimmer des BRK-Seniorenheimes. Er wusste Vieles über Bewohner, Personal und Heimleitung und sparte nicht mit Lob und Dank. In Einzelfällen kam er auch zur "Privataudienz" in die Zimmer und weckte damit Erinnerungen an Kinderzeiten.

Die Räumlichkeit der Notlösung ist nicht so optimal.Der heilige Nikolaus bei der Adventfeier des Seniorenclubs über das Übergangsquartier
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.