23.02.2018 - 20:00 Uhr

Immer in Bewegung: Georg Paulus feiert mit einer großen Gratulantenschar 80. Geburtstag Schiri, Schneider, Schreiber

80 Lenze zählt seit Freitag ein gestandener Kirchenthumbacher, dessen zweite Heimat seit 2001 Eschenbach ist. Die Rede ist von Georg Paulus: ein Bajuware von barocker Gestalt, rustikal und trotz eines Rückenleidens immer in Bewegung. Zum runden Geburtstag geben sich die Besucher die Türklinken im Hause Paulus in die Hand.

Sein Haus ähnelte einem Taubenschlag: Freudestrahlend genoss Georg Paulus (sitzend, Mitte) zusammen mit Ehefrau Hildegard (rechts daneben) an seinem 80. Geburtstag den großen Aufmarsch der Gratulanten. Bald ist wieder Entspannung angesagt - und schon wartet der nächste Pressebericht. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Eine ruhige Kugel schiebt der Jubilar auch mit seinen 80 Jahren nicht. Trotz der Behinderung ist der "Feldmarschall", wie ihn seine Freunde mit Blick auf einen Namensvetter nennen, immer auf Achse: "Es muss sich was rühren", sagt Georg Paulus. Das gilt erst recht für seinen runden Geburtstag. Bei warmem Leberkäse und Weißbier jubelten ihm Freunde und Nachbarn zu. Und das sind nicht wenige.

Es gratulierten unter anderem Jugendfreund Pfarrer Helmut Süß, Stadtpfarrer Thomas Jeschner, Bürgermeister Peter Lehr, Seniorenbeauftragter Udo Müller, Richard Götz von der Raiffeisenbank und zahlreiche Vereinsvertreter. Denn bei vielen Vereinen ist Georg Paulus ein Ass. Gesellschaft "Frohsinn", Männerverein, Kapellenbauverein, CSU, Imker: Alle würdigten "ihren Schorsch" als treuen und zuverlässigen Gefolgsmann, als Gemütsmenschen, Kumpel und Charmeur.

Verschmitzt lächelnd nahm der Jubilar die Huldigungen entgegen, so, als wollte er sagen: An einem solchen Tag sind Übertreibungen erlaubt. Auch die Redaktion Eschenbach-Kemnath der Oberpfalz-Medien war vertreten und bedankte sich bei einem zuverlässigen Berichterstatter seit 1952. Damals begann die "schriftstellerische" Karriere von Georg Paulus bei der Eschenbach-Auerbacher Volkszeitung. Von körperlichen Behinderungen lässt er sich dabei nicht stoppen: Seine Leidenschaft gehört weiter der "Schreiberei". Unterstützt wird er dabei fototechnisch von Ehefrau Hildegard. Unter dem Kürzel (gpa) finden die Leser der Tageszeitung die Artikel des versierten Berichterstatters.

Georg Paulus ist ein Kirchenthumbacher Gewächs. Ab 1952 ging er bei seinem Vater Michael in die Schneiderlehre. Nach Gesellen- und Meisterjahren im elterlichen Betrieb und bei der Firma Groß in Neuhaus/Pegnitz setzte sich jedoch immer mehr das Gen des Geschäftsmannes durch: Mit seiner Gattin Hildegard übernahm er 1965 das Edeka-Geschäft von Hans Scherm in Eschenbach. Es folgten sieben Kaufmannsjahre in Amberg.

Aufs Engste verbunden mit Glauben und Kirche - etwa als Dekanatsführer der Katholischen Jugend, als Mitglied des Kirchenchores und als Pfarrgemeinderat - lockte eine neue Berufung: Georg und Hildegard Paulus übernahmen die Leitung der Kolping-Familienferienstätte Immenreuth.

Auch der Sport lässt den Jubilar nicht los. Schon in jungen Jahren setzte der SC Kirchenthumbach auf das Organisationstalent des begeisterten Fußballers, der 1959 zu den Neugründern des Vereins zählte. Bis 1982 stand er in der Verantwortung als Geschäftsführer. Und als "schwarzer Mann" wurde Paulus zum Inbegriff des Ehrenamts: Acht Jahre wirkte er als Schiedsrichter auf Fußballplätzen, als Mitglied der Jungen Union wurde er Wahlkämpfer für CSU-Größen.

Seine lebenslange Neigung zu Klarheit und Wahrheit färbte auch auf das Berufsleben ab: Mit 62 Jahren überließ Georg Paulus in der Kolping-Ferienstätte der jüngeren Generation ein wohlbestelltes Feld.

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