08.03.2018 - 20:00 Uhr

Jahreshauptversammlung der FFW Tremmersdorf "Rückgrat der Gemeinde"

Es hat geklappt: Endlich steht ein neues Löschfahrzeug im Gerätehaus der Tremmersdorfer Feuerwehr. Allerdings gibt es da etwas, das den Kameraden wichtiger ist.

Vorsitzender Martin Rodler freut sich über eine starke Wehr. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Tremmersdorf. Alle Brandschützer der Feuerwehr kamen von Einsätzen und Übungen unversehrt zurück. Was die Wehr ebenfalls freut: Das Feuerwehrfest im vergangenen Jahr sprengte fast den Rahmen, wie Vorsitzender Martin Rodler bei der Jahreshauptversammlung bilanzierte. "Die Feuerwehr Tremmersdorf steht so gut da wie nie zuvor."

Rodler berichtete von einem "grandiosen Vereinsjahr". So bewies das dreitägige Feuerwehrfest zu Pfingsten 2016, dass im Dorf guter Geist herrscht. "Wenn 300 Leute mithelfen, ein riesiges Fest zu organisieren, kann man nur den Hut vor so viel Gemeinsinn ziehen", kommentierte der Vorsitzende die Welle der Hilfsbereitschaft bei einem "Fest des Jahrhunderts".

Starke Gemeinschaft

Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Kameraden Albert Thaller und Anton Vetter berichtete Rodler außerdem von dem Fest unter dem Motto "Creißn Fire" mit Fahrzeugweihe. Den vielen Helfern zu danken, war dem Feuerwehr-Chef ein Anliegen. Mit Michael Rodler als Festausschussvorsitzenden habe die große Helferschar Großes geleistet, bemerkte der Vorsitzende. "Wenn's darauf ankommt, hält Tremmersdorf zusammen", betonte Rodler.

Er erinnerte außerdem an das Maibaum-Aufstellen, das Johannisfeuer der Feuerwehr-Jugend, die Kirwa im Feuerwehrhaus und das Weinfest mit den Klosterbläsern und den Pressather Musikanten in der Gemeinschaftshalle. Rodler verwies ferner auf die Teilnahme bei kirchlichen und weltlichen Feiern im Gemeindebereich wie auch in der Region. Zu den besonderen Anlässen zählte er den Polterabend von Atemschutzträgerin Monika Kaufmann.

Im Umkehrschluss gehört bei der Wehr auch die Arbeit zum Feiern. Als besonders augenfällig nannte er die Arbeitseinsätze zur Renovierung der Außenfassade des Feuerwehrhauses. Der besondere Dank galt dabei Kameraden Martin Fahrnbauer. "Er opferte einen Teil seines Jahresurlaubs", verriet Rodler. Auch den Bürgermeister hätte er gern beim Fensterstreichen gesehen, scherzte er.

Fleißige Hände

Als Blickfang bezeichnete Rodler die Neugestaltung des Grünstreifens vor dem Florian-Stüberl. Auch im Obergeschoss des Gerätehauses sei fleißig gewerkelt worden. Der Dank galt dabei Kommandant Markus Hefner und Thomas Pscherer. Schließlich widmete sich Rodler der Ausstattung der Wehr. Er verwies unter anderem auf Ergänzungen bei der persönlichen Schutzausrüstung für die Atemschutzträger, auf den Kauf von Uniformteilen mit Blick auf den Fototermin im Vorfeld des Festes, auf den Kauf eines neuen Rasentraktors und auf die Anschaffung einer neuen Motorsense.

Die Dankesliste zum Schluss der Jahresbilanz war lang. Martin Rodler hob die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand, mit dem Festausschuss und mit Vereinsmetzger Josef Hefner hervor, würdigte den Getränkedienst von Reinhold Hefner, und die Botengänge von Max Rodler, dankte Platzwart Wolfgang Schnödt und lobte Angelika Hösl für die Pflege des Feuerwehrhauses.

17 Neuzugänge

Vor allem aber waren es die aktiven Kameraden, denen Rodler für das große Opfer an Freizeit Anerkennung zollte. Dank für die Unterstützung im Jahreslauf und für die eingehaltenen Zusagen richtete er auch an Bürgermeister Albert Nickl und die Gemeinderäte. Die obligatorische Neuaufnahme von Jugendlichen unterblieb. "Nach 17 Zugängen im Vorjahr werden wir die wenigen neuen Jungfeuerwehrler im nächsten Jahr formell aufnehmen", gab Rodler bekannt. Es folgte sodann ein kurzer Ausblick auf die Aktivitäten und Einsätze im Vereinsjahr 2018.

Nach dem Verlesen des Protokolls durch Schriftführer Christian Gebhardt erstattete Schatzmeister Stefan Gebhardt der Versammlung einen detaillierten Kassenbericht. Prüfer Ferdinand Reiß bestätigte auch im Namen seines Kollegen Stefan Staar eine "einwandfreie Kassenführung". Danach stand der Entlastung nichts im Wege.

Auch Pfarrer Adrian Kugler nahm an der Versammlung teil. In einem Grußwort zitierte der Geistliche den Publizisten Olaf Zimmermann: "Ohne Regierung kommen wir Monate über die Runden, ohne Ehrenamtliche keinen einzigen Tag". Diese Feststellung treffe auch für die Tremmersdorfer Brandschützer zu, bemerkte der Ortspfarrer, um dann die vielen Leistungen der Wehrmänner im Berichtszeitraum aufzuzählen.

Auszeit nehmen

Der Seelsorger empfahl der Wehr nun eine Phase des Durchschnaufens. Die Kirche nenne diese Momente Sabbatzeit. Kräfte sammeln und sich Zeit gönnen, um neue Kreativität zu entwickeln, lautete sein Vorschlag. Gleichzeitig dankte er für die vielfältige Hilfe der Tremmersdorfer Wehr bei den Veranstaltungen der Pfarrei.

Die Grüße der Landkreisspitze der Feuerwehren überbrachte Kreisbrandmeister (KBM) Jürgen Haider. Was bringt das Jahr? Diese Frage beantwortete Haider mit Hinweisen zu personellen Veränderungen im Feuerwehr-Führungsteam auf Kreisebene. Ab 1. Juni 2018 werde es einen neuen Kreisbrandrat geben, gab Haider bekannt. Der KBM zeigte sich von der großen Versammlungskulisse beeindruckt und bescheinigte den Brandschützern einen guten Ausbildungsstand.

"Ihr seid das Rückgrat des Landes und der Gemeinden", stellte Bürgermeister Albert Nickl fest. Der Gemeindechef zeigte sich von den Leistungen der Wehr tief beeindruckt und urteilte: "Die Mischung stimmt." Auf die Arbeit im Berichtszeitraum eingehend, bemerkte Nickl: "Das Jahr 2017 wird in die Geschichte der Wehr eingehen." Der Bürgermeister erinnerte an die grandiosen Festlichkeiten im Zusammenhang mit dem Eintreffen des neuen Löschfahrzeuges. Zugleich mahnte Nickl: "Die Aufgaben und Anforderungen werden mit dem Feuerwehr-Fahrzeug wachsen."

Auch das gesellschaftliche Engagement der Wehr stand im Mittelpunkt der Würdigung. "Das stärkt den Gemeinsinn in den Ortschaften." Stefan Schedl betonte als Vorsitzender der Nachbarwehr Speinshart das kameradschaftliche Verhältnis und die starke Verbundenheit zu den Tremmersdorfern. "Unsere Wege kreuzen sich laufend, das bedeutet gegenseitiges Helfen."

Hintergrund

Die Grußworte von Kreisbrandmeister Jürgen Haider nahm zweiter Bürgermeister und stellvertretender Vorsitzender Roland Hörl zum Anlass, vor Übertreibungen bei der theoretischen Ausbildung der Jugendlichen zu warnen. "Da werden bei langatmigen Unterrichten Hunderte von Stunden verblasen", wusste Hörl. Der erfahrene Brandschützer appellierte deshalb an die Feuerwehr-Funktionäre des Landkreises, sich für eine Entzerrung des theoretischen Unterrichts, etwa bei der Truppmann-Ausbildung, einzusetzen. Die Ausbildung sei zwar wichtig, aber in Maßen und ohne Überfrachtung, betonte Vorsitzender Hörl. "Sonst kapituliert der Nachwuchs." (do)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp