26.03.2018 - 20:10 Uhr

Kindergarten Eschenbach Kinder üben mit Polizisten

Dass die Polizei beim Eschenbacher Kindergarten vorfährt, wirft bei manchen Bürgern Fragen auf. Die Vorschüler dagegen wundern sich nicht über den Besuch.

Wut, Ärger, Ernst: Die Kinder versuchen, unterschiedliche Gefühle mit ihrer Mimik auszudrücken. Bild: rn
von Walther HermannProfil

Mit freudiger Erwartung nahmen die Vorschulkinder des Kindergartens Marcus Gradl von der Polizeiinspektion in Empfang. Die Kindertagesstätte kam mit dieser Aktion einem Teil ihres Lehr- und Unterrichtsauftrags nach, Mädchen und Buben für das weitere Leben bereit zu machen. Um das zu erreichen, kam sogar die Polizei ins Haus.

Gefühle zeigen

Angesagt war ein Selbstbehauptungskurs. Während der Einführungsrunde erklärte Gradl, welche verbalen Ausdrucks- und Verteidigungsmöglichkeiten die Kinder anwenden können. Er sensibilisierte sie dafür, die Gefühle anderer Kinder zu achten, sie nicht zu ärgern und ihnen Gegenstände wie zum Beispiel eine Brille nicht wegzunehmen.

Noch wichtiger war dem Beamten aber, den Kleinen richtige Verhaltensweisen beizubringen. Dazu gehört beispielsweise, ihnen zu erklären, dass sie fremden Personen nicht vertrauen sollen und auf keinen Fall mit ihnen mitgehen dürfen.

Richtig verteidigen

Im zweiten Teil des Unterrichts kam Bewegung in die bisher ruhige Gemeinschaft. Mit Übungen zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung lockte Gradl die Kinder aus der Reserve. Sie durften, ja sie mussten, laut sprechen und schreien und dabei Ausdrücke wie "Nein!", "Stopp!" oder "Hör auf!" gebrauchen.

Nach einer kurzen Besprechung durften die Vorschulkinder auch körperliche Verteidigungsmöglichkeiten anwenden. Gradl trug dazu Schoner für Ellenbogen und Schienbein und motivierte die Kinder, sich nicht zurückzuhalten. Sie sollten versuchen, sich mit Schlägen und Tritten zu behaupten - wie im realen Leben in einer brenzligen Situation. Zum Dank für sein Engagement erhielt der Freund und Helfer Nüsse und Energieriegel.

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