„Klangissage“ am Eschenbacher Gymnasium
Farben hören, Töne sehen

Musik traf auf Kunst. Unter dem Motto "Art meets Music, Music meets Art" stellten im Gymnasium Eschenbach zwei Projektseminare unter Leitung der Fachschaften Kunst und Musik ein sensationelles Ergebnis ihrer zeichnerischen, malerischen und musikalischen Ausdrucksformen vor. Bild: do

"Art meets Music, Music meets Art" hieß das spektakuläre Projekt in den Schulfächern Kunst und Musik. Vor dem Weihnachtskonzert der Schule präsentierten Schüler und Lehrer in einer sogenannten "Klangissage" ihr organisches Gesamtwerk in Bildern, Noten und Tönen. Dabei kamen die Besucher aus dem Staunen nicht heraus. Die Präsentation in vielen Farben und Klängen zeigte Tiefenwirkung mit einer Improvisation und Performance für Körper und Seele, wie Schulleiter Dr. Knut Thielsen die Ausstellung bei der Eröffnung galant umschrieb.

Beim Zusammentreffen von Musik und Kunst sind Körper, Geist und Gefühl betroffen. Musikklänge sind Impulsgeber für spontane, individuelle, zeichnerische und malerische Ausdrucksformen. Schon viele Künstlergrößen haben in ihrem künstlerischen Schaffen ausdrücklich auf die Musik Bezug genommen. Farben und Bildzeichen lassen sich ihrerseits frei interpretieren und in Musikklänge übersetzen. Aus den Raum-, Material- und Instrumentalklängen, etwa dem Schlagzeug, der Gitarre oder dem Marimbaphon, aus Stimm- und Körperimprovisationen entwickelten die projektorientierten Seminare des Gymnasiums Eschenbach in den vergangenen eineinhalb Jahren bemerkenswerte Choreographien und Mini-Performances. Passend zu den Fächern Kunst und Musik ließen die Experimente erstaunliche künstlerische Fertigkeiten und individuelle Fähigkeiten erkennen.

"Laut-Kompositionen"

In der Musik wie in der Kunst wird von Stimmungen, Rhythmen und Farben gesprochen. Umgekehrt lassen sich Komponisten von Bildern musikalisch inspirieren. Gibt es deshalb wirklich etwas wie eine Musik-Kunst-Grammatik und wie lässt sich damit arbeiten? Das Gemeinschaftsbild, das die beiden Projektklassen der Schule zeichneten und in einer "Klangissage" vorstellten, bestätigt eindrucksvoll diese Möglichkeit der Umsetzung von Klängen und Geräuschen. Bei der Ausstellungseröffnung erläuterten die jungen Damen und Herren Details ihrer Kunst- und Klangexperimente. Die Seminarteilnehmer demonstrierten szenisch und klanglich sehens- und hörenswerte Ergebnisse, die auch die Besucher zum Spekulieren und Sinnieren anregten. "Musik hören, auf Streichinstrumente achten, Teile des Cellos herausarbeiten, Klang mit einbeziehen, Farbe hinzufügen und fertig war die erste Komposition", erläuterte eine Projektgruppe ihre ersten Schritte zur Bildentwicklung.

Umgekehrt erklärte ein weiteres Team die Vertonung eines Bildes anhand eines bunten "Farbenteppichs". "Helle Farben, helle Klänge und für das Blau ruhige Töne, fertig war die Komposition", bemerkten die jungen Leute. Aus den unterschiedlichsten Bildpunkten entstanden "Laut-Kompositionen". Andererseits entwickelte sich aus diesen Geräuschkulissen ein Zeichnen und Malen mit unbändiger Fantasie. Aus Musikklängen bildeten sich farbenfrohe Plastiken und umgekehrt inspirierten die Bilderfarben zu experimentellen Live-Vertonungen. Der Ideenreichtum der Schüler kannte fast keine Grenzen.

"Art meets Music, Music meets Art" - im "Glaskasten" des Gymnasiums Eschenbach feierte Musik und Kunst in fröhlicher Vereinigung. Vom Ideenreichtum der Seminarteilnehmer ließen sich auch die Besucher inspirieren. Kunsterzieherin Susanne Vonhoff war glücklich. Kunst wagen und Kreativität über die starren fachlichen Grenzen des Schulunterrichts fördern, diesem Anspruch sei das Experiment voll gerecht geworden, stellte sie im Namen der Fachschaften Kunst und Musik fest.
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