31.03.2017 - 19:24 Uhr
Oberpfalz

Klasse 8a gestaltet mehrsprachiges Kochbuch: Obatzter auf Spanisch

Fasziniert lauschen die Schüler der Klasse 8 a ihrem Schulkameraden Carlos Blanco Mendi. Die Laute, die aus seinem Mund sprudeln, sind ungewohnt. Niemand versteht sie. Der 13-Jährige liest auf Spanisch ein Rezept für Obatzter vor. Für einen Wettbewerb hat die Klasse ein Kochbuch gestaltet - auf Bayerisch, Spanisch, Vietnamesisch, Slowakisch, Russisch, Englisch und Chinesisch.

Die Klasse 8 a mit Deutschlehrerin Isabella Beyer (unten, rechts) will mit ihrem mehrsprachigen Kochbuch den Wettbewerb des Bayerischen Kultusministeriums gewinnen. Bilder: spi (2)
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Schon das Cover mit den Flaggen verrät es: Wer das Kochbuch der 8 a des Eschenbacher Gymnasiums neben seinem Herd liegen hat, weiß nicht nur die richtige Reihenfolge der Zutaten, sondern auch, wie die Wörter "Brot", "Eier" oder "Schnittlauch" in anderen Sprachen geschrieben und gesprochen werden.

Fünf bayerische Rezepte

Fünf bayerische Rezepte - unter anderem für Obatzter, Strammer Max und Dotsch - haben die Schüler Schritt für Schritt gezeichnet, auf Bayerisch aufgeschrieben und dann in andere Sprachen übersetzt. Vier Wochen tüftelten die Jugendlichen an dem Buch, das sie überwiegend in ihrer Freizeit kreiert haben. "San ma scho stolz draf", sagt Vanessa Berger. Am meisten fasziniert sind die Schüler von den chinesischen und russischen Schriftzeichen, obwohl oder gerade weil sie diese nicht lesen können. "Wir hom lang zuag'schaut, wie man des schreibt", erinnert sich die 13-Jährige. Das ungebundene Kochbuch haben die Achtklässler in München beim Wettbewerb "Migrabayerisch" der Stiftung Wertebündnis Bayern, den das Bayerische Kultusministerium unterstützt, eingereicht. Über den ersten Platz - ein Outdoor-Training - würden sich die Achtklässler freuen. Besser würde allerdings der Preis für Platz zwei passen - ein Kochkurs.

Stolz auf Schüler

Wie viele andere Schulen noch mitmachen, wissen die Jugendlichen nicht. "Wir hoffen, nicht so viele. Wir wollen ja gewinnen", sagt Isabella Beyer augenzwinkernd. Sie unterrichtet die Klasse in Deutsch und hat mit den Schülern das Thema "Dialekt" behandelt. Ein paar Jugendliche, die beispielsweise mit Englisch oder Russisch als zweite Muttersprache aufgewachsen sind, kannten einzelne bayerische Dialektwörter wie "Obatzter" nicht, erzählt Beyer.

Schließlich gebe es in anderen Sprachen dafür kein Pendant. Weil die meisten unbekannten Begriffe Gerichte gewesen seien, lag der Gedanke nahe, ein Kochbuch für den Wettbewerb, der den bayerischen Dialekt und weitere Sprachen zusammenbringen soll, zu schreiben. Auf die Idee für die Teilnahme sei Annalena Schmidt gekommen. In einer Zeitschrift habe die Schülerin davon gelesen. Ihre Klassenkameraden waren sofort begeistert und die Deutschlehrerin stolz.

 

 

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