Kolumne: OTon
Neue alte Heimat

Nach sieben Jahren in der Großstadt nun wieder auf dem Land. Da ist es nicht mal so leicht, sich wieder einzugewöhnen.

Heimat ist da, wo das Herz ist – steht auf meinem Kalender. Aber irgendwie passt das nicht auf mich. Ich habe bereits als Schüler immer davon geträumt, in eine große Stadt zu ziehen.

Den Traum habe ich mir während meines Studiums erfüllt und mein Herz an die Großstadt verloren. Seit einigen Monaten bin ich wegen des Jobs wieder in meiner eigentlichen Heimat, wo die größten Städte Weiden und Amberg sind. Inzwischen kommen sie mir aber gar nicht mehr so groß vor.

Landschaft und Leute


Versteht das nicht falsch: Ich mag meine Heimatregion. Die Landschaft und die manchmal grummeligen Oberpfälzer. Das Leben auf dem Land hat auch Vorteile. Aber nach vielen Studienjahren und Praktika in Städten wie Regensburg, Wien, Nürnberg und München hat sich mein Weltbild verändert und ich habe die Großstadt zu schätzen gelernt. Dort gab es jeden Tag so viel zu erleben, dass ich wahrscheinlich nicht mal die Hälfte davon mitbekommen habe.

Aber warum ich dann überhaupt zurückgekommen bin, fragen mich viele Bekannte und Freunde. Die Frage ist gut, schließlich hätte ich auch woanders arbeiten können. Aber irgendwie hat es mich doch wieder „heim“ gezogen, auch wenn vielleicht nicht so viel geboten ist. Ich bin wahrscheinlich doch ein Lokalpatriot.

Viel gesehen und viel erlebt


Sieben meiner besten Jahre habe ich in großen Städten verbracht und viel erlebt. Jetzt bin ich also zurück in der „Provinz“ und muss mich wieder einleben. Seltsam das über den Ort zu sagen, in dem man aufgewachsen ist.

Soll ich für den Anfang wieder in den Sportverein eintreten? Dort habe ich schon in der Jugend Fußball gespielt, aber die Mannschaft hat sich verändert. Viele neue Gesichter, nicht mehr die Jungs von früher. Denn die haben sich auch verändert: Neue Freundin, neuer Job, Studiengang gewechselt, weggezogen. Das gab es früher nicht. Einige sind bereits sesshaft geworden, haben eine Frau, ein eigenes Haus oder Kinder. Für mich nicht vorstellbar – oder zumindest noch nicht.

Ich will etwas Neues in meiner alten Heimat aufbauen und in zehn Jahren zufrieden zurückblicken. Vielleicht ist das mit dem Sportverein gar keine schlechte Idee. Das wäre zumindest ein Anfang.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.