Landratsamt und Polizei sehen keine Hindernisse für Veranstaltungen am Rußweiher
(Un-)Ruhe am Rußweiher

Das Rußweiher-Idyll hat schon länger keine Veranstaltung mehr gesehen. Nur woran liegt es? Bild: do

Eignet sich das Naturfreibad Rußweiher nicht als Veranstaltungsort oder ist den Verantwortlichen das Risiko zu groß? Andere Städte regulieren mit Auflagen. Polizei und Landratsamt sehen keine unüberwindbaren Hindernisse.

Es gäbe "keinen Grund, warum das beim Rußweiher-Bad nicht möglich ist oder was der Unterschied zu anderen Freibädern und Weihern sein könnte", lautet die Aussage des Landratsamts auf Nachfrage. Seit Jahren ist auf dem Gelände des Freibads kein Fest gefeiert, keine Veranstaltung organisiert, kein Konzert gespielt worden. Vor zehn Jahren spielten noch die "Troglauer Buam" in einem ausverkauften Zelt auf der Liegewiese.

Fast jährlich taucht der Tagesordnungungspunkt "Festivitäten am Rußweiher" im Eschenbacher Stadtrat auf. Auch 2016 gab es keine Einigung. Doch was unterscheidet die Situation am Rußweiher von Veranstaltungen an anderen Orten? In Grafenwöhr findet das Waldbadfest statt, in Pressath wird am Kiesi-Beach gefeiert und in Kemnath am Eis- und Stadtweiher. Auf Nachfrage bei den Bürgermeistern Edgar Knobloch, Werner Walberer und Werner Nickl folgen ähnliche Antworten, aber ein Satz fällt immer: "Ein Restrisiko bleibt." Doch das gehen sie ein. Zur Situation in Eschenbach wollen sie sich aber nicht äußern.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen solcher Veranstaltungen laufen nach einem Schema: Die Stadt macht dem Veranstalter Auflagen, die er nachweislich erfüllen muss. Darin geht es um Absperrungen, Security, Sorgfaltspflicht und viele weitere organisatorische Punkte. Die Stadt überträgt damit das Risiko auf die Organisatoren, falls doch etwas passieren sollte. Diese Auflagen werden mit der Polizei und dem Landratsamt abgestimmt.

Die Haftung liegt also bei den Veranstaltern. Die Stadt haftet nur, wenn nachweislich eine Lücke in den Auflagen zu finden ist. Dann fällt es natürlich auch auf den Bürgermeister zurück, bestätigen auch die Befragten. "Wir erwarten beim Kindheitstraum 2017 wieder über 1000 Besucher. Die Auflagen für den Veranstalter haben wir mit dem Landratsamt abgestimmt. Der Eisweiher wird mit Bauzaun abgesperrt", erklärt Kemnaths Bürgermeister Werner Nickl.

Restrisiko bleibt

"Man darf nicht vom schlimmsten Fall ausgehen. Natürlich kann man nie alles absichern, aber wir wollen das Waldbadfest nicht durch zu strenge Auflagen kaputt machen. Bei uns sind immer Rettungsdienst, die Wasserwacht und Bademeister vor Ort", so Edgar Knobloch, Bürgermeister in Grafenwöhr. In Pressath sehe es ähnlich aus, erklärt Bürgermeister Werner Walberer. "Wir richten uns am Kiesi-Beach nach den allgemeinen Sicherheitsbestimmungen. Es werden Auflagen gemacht und wir hatten bisher nur Probleme wegen der Lautstärke."

Ein Restrisiko für die Städte bleibt bestehen. Sind es die Voraussetzungen in Eschenbach, die Veranstaltungen am Rußweiher verhindern? Das Landratsamt Neustadt/Waldnaab sieht hier keine Probleme. Die Polizei erklärt: "Wir nehmen bei Veranstaltungen eine beratende Rolle ein und führen mit der Stadt, dem Landratsamt und dem Veranstalter Sicherheitsgespräche." Jeder Fall müsse individuell betrachtet werden und dann müsse sich geeinigt werden, ob eine Veranstaltung möglich ist.

Im konkreten Fall des Rußweiher-Geländes wäre ein Zusammenarbeit mit der Wasserwacht notwendig. Aus sicherheitstechnische Gründen spreche aber theoretisch nichts gegen eine Veranstaltung, wenn alle Auflagen erfüllt werden können. Auch die anliegende Bundesstraße sei kein grundsätzliches Ausschlusskriterium.

Rathaus antwortet nicht

Als Besitzer hat die Stadt das Hausrecht und kann über Veranstaltungen entscheiden. Ist den Verantwortlichen das Risiko einfach zu groß? Eine E-Mail mit den wichtigsten Fragen lag der Stadt über eine Woche vor, doch eine Antwort kam nicht. Auch nach mehrmaligen Telefonanrufen wurde nicht auf die schriftlichen Fragen eingegangen.

Man darf nicht vom schlimmsten Fall ausgehen.Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch
2 Kommentare
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 18.04.2017 | 22:49  
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Autor THN aus Eschenbach in der Oberpfalz | 19.04.2017 | 10:25  
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