Martin Schusser vertstorben

Martin Schusser. Bild: rn

Die ehemalige Kreisstadt ist um eine verdiente Persönlichkeit ärmer: Am 30. Dezember verstarb im Klinikum in Weiden der langjährige Stadt-, Kreis- und Bezirksrat Martin Schusser.

Der Träger der Bürgermedaille der Stadt Eschenbach und des Bundesverdienstkreuzes am Bande begab sich am 28. Dezember zu einer Operation ins Klinikum. Am Abend zuvor genoss er mit Freunden noch eine Schafkopfrunde.

Der Verstorbene wurde am 24. Juli 1929 in Ziegelhütte, Gemeinde Pappenberg, geboren. Er besuchte die Volksschule in Pappenberg, musste aber 1938 im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes mit seinen Eltern nach Eschenbach umsiedeln. Als 15-Jähriger wurde er 1945 noch zu einer HJ-Division eingezogen.

Als junger Mann, der das Friseurhandwerk erlernte, fand Schusser 1946 eine Anstellung im Lager Grafenwöhr. Im Oktober 1971 wechselte er zum Verbindungs- und Truppenübungsplatzkommando der Bundeswehr, wo er sich als ÖTV-Gewerkschafter 18 Jahre im Personalrat, davon 12 Jahre als Vorsitzender, für die Interessen seiner Kollegen einsetzte. 1959 trat er der SPD bei.

Politische Karriere

Als Ortsvorsitzender steigerte er die Mitgliederzahl von 23 auf 84. 1966 schaffte Schusser den Sprung in den Stadtrat, dem er bis 2008 angehörte. 1972 begann sein Wirken im Kreistag. 1974 zog er in den Oberpfälzer Bezirkstag ein. Dort engagierte er sich 15 Jahre im Zweckverband zur Errichtung des Sibyllenbads. Mit Sitz und Stimme war der Verstorbene ab 1979 über Jahrzehnte Verwaltungsrichter beim Verwaltungsgericht Regensburg.

Sein Weg als Kommunalpolitiker war geprägt von Beharrlichkeit: Sein politischer Einsatz nach den Grundsätzen Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und Toleranz hat ihn über Parteigrenzen hinweg zum geachteten und geschätzten Volksvertreter gemacht.

Einsatz für Heimat

Im Bezirksausschuss des SPD-Bezirks Niederbayern/Oberpfalz spielte er viele Jahre eine wichtige Rolle. Auf Schussers Initiativen hin wurden Stadtbücherei, Bergkirche, Stadtkapelle und örtliche Vereine durch Fördermittel unterstützt. Im Bezirkstag setzte er sich für die Sanierung des Klosters Speinshart ein.

Für seine Verdienste um die Heimatstadt wurde Martin Schusser 1988 mit der Bürgermedaille geehrt. Mit den Stimmen der CSU wählte ihn der Stadtrat 1990 und 1996 zum dritten Bürgermeister. Landrat Simon Wittmann überreichte Schusser 1998 den Lobkowitz-Taler in Gold. Die höchste Auszeichnung erfuhr der Verstorbene im Juni 2001. Bei der Regierung der Oberpfalz würdigte Wirtschaftsstaatssekretär Hans Spitzner die vielseitigen Verdienste Schussers auf Orts-, Kreis- und Bezirksebene und zeichnete ihn mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus.

Auch im gesellschaftlichen Leben hat der Verstorbene Spuren hinterlassen. Nach dem Ableben von Frohsinn-Präsident Baptist Groß hielt er die Gesellschaft Leben und ermöglichte die Öffnung des Vereins für Frauen. "Ohne diese stünde der Frohsinn heute nicht so da", zeigt sich Vorsitzender Erwin Dromann überzeugt. Er übernahm 2011 Schussers Amt. Schusser wurde zum ersten Ehrenpräsidenten des Frohsinn ernannt.

Abschied

Stütze und Rückhalt war ihm stets Ehefrau Anneliese, die er nach der Vertreibung aus der pommerschen Heimat 1954 heiratete. Eine Tochter und drei Söhne gingen aus der Ehe hervor. Um Martin Schusser trauern auch vier Enkel und vier Urenkel. Am Mittwoch, 4. Januar, um 14 Uhr, nehmen Familie und Bevölkerung Abschied.
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