Mordprozess gegen 89-Jährigen aus dem Altlandkreis Eschenbach vertagt
Urteil lässt auf sich warten

Eschenbach/Chemnitz. Nach wenigen Minuten war alles vorbei: Statt der erwarteten Plädoyers und eines erhofften Urteils ist der Prozess gegen einen 89 Jahre alten Mann aus dem Altlandkreis Eschenbach wegen Mordes an seiner früheren Lebensgefährtin vertagt worden. Am Dienstag wurde die Verhandlung am Landgericht Chemnitz wegen eines Notfalls in der Familie des Anwalts des Angeklagten unterbrochen. Somit lässt ein Urteil weiter auf sich warten. Der Prozess gegen den aus der Oberpfalz stammenden Rentner wird nun am 17. Januar mit dem achten Verhandlungstag fortgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Karl O. Mord aus Heimtücke vor. Der Mann lebt schon seit mehreren Jahren in Frankenberg im Landkreis Mittelsachsen. Dort soll er seine ehemalige Lebensgefährtin am 22. März 2016 absichtlich umgefahren und sterben lassen haben.

Dafür soll er sein stillgelegtes Auto unter anderem mit Styroporplatten und Stoffen präpariert, der Frau aufgelauert und sie auf ihrem Motorroller gerammt haben. Anschließend soll er weggefahren sein. Die Frau starb im Krankenhaus an den Folgen ihrer zahlreichen schweren Sturzverletzungen. Der Angeklagte, der die Vorwürfe bestreitet, und das Opfer waren bereits seit 2012 kein Paar mehr.

Während der kurzen Verhandlung klärte die Vorsitzende Richterin Simone Herberger darüber auf, dass es keine Bestechung von Zeugen durch den Angeklagten gegeben habe. Diesen Verdacht hatte die Staatsanwaltschaft geäußert, nachdem im Juni vorigen Jahres 2500 Euro durch den Verteidiger an einen Zeugen überwiesen worden waren. Der Anwalt hatte die Zahlung damit begründet, dass der Nachbar sich um das Haus und das Grundstück gekümmert habe. Laut Richterin habe sich dies bestätigt. "Ein pflichtwidriges Verhalten ist nicht ersichtlich."

Ein Urteil in dem Prozess war bereits für den Dezember avisiert gewesen. Zwei Töchter des Opfers hatten jedoch nachträglich am Unfallort ein Fragment eines Auto-Kennzeichens gefunden, das nun kriminaltechnisch untersucht wurde. Eine DNA-Spur des Angeklagten wurde daran nicht gefunden, teilte die Richterin mit.
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