Nach Motorradunfall in Tirol
Eschenbach trauert um verdienten Handwerksmeister

Hubert Gradl. Bild: exb

An den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls in Tirol starb am 12. August Hubert Gradl. Der Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister hinterlässt nicht nur eine tief trauernde Familie. Sehr vermissen werden ihn auch ein großer Kundenkreis und seine Freunde vom Motorradclub "The Pilots".

Im landwirtschaftlich geprägten Elternhaus von Agnes und Peter Gradl, unweit des Vermessungsamts, wuchs Gradl ab dem 28. Februar 1966 mit drei Geschwistern auf. Nach der Schulzeit lernte er bei der Firma Koppe seinen Traumberuf. Sein Fachwissen führte dazu, dass er bereits im zweiten Lehrjahr Baustellen leitete. Schon damals trat sein Streben nach mehr Verantwortung zutage.

Als sein Bruder seine Arbeitskraft unfallbedingt nicht mehr in der Landwirtschaft einbringen konnte, war Hubert im Alter von 16 Jahren zusätzlich im elterlichen Betrieb gefordert. Mit 21 Jahren verlor er seinen Vater. Von nun an fühlte er sich verantwortlich für die Landwirtschaft.

Nach mehrjähriger Gesellenzeit und dem Besuch der Meisterschule Bayreuth schuf er die Grundlage für seinen weiteren Lebensweg. Der Meisterbrief eröffnete ihm ab September 1991 neue Möglichkeiten. Im Juli 1992 wechselte Hubert Gradl ins Planungsbüro der Firma Coplan in Eggenfelden. Bereits nach sieben Monaten gelang ihm der Sprung in die Nähe der Heimat. In Weiden übernahm er mit Verantwortung für die Coplan-Abteilung für Heizungs- und Lüftungsbau.

Den ersten Schritt zur Eigenständigkeit in Eschenbach unternahm er 1993 mit der Anmeldung eines Handwerksbetriebs. Seine Tätigkeiten beschränkten sich zunächst auf Abendstunden und Wochenenden. Im April 1995 beendete er seine Zeit als Arbeitnehmer in Weiden und widmete sich ab Mai ausschließlich seinem Gewerbe. In Oliver Eckert fand er im September 1995 einen zupackenden Gesellen, der heute noch verantwortlich im Betrieb tätig ist. In regelmäßigen Abständen folgte die Einstellung von Lehrlingen, von denen bereits mehrere Techniker- und Meistertitel tragen.

Mit Ehefrau Susanne, die beiden heirateten im August 1989, baute er ein Unternehmen für Heizungs- und Lüftungsbau, Gas- und Wasserinstallation auf, das sich in der Umgebung großer Anerkennung erfreut, großen Zuspruch erfährt und 18 Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz bietet.

Der Stolz der Eheleute sind Sohn Fabian und Tochter Magdalena. Beruflich trat Fabian in die Spuren seines Vaters. Kurze Zeit nach Ende der Ausbildung bei der Firma Erbe in Weiden besuchte er wie sein Vater die Meisterschule in Bayreuth und gehörte - ebenso wie einst der Papa - zu den Prüfungsbesten. Mit ihm und den qualifizierten Mitarbeitern ist der Bestand des Familienbetriebs gesichert. Tochter Magdalena hat sich als Industriekauffrau qualifiziert. Sie wird weiterhin der Familie und dem Betrieb zur Seite stehen.

Was die Arbeitsabläufe betrifft stellte sich Hubert Gradl auf eine Ebene mit seinen Mitarbeitern. Als Chef übernahm er mit ihnen nach Feierabend und an Wochenenden die regelmäßig wechselnden Bereitschaftsdienste. Bei Abwesenheitszeiten konnte er sich voll auf seine Mitarbeiter im Büro und auf der Baustelle verlassen, die den Betrieb auch ohne Chef-Präsenz führten.

Hohen Stellenwert maß er der Familie bei und praktizierte den Leitspruch: "Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit". Seine Freizeitgestaltung im Vereinsleben beschränkte sich nahezu ausschließlich auf die "Pilots". Er liebte die Geselligkeit im "Haisl" und beteiligte sich an Ausfahrten. Die jüngste Ausfahrt seines Clubs wurde seine letzte.

Der Sterberosenkranz beginnt morgen um 13.30 Uhr in St. Laurentius. Es schließen sich um 14 Uhr der Trauergottesdienst und die Urnenbeisetzung an.
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