Neue „Heimat Eschenbach“ steht zum Verkauf
Belebte Geschichte

Karlheinz Keck, Bernd Thurn, Albert Furtner, Hans Ott, Karl Lorenz, Josef Prunhuber (von rechts) treffen sich im Rathaus, um die neue grüne Ausgabe der "Heimat Eschenbach" vorzustellen. Bilder: rn (2)
 
Der einzige erhalten gebliebene Gemeinschaftsbackofen steht in der kleinen Hanglage zwischen Brunn- und Färbergasse. Hans Ott erzählt in seinem Beitrag "Semmeln, Spitz- und Kipfbrod" von der Geschichte der Backöfen.

Die neue "Heimat Eschenbach" steht zum Verkauf. Auf 104 Seiten beleben sechs Autoren in 12 Beiträgen und mit 70 Bildern die Historie Eschenbachs.

Im ehemaligen Trauungszimmer des Rathauses empfing zweiter Bürgermeister Karl Lorenz den Vorsitzenden des Heimatvereins, Karlheinz Keck, und Autoren der 39. Ausgabe von "Heimat Eschenbach". Nach einem ersten Blättern in dem Glanzdruckheft sagte Lorenz: "Hochinteressante Inhalte."

Keck wertete es als Anerkennung seitens der Stadt, "das Heft in diesem Zimmer vorstellen zu dürfen". Für das Jubiläum "40 Ausgaben Heimat Eschenbach" kündigte er eine Veranstaltung mit besonderem Niveau an. Die 39. Ausgabe ziert ein Bild von Wilhelm Wittmann, der 1808 bis 1836 Pfarrer von Eschenbach war. Keck stellte ihn als Spross einer Familie aus Finkenhammer bei Pleystein vor, der sich im aufgelösten Kloster Speinshart große Verdienste beim Erstellen des noch erhaltenen Bibliothekkatalogs erworben hatte.

Den Einstieg macht Albert Furtner mit einer Referenz an die Schulstadt Eschenbach. "Schulmeister, Lehrer und Cantoren" nennt er seinen 19-seitigen Beitrag, in dem er das Eschenbacher Lehrerbild über eine Zeitraum von knapp 350 Jahren nachzeichnet. Er schildert das Wohl und Wehe eines Berufsstandes in der Zeit von 1571 bis 1916, der mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln den Kampf um seine Existenz und seine Familie geführt hat. Oft musste der Neue die Witwe seines Vorgängers heiraten.

Skandalöse Köchin

Mit sechs Beiträgen ist Hans Ott in der Publikation vertreten. Er beleuchtet die Zeit nach 1803, als das Kloster Speinshart säkularisiert war und Sankt Laurentius auf königlichen Erlass 1808 Pfarrei wurde. Eine besondere Abhandlung widmet er unter "Physische und moralische Unfähigkeit" dem Nachfolgepfarrer J. B. Kaiser (1837-1838). Der Magistrat zeigt sich überzeugt, dass er "zur ferneren Bekleidung der Stelle eines Pfarrers dahier unfähig ist" und sich seine Köchin im Pfarrhof auf eine skandalöse Weise aufführt. In einem "Kontrastprogramm" widmet sich Ott vier Jahrhunderte langer örtlicher Bäckerei- und Backofengeschichte.

Der ehemalige Eschenbacher Stadtweiher wird 1433 in einem Lehensbrief des Pfalzgrafen Johann erstmals erwähnt. Anfang der 1960er Jahre wurde er im Zuge des Baues der B 470 verfüllt. Ott lässt seine Geschichte, auch mit Jugenderinnerungen der heutigen älteren Generation, lebendig werden. Ernst und gleichzeitig heiter sind seine Forschungsergebnisse über das ehemalige Gefängnis. Ins "heilige Milieu" wechselt Ott, als er sich der schwarzen Heiligen Margareth und der Wallfahrt in Pappenberg im 17. Jahrhundert widmet.

Flieger aus Speinshart

Ehemaligen Totenschilden im Eschenbacher Friedhof geht Bernd Thurn nach. Die ehemalige Kreisbildstelle Eschenbach beendete in diesem Jahr als Außenstelle der Kreis- und Stadtbildstelle Neustadt/WN und Weiden ihre Tätigkeit. 1973 bis 2003 war Bernd Thurn deren Leiter. Er lässt die Geschichte des Amts seit 1935 Revue passieren. "Heinrich Schwandner - ein Flieger aus Speinshart" betitelt Karlheinz Keck die Lebensgeschichte des gebürtigen Speinsharters und Oberleutnants der Bayerischen Luftwaffe, der im März 1917 im Luftkampf bei Athienville in Frankreich im Alter von 28 Jahren ums Leben kam. Hildegard Hild, geborene Kalb, schildert ihre Lebensgeschichte, als sie in Nürnberg ausgebombt wurde und 1943 mit ihrer Mutter nach Eschenbach kommt. Auf das Geschehen des Heimatvereins im vergangenen Jahr blickt Gabi Förster.

Neu im HandelDie 39. Ausgabe der der lokalgeschichtlichen Publikation "Heimat Eschenbach 2016 " kostet 7,50 Euro. Sie ist in der Stadtapotheke Eschenbach und in der Buchhandlung Bodner in Pressath erhältlich. (rn)
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