19.03.2018 - 18:06 Uhr

Nominierung zur Kaltwasser-Grill-Challenge Stadträte mit kalten Füßen

Drei Stadträte sollen baden gehen, wenn es nach dem Marktrat aus Kirchenthumbach geht. In Pressath, Grafenwöhr und Eschenbach geht man recht unterschiedlich mit der Nominierung zur Kaltwasser-Grill-Challenge um.

Kalt und feucht und trotzdem spaßig: Die Stadträte aus Grafenwöhr, Eschenbach und Kirchenthumbach sind zur Kaltwasser-Grill-Challenge nominiert. Wie man der Herausforderung aus Kirchenthumbach begegnet, wissen bislang nur die Pressather Räte. Archivbild: njn
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Gehen die Herrn und Damen Stadträte ins Wasser? Seit der Kirchenthumbacher Marktrat die Amtskollegen aus Pressath, Eschenbach und Grafenwöhr für die Kaltwasser-Grill-Challenge nominierten, beschäftigt die Menschen im Vierstädtedreieck diese Frage - oder auch nicht. Denn Edgar Knobloch wusste am Montagvormittag von nichts. "Ich hab den Bericht im "Neuen Tag" gelesen, aber das habe ich übersehen", erklärt der Bürgermeister von Grafenwöhr , als er am Montagmorgen via Telefon von der Nominierung seines Stadtrats erfährt. Tatsächlich habe es in den letzten Tagen Anspielungen auf den Spaß der Kirchenthumbacher Kollegen gegeben, allerdings konnte die Knobloch nicht so recht einordnen, weil er von der Aufgabe bislang nichts wusste. Grundsätzlich steht Knobloch solchen Aktionen aufgeschlossen gegenüber. Allerdings glaubt der CSU-Politiker nicht, dass aus einem Grillfest im oder am Wasser für die Grafenwöhrer Räte etwas wird. Schließlich läuft die Frist nur diese Woche. "Ich bin die nächsten Tage gar nicht hier", sagt Knobloch. Und er glaube nicht, dass einer seiner Räte die Initiative ergreift. "Bisher hat mich jedenfalls kein Stadtrat wegen des Themas kontaktiert."

Ganz anders sieht es dagegen in Pressath aus: "Freitag, 17 Uhr, am Kiesi-Beach", lautet Bürgermeister Werner Walberers Antwort auf die Frage, ob denn die Pressather Räte gedenken, die Herausforderung anzunehmen. Am Samstag habe sich praktisch der gesamte Rat beim Starkbierfest in der Stadthalle getroffen und den Termin festgelegt. "Das war aber nicht aus einer Bierlaune heraus", stellt Walberer richtig.

Vielmehr war sich der Rat über alle Fraktionen hinweg einig, dass man den Spaß gerne mitmacht, vor allem weil davon die gute Sache profitiert. "Wir werden wohl auch für den Verein 'Hilfe für Anja' spenden", sagt der SPD-Bürgermeister. Gäste und Schaulustige seien bei dem Termin natürlich willkommen. "Aber Grillwürstel haben wir nur für uns Stadträte eingeplant", sagt Walberer etwas augenzwinkernd.

Die Hosenbeine hochkrempeln würde auch Marcus Gradl. Doch im Eschenbacher Stadtrat gehen die Meinungen zu dem Thema doch etwas auseinander, auch in seinem eigenen Lager, berichtet der Sprecher der CSU-Fraktion im Eschenbacher Stadtrat. "Man sollte nicht so steif in der Hüfte sein", sagt Gradl. Einige seiner Kollegen vertreten dagegen den Standpunkt: "Man muss doch nicht jeden Mist mitmachen."

Gradl sagt, er habe dafür Verständnis, andererseits stehe bei der Kaltwasser-Grill-Challenge der gute Zweck im Vordergrund. "Wie oft wird wirklich gespendet", fragt Gradl. Durch die Challenge gebe es einen konkreten Anlass, etwas Gutes zu tun. Zudem erhalten kleine gemeinnützige Vereine etwas Aufmerksamkeit. Und: "So hat man einen Grund, sich zu treffen und ins Gespräch zu kommen." Deshalb wolle er sich darum kümmern, etwas auf die Beine zu stellen. "Und wer nicht kommen will, wird ja nicht gezwungen."

Grillen in der Kälte

Woher die Idee zur Kaltwasser-Grill-Challenge stammt, lässt sich nicht klären. Fest steht, dass beim Spiel Vereine und sonstige Gruppen beweisen, dass sie hart im Nehmen sind. Dazu veröffentlicht man auf Facebook einen Film, der die Mitglieder beim Grillen in einem winterlichen Gewässer zeigt, verkündet darin einen Spendenempfänger - und nominiert weitere Gruppen. Die haben dann eine Woche Zeit um zu zeigen, dass kaltes Wasser einem nichts anhaben kann. (wüw)

Man sollte nicht so steif in der Hüfte sein.Markus Gradl, Stadtrat Eschenbach

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