05.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Oberpfälzer Herthaner fahren nach Berlin "Du bist unser Sportverein"

Mit ersten Begegnungen ist die neue Bundesligasaison gestartet. Nun beginnt auch für den Fanclub "Oberpfälzer Herthaner" die neue Reisesaison. Anlass ist das Spiel gegen den FC Bayern München am 1. Oktober im Berliner Olympiastadion.

von Walther HermannProfil

Der Eschenbacher Fanclub setzt dazu einen Omnibus ein und bietet Mitfahrgelegenheit auch für Freunde von Städtereisen. Der 1. Oktober ist in Berlin verkaufsoffener Sonntag. Geöffnet ist auch noch die Internationale Gartenbauausstellung. Anmeldung und weitere Informationen bei Margot Brosch, Telefon 914 9010.

Die "Clubzeit" für die regionalen Hertha-Freunde begann 2001: Am 6. September schlug in der Färbergasse die Geburtsstunde der "Oberpfälzer Herthaner". Freunde der Kicker aus der Bundeshauptstadt gaben sich einen offiziellen Namen und wählten Stefanie Brosch (Eschenbach) zu ihrer Vorsitzenden und Horst Czerkaski (Floß) zu deren Stellvertreter. Weitere Mitglieder de Vorstands kamen aus Altenstadt/WN, Eschenbach und Pressath.

Noch im gleichen Jahr, am 27. September, kündigten Fanfarenklänge und Trommelwirbel des Fanfarenzugs Pressath die Ankunft des Hertha-Fanclubs "Plumpe Mucke" aus Berlin an. Bei der Feier übernahmen die Berliner die Patenschaft über den Eschenbacher Fanclub. Bürgermeister Robert Dotzauer, dem ein weiß-blauer Schal der Hertha verpasst wurde, sprach von gewissen gegenseitigen Sympathien zwischen Berlinern und Bayern und brachte damit die stimmungsgeladene Atmosphäre des Tages auf den Punkt.

Hertha-Fahne

Am 10. August 2002 schallten "Ha-Ho-He-Hertha BSC"-Schlachtrufe durch Brunn- und Färbergasse. Anlass war die Übergabe der großen Hertha-Fahne durch den Fanclub "Plumpe Mucke" an die "Oberpfälzer Herthaner". (Anm.: "Plumpe" ist die Bezeichnung der ersten Spielstätte von Hertha BSC und "Mucke" bedeutet so viel wie Stimmung.) Stimmung und Freude hatten die Berliner an jenem Wochenende mit in die Oberpfalz gebracht. Die feierliche Zeremonie der Flaggenhissung begleitete Steffi Brosch auf der Trompete mit dem Hertha-Lied "Blau-Weiß Hertha, du bist unser Sportverein, Blau-Weiß Hertha, du wirst es für uns immer sein". "Plumpe-Mucke"-Vorsitzender Michael Kratzsch beschwor die Gegenseitigkeit der Patenschaft. Es folgten weitere Begegnungen der beiden Fanclubs. In die damalige Euphorie passte auch die Übergabe einer Spende an Oberkonsistorialrat Dr. Bernhard Felmberg zum Bau einer Kapelle im Olympiastadion Berlin. Die familiären Wurzeln Felmbergs liegen in Eschenbach.

Die Jahresabschlussfeier 2004 der "Oberpfälzer Herthaner" im örtlichen "Hertha-Stüberl" bereicherten Steffen Würth, der Vorsitzende der Hertha-BSC-Fanclubs mit den Amateuren Alexander Ludwig, U21-Nationalspieler, und Sejad Salihovic. Im August 2005 wurde Eschenbach zur Anlaufstelle für alle in Süddeutschland wohnenden Anhänger des Berliner Vereins. Die weitest Angereisten waren die "Allgäupiraten" aus Lindenberg. Mit Würth wurden vor allem Anreisemodalitäten zu Hertha-Spielen besprochen. Die Weihnachtsfeier 2005 bereicherten der bosnische Angriffsspieler Sejad Salihovic und sein aus Teheran stammender Stürmerkollege Ashkan Dejagah. Zur Saisonabschlussfeier im Mai 2006 waren neben 20 "Plumpe-Mucke"-Schlachtenbummlern auch Hertha-Fans aus dem Allgäu, dem Schwarzwald und Heilbronn in die Rußweiherstadt geeilt. Dazu hatten sechs Geburtstagskinder ihre Feier zusammengelegt und ließen es so richtig krachen. Recht wohl im Kreise der Schlachtenbummler fühlte sich auch Abwehrspieler Sofian Chahed.

Aktivitäten lassen nach

Ihr zehnjähriges Bestehen feierten die Herthaner am 9. Juli 2011 mit neun Fanclub-Mannschaften anderer Bundesligavereine. Dabei grüßten die Gastgeber vom Balkon des SCE-Sportheimes die Besucher mit der Aufschrift "An Scheberer". Mit dieser Parole hießen seit geraumer Zeit die Berliner Fans ihre Oberpfälzer Freunde bei Begegnungen im Hertha-Stadion willkommen. Sie münzten damit eine Bemerkung um, die die Eschenbacher beim Öffnen von Bierflaschen mit Bügelverschluss gebrauchen: "Dou doud's an Scheberer."

Der Spielverlauf der Begegnungen auf dem SCE-Gelände gab zu erkennen, dass Fußball die schönste Nebensache der Welt sein kann. Es wurde nicht nur die Abseitsregel außer Kraft gesetzt. Die Zuschauer sahen ein ungezwungenes und bühnenreifes Torraumspiel, bei dem Mario Falkenberg (München) als souveräner Turnierleiter amtierte.

Bei der Siegerehrung forderten die zahlreichen Fans von der Spree, sie hatten auf dem B-Platz ihr Zeltlager aufgeschlagen, lautstark einen Stimmungspokal ein. Bürgermeister Peter Lehr bekam als bekennender Bayern-München-Fan einen Hertha-Schal verpasst. Lachend schwenkte er eine Hertha-Stadionflagge. Sein Kommentar dazu: "Eschenbach ist bunt." Seit dem Umzug von Steffi Brosch nach Berlin laufen die Aktivitäten der "Oberpfälzer Herthaner" im Vergleich zu den ersten zehn Clubjahren auf Sparflamme.

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