"Original Bauernsfünfer" bieten im "Taubnschuster" furiose Dialekt-Musik
Wild, kernig - oberpfälzisch

Einen furiosen Mix aus Dialekt und Musik boten die "Original Bauernsfünfer" Uli Radl und Dominik Niklas (von links) bei ihrem Auftritt im schon seit Jahresbeginn ausverkauften Saal des Kulturzentrums "Beim Taubnschuster". Die Zuhörer tobten vor Vergnügen. Bild: rn
 

"Ganoven der messerscharfen Strophen" halten Einzug "beim Taubnschuster". Die "Original Bauernsfünfer" bieten Musik und Kabarett auf ganz besondere Art: kernig in der Wortwahl, hintergründig, deftig - und das auf Oberpfälzisch.

Dominik Niklas, Diplom-Klarinettist in Köln, und Uli Radl, Sonderschulkonrektor in Eschenbach, boten im Saal des Kulturzentrums zwei Stunden Augen- und Ohrengenuss. Die beiden, die sich gerne als "Da Oine" und "Da Aaner" sehen, warfen Weisheiten wie "Die Sau find't ihre letzte Ruh' in des Bauern Tiefkühltruh' unter das begeisterte Publikum.

Den beiden Vollblutmusikern und -komödianten aus dem Umland von Neumarkt hat Staatsministerin Emilia Müller bereits einmal bescheinigt, dass sie mit ihrer Musik "ein beeindruckendes und unterhaltsames Beispiel" dafür geben, "dass Tradition und Moderne auch in der Oberpfalz gut einhergehen".

Niklas und Radl beschränken sich mit ihren Wortergüssen jedoch nicht auf die Oberpfalz. Nach eigener Aussage "ackern" sie seit Jahren die Kabarettbühnen zwischen dem Chiemsee und Hof um und ernten dafür ein Superlativ nach dem anderen.

In dem zu ihnen passenden Ambiente des "Taubnschusters" kündigten die "Original Bauernsfünfer" - in Karohemd und in die Stiefel gesteckten Hosen - die "Entführung" in einen besonderen Mikrokosmos an. Dazu passte die blau-weiße Totenkopf-Flagge, unter der sie zu einem furiosen Mix von Dialekt und Musik anhoben und so dem Abend einen besonderen Stempel aufdrückten.

Der Saal, er war seit dem Jahreswechsel ausverkauft, tobte vor Vergnügen. In den Texten wurde die ländliche Vita von Dominik Niklas und Uli Radl erkennbar. Beide stellten etwa eine phlegmatische Sau vor, die "a Greicherts wer'n soll", beschrieben hintergründig eine "besondere Spezies" - die des Nachbarn -, und amüsierten mit Abzählreimen, die nicht unbedingt für ein Mädchenpensionat geeignet sind.

So vielfältig wie die Sprüche der "Original Bauernsfünfer" war auch der umfangreiche Fundus ihrer Instrumentengalerie: Keyboard, Gitarre, Kuhhornflöte, Nasenpfeiferl, Trompete, Klarinette, Saxofon, Bass-Klarinette, Glockenspiel, Melodica, "Quetschn" und Windmaschine. Ihre musikalischen Variationen glichen einer wilden Mixtur aus Jazz, Blues, Volksmusik, Country und auch einem Schuss Tango. Südliches Flair machte sich etwa breit, als Uli Radl die "Schmie-Kuni" besang, die nach Spanien auswandert, um nicht den Hof ihrer Eltern übernehmen zu müssen.

Die "Original Bauernsfünfer" verstanden es, Ohrwürmer, garniert mit ihren vortrefflichen Weisheiten, in Szene zu setzen. Das Publikum hing an ihren Lippen und wartete vergnüglich auf nicht enden wollende "Überraschungen". Dazu gehörte auch der "Hutzawackl", der durchs Dorf geht und mit Glockenschlägen und Sirenengeheul erschreckt. Ihren Heimatort mit 150 Einwohnern und 2 Wirtshäusern beschrieben sie schlitzohrig mit: "Dou rennt doch der Ratz an Acker affi."

Instrumental und vokal glänzten die "Original Bauernsfünfer" als Virtuosen, denen die Herzen der Zuhörer zuflogen. Nach erklatschten Zugaben dankte Uli Radl Karlheinz Keck, dem Vorsitzenden des Heimatvereins, dafür, was er mit dem "Taubnschuster" auf die Beine gestellt hat und wünschte sich eine Kleinkunstreihe. Während einer gesprächsintensiven Pause hatte der Verein seine Gäste mit Imbiss und Getränken versorgt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.