07.07.2017 - 20:02 Uhr
Oberpfalz

Polizeichef Reiner Striegl verabschiedet und Nachfolger Werner Stopfer eingeführt Feierlicher Großeinsatz

Selten waren so viele Polizisten in Eschenbach, aus Regensburg kommt am Freitag sogar die Führung der Oberpfälzer Polizei zur Verstärkung ins Malzhaus. Statt um Straftaten geht es dort aber um einen Abschied und um ein Willkommen.

Die Hauptpersonen mit ihren Liebsten: (von links) Werner, Julia, Alexandra und Roswitha Stopfer sowie Mechthild, Reiner und Florian Striegl. Bild: wüw (2)
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Eineinhalb Stunden Ansprachen, sieben Redner, nur unterbrochen vom Eschenbacher Streichquartett. Alle setzten dabei andere Schwerpunkte, aber keiner ließ einen Zweifel: Eschenbachs Polizeiinspektion hatte mit Reiner Striegl den richtigen Leiter und wird mit Werner Stopfer weiter den richtigen Mann an der Spitze behalten. Polizeipräsident Gerold Mahlmeister und sein Stellvertreter Michael Liegl waren am Freitag ins Malzhaus gekommen, um Striegl in den Vorruhestand zu verabschieden und Stopfer als Nachfolger einzuführen.

Im Juni begann für Striegl die Freistellung der Altersteilzeit, wegen des Resturlaubs ist er seit drei Monaten nicht mehr im Dienst. Am Freitag zog er un noch einmal die Uniform an. Im Jahr 1973 begann die Laufbahn als Polizeipraktikant in seiner Heimatstadt, nun beendet er sie ebendort als Erster Polizeihauptkommissar. Striegl erinnerte in seinen Abschiedsworten an die 44 Jahre dazwischen, die Erfahrungen in der Großstadt-Inspektion in Nürnberg, die gezeigt haben, "dass es am Land doch auch ganz schön ist". Der 60-Jährige erinnerte sich an eine Wolfsjagd im Jahr 1975. Ein Tier aus dem Naturpark im Bayerischen Wald war entkommen, und die Bevölkerung war so in Sorge, dass ganze Hundertschaften wochenlang auf Lichtungen dem Tier auflauerten. Der Wolf sei schlau genug gewesen, sich nicht zu zeigen. Der scheidende Polizist blickte auch in die Zukunft, für die er Änderungen in der Personalplanung anregte. Neue Wege seien nötig, um die Aufgaben zu bewältigen, ohne Bürgernähe zu verlieren. Bereits in den 1990er Jahren habe er in Auerbach gute Erfahrungen mit dem Eisernen Schutzmann gemacht.

Sein Nachfolger Werner Stopfer betonte, wie sehr er sich über seine Bestellung freue. Dass er diese Stelle übernehmen kann, sei für ihn als bisherigen Stellvertreter keine "gemähte Wiese" gewesen. Der Grafenwöhrer versprach, sich bei seinem "Heimspiel" mit voller Kraft einzubringen und entschuldigte sich vorab bei seiner Frau Roswitha und den Töchtern Julia und Alexandra, die schon bisher immer wieder auf Mann und Vater verzichten mussten, weil der Dienst rief: "Das wird die nächsten Jahre wohl nicht besser", sagte Stopfer zu seinen drei Frauen, die in der ersten Reihe Platz genommen hatten, genau wie Striegls Frau Mechthild und Sohn Florian. Neben guter Kontakte und Ortskenntnis werde auch die Erfahrung der vergangenen sechs Jahre als Stellvertreter helfen. Dafür dankte Eschenbachs neuer Polizeichef seinem Vorgänger, besonders für die Möglichkeit, viel es in Eigenverantwortung zu erledigen.

Vor den Hauptpersonen hatte Polizeipräsident Mahlmeister Stopfer und Striegl gewürdigt. Er hob die niedrige Zahl an Straftaten und die hohe Aufklärungsquote hervor. Das spreche für die gute Arbeit der 39 Beschäftigten an der Inspektion. "Aber eine gute Mannschaft braucht einen guten Kapitän", lobte er Striegl. Werner Stopfer habe in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, "dass er mit Leib und Seele Polizist ist", es gebe keinen Zweifel, den richtigen Nachfolger gefunden zu haben.

Auch Mahlmeister hob Stationen der Polizeilaufbahnen hervor, unter anderem ging er auf den Einsatz beider in Wackersdorf ein und schlug einen Bogen zu den aktuellen Straßenschlachten beim G20-Gipfel in Hamburg. Er wünsche sich angesichts der Bilder mehr Durchsetzungsstärke für den Staates. "Wollen wir hoffen, dass unsere bayerischen Kollegen gesund aus Hamburg heimkehren."

Die Begrüßung hatte zuvor Mahlmeisters Stellvertreter übernommen. Michael Liegl hob dabei die vielen Kontakte hervor, die für gute Polizeiarbeit nötig sind. Er freue sich, dass Vertreter aus Justiz, Landtag, Kirche, Forstverwaltung, US-Armee, Schulen, Feuerwehr, Rettungswache, Bauamt, Kommunen und Landkreis gekommen waren. Natürlich ließen sich auch viele polizeiliche Weggefährten den Anlass nicht entgehen. Für den Landkreis bedankte sich stellvertretender Landrat Albert Nickl, für die Kommunen Eschenbachs Bürgermeister Peter Lehr. Für den Personalrat der Polizei sprach Franz Eichenseher. Er war der einzige, der etwas Kritik übte, aber nur an Mahlmeisters Hinweis auf die gute personelle Ausstattung der Oberpfälzer Polizei. Die anwesende Landtagsabgeordnete Annette Karl diente ihm als Kronzeugin.

Eine gute Mannschaft braucht einen guten Kapitän.Polizeipräsident Gerold Mahlmeister
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