12.01.2018 - 09:27 Uhr
Oberpfalz

Räume der Offenen Ganztagsschule dienten früher unterschiedlichsten Zwecken: Werkraum, Schulraum, Abstellraum

Die Räumlichkeiten, die heute die offene Ganztagsschule beherbergen, nutzten früher Schülergenerationen zu anderen Zwecken. Unter der Regie von Rektor Leopold Kies, er entstammte einer Egerländer Schreinerfamilie, wurden diese zu einem großflächigen Werkraum ausgestaltet. Die Baugeschichte reicht jedoch noch weiter zurück.

Das Essen für die "Ganztagsschüler" liefert die Kemnather Krankenhausküche. Bilder: rn (2)
von Walther HermannProfil

Nachdem sich nach dem Zweiten Weltkrieg Eschenbachs Einwohnerzahl durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen von rund 1500 auf mehr als 3000 erhöht hatte und die Räumlichkeiten der Volksschule, des späteren Pfarrheims, die Schüler bei weitem nicht mehr aufnehmen konnten, stand die Stadt in der Pflicht.

Es wurde damals unter anderem sogar im Sitzungssaal des Rathauses unterrichtet. In der Jahnstraße entstand gegenüber dem Kreiskrankenhaus ein Neubau, in dem ab September 1952 unterrichtet wurde. An der Südseite des Kellergeschosses befand sich ein großer hallenmäßiger Raum, der auch von den Schülern der Privaten Realschule (Gymnasium) als Turnhalle genutzt wurde. Als wenige Jahre später Raumbedarf für eine Berufsschule bestand, erhielt dieser Raum eine Trennwand und diente bis zum Bau einer eigenen Berufsschule im weiteren Verlauf der Jahnstraße Unterrichtszwecken.

Es dauerte noch bis zum Jahr 1964, bis eine den Erfordernissen eines geregelten Sportunterrichts angemessene Turnhalle genutzt werden konnte. In der damaligen Planung unter Architekt Georg Stange war in ihrem Untergeschoss sogar eine Schwimmhalle angedacht. Deren Einbau unterblieb jedoch. Genutzt wurde es vom Städtischen Bauhof. Als dieser umzog und die Gebäude des Straßenbauamts an der Stelle des heutigen Feuerwehrhauses übernahm, wurde Rektor Leopold Kies aktiv. Nach Einbringen eines minderwertigen Betonbodens richtete der leidenschaftliche Hobbyschreiner im Turnhallenkeller einen Werkraum ein. Er organisierte Schränke aus dem aufgelassenen Schullandheim (heute Freizeitanlage Rußweiher) und Maschinen des insolventen Möbelwerks Himolla an der Pressather Straße. Als Kies zum Ende des Schuljahres 1981/82 "im jugendlichen Alter von 64 Jahren vom Staat die Rote Karte erhielt", legte er Wert darauf, dass er künftig nur noch als "Schreiner" angesprochen werde. Mit der Einweihung des Erweiterungsbaues der Volksschule am 24. Oktober 2006 war auch das Ende der Kies'schen Werkraumlandschaft besiegelt. Der Unterricht findet seither im Keller des Hauptgebäudes statt.

Das Untergeschoss der Turnhalle diente nur noch als Abstell- und Lagerfläche für unterschiedlichste Gerätschaften. Es glich einer großen Rumpelkammer. Hausmeister Udo Drechsler hatte die Aufgabe, die angesammelten "Schätze" zu entsorgen.

 

 

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