05.03.2018 - 16:38 Uhr

Retter auf dem Eise Wasserwacht probt im Rußweiher

Hilfe! Ein Mensch ist auf dem Rußweiher auf dem Eis eingebrochen. Jetzt kommt es auf jede Minute an. Was tun? Die Mitglieder der Wasserwacht Eschenbach wissen es nun. 

Auf dem Rettungsschlitten wird der ins Eis eingebrochene Mensch, hier Uwe Conrad, von einem ausgebildeten Wasserretter (Moritz Kallmeier) gezogen und dann festgehalten. Einige Kraft kostet es die vier Helfer am Uferrand, den Schlitten in den sicheren Bereich zu ziehen. Bild: myd
von Doris MayerProfil

 Bei einer Übung unter idealen Bedingungen probten die Aktiven der Eschenbacher Wasserwacht am Sonntag den Ernstfall. Das leicht angetaute Eis am Rußweiher sorgte für realistische Bedingungen. Während der vergangenen Woche stand die Wasserwacht in den Startlöchern, um am Weiher Glühwein, Punsch und Bratwurst anzubieten. Weil die Stadt die Freigabe nicht erteilte, nutzten die Wasserwachtler die Chance zur Übung. Kritik an der Stadt - wie am Samstag von Eschenbachern auf Facebook - gab's von der Wasserwacht nicht.

Unter andere deshalb, weil für die Übung kein Loch ins Eis geschnitten werden muss: Auf Höhe des zwölften Bootshauses ist eine Stelle trotz der Eiseskälte der Vortage nicht zugefroren. Mit Schwimmwesten und Einsatzkleidung gesichert zeigen die Aktiven, wie ein Mensch idealerweise gerettet wird. "Der Eigenschutz geht vor. Wer sich auf dem Eis bewegt, muss eine Schwimmweste tragen. Übungsopfer, Retter und Rettungsschlitten werden vom Ufer aus gesichert", sagt Einsatzleiter Josef Ott.

Uwe Conrad "bricht", unter der Kleidung mit einem Tauchanzug versorgt, zuerst ein. Er versucht selbst, das Wasser zu verlassen. Doch auch der Profi hat kaum eine Chance, der Eisrand ist nicht stabil, die nasse Kleidung zieht nach unten. Andreas Ott, mit Wasserretteranzug und Seil gesichert, näherte sich der Einbruchstelle. Auf dem luftgefüllten Schlitten wagt er sich über die Bruchkante und fasst "das Opfer" unter den Achseln. Ein Handzeichen ans Ufer und vier Helfer ziehen den Schlitten zurück. Übung geglückt! In mehreren Durchgängen wird geübt, die Zugtechnik optimiert, das Übungsopfer anders platziert. "Es ist schwer, jemanden rauszuziehen", gibt Wasserretter Moritz Kallmeier zu. Später springt auch er als Opfer ins eiskalte Wasser.

Zahlreiche Kinder und Jugendliche der Wasserwacht und Passanten verfolgen das Geschehen. Besonders staunten die jungen Wasserwachtler, als Uwe Conrad Eisplatten unterschiedlicher Stärke und Dichte zeigt und demonstriert, wie fragil das Eis am Wasserloch ist. Das Interesse der Kinder ist geweckt, sie wollen auch als Retter ausgebildet werden. Jugendleiterin Mirjam Rubenbauer erklärt, welche Voraussetzungen dazu nötig sind.Was die Übung am Rußweiher auch zeigt: Von Wegschau-Mentalität kann in Eschenbach keine Rede sein. Bei der Leitstelle gingen mehrere Anrufe ein, die eine eingebrochene Person meldeten. Auch die Eschenbacher Polizeiinspektion erhielt direkt Alarmmeldungen. Weil die Inspektion selbst nicht eingeweiht war, mussten die Helfer der Wasserwacht der Steife erklären, dass es sich um eine Übung handelte.

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