06.07.2017 - 17:56 Uhr
Oberpfalz

Schlechte Chancen für Schüler und Studenten: Ferienjobs sind "Old School"

Egal ob in Städtedreieck oder Kemnather Land: Ferienjobs sind selten geworden. Einige Firmen wie ATP in Pressath leisten aber etwas Abhilfe.

Viele Betriebe in der Region wollen lieber ausbilden, als Ferienjobber zu beschäftigen. Grafik: nt/az
von Externer BeitragProfil

Eschenbach/Kemnath. (pleb) Ferienjobs gibt es wie Sand am Meer - das war einmal. Dutzende Telefonate in der nordwestlichen Oberpfalz zeigen: Für Schüler und Studenten gestaltet sich die Suche nach einem Arbeitsplatz zur Aufbesserung des Taschengeldes schwieriger als gedacht. Dabei gibt es verschiedene Gründe, weshalb Firmen keine Ferienarbeiter einstellen.

Bei der Recherche im Internet stoßen Schüler oft auf diese Meldung: Keine Treffer zu "Ferienjobs". Auch Personalabteilungen können nicht weiterhelfen. Die Autowerkstatt Johann Kausler in Immenreuth, zum Beispiel, macht bei der Anfrage gar keine Hoffnung. Genauso die Stadtverwaltung in Erbendorf oder Kemnath. Grund: In den Ferienmonaten ist das Personal ohnehin knapp. Daher sei es schwierig, sich neben Verwaltungsaufgaben auch noch um Schüler zu kümmern. Erste Hoffnungen weckt die Schlossschänke in Kaibitz: Ein Ferienjob wäre theoretisch am Wochenende möglich. Praktisch beginnen in kürze Umbauarbeiten - auch hier steht es also schlecht um die begehrten Plätze.

Weiter geht's mit der Großmetzgerei Ponnath in Kemnath. Hier werde bedarfsgerecht geplant, ist am Telefon zu erfahren. Das bedeutet: Bewerbung werden zwar angenommen, aber die Aussichten auf einen Job stehen derzeit schlecht. Deshalb gibt es keine offizielle Ausschreibung. Es folgen weitere Absagen. Die Firma Novem in Vorbach ist bei der Anfrage nach einer Stelle zurückhaltend. Ferienarbeiter sehe der Betriebsrat nicht gerne.

Auto-Teile-Pöllath in Pressath sind die ersten, die Hoffnung auf einen Ferienjob machen: Grundsätzlich können sich Schüler hier ihr Taschengeld aufbessern - wenn es zeitlich geht und die Tätigkeit passt. Im Callcenter, in der Logistik oder im Marketing gebe es Plätze. Der Lohn richtet sich nach der Abteilung.

Ein Blick auf eine Umfrage im Jahr 2008 belegt den vermuteten Trend. Damals gab es deutlich mehr Ferienjobs. Knapp zehn Jahre später gestaltet sich die Suche schwieriger. Dagegen weisen fast alle Unternehmen auf ihren Internetseiten Ausbildungsplätze aus. Anscheinend setzen Unternehmen eher darauf, junge Leute längerfristig zu halten und sie dafür auszubilden, als auf Kräfte, die nur kurze Zeit im Betrieb aushelfen.

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