04.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Sportangler haben Kormoran und Fischotter im Visier Klage über "besondere Freunde"

Bei den Sportanglern ist Kontinuität angesagt. Die Angelfreunde bestätigen in der Generalversammlung die Führungsspitze um die Vorsitzenden Martin Schusser und Günther Ring nahezu vollständig in ihren Ämtern. Im Vereinsheim wird allerdings auch Kritik laut. Im Visier: die "besonderen Freunde" der Angler.

von Walther HermannProfil

Mit Blick auf den Kormoran kündigte Martin Schusser Vergrämungsmaßnahmen an. Verhindert werden sollen neue Brut- und Niststätten des "Fischliebhabers", der täglich 1,5 Kilogramm Fisch vertilgt. Der Vorsitzende rief dazu auf, Wohn- und Schlafplätze des Vogels zu melden.

Nach Kormoran, Reiher und Mink ist nun auch der Fischotter in den Gewässern nachgewiesen. Harte Kritik übte Schusser an der Entschädigungsregelung. "Im Gegensatz zu Züchtern erhalten Fisch- und Angelvereine bei Verlusten in ihren Weihern durch Fischotter keine Entschädigung", teilte er mit.

In seinem Bericht über eine Tagung des Wasserwirtschaftsamts zur Wasserrichtlinienverordnung befasste sich der Vorsitzende mit dem Monitoring der Fauna-Flora-Habitat-Vorgaben an Gewässern. Eindringlich rief er dazu auf: "Hier müssen wir am Ball bleiben." Die aus Brüssel kommenden Verordnungen kritisierte er mit den Worten: "So chaotisch sind sie auch hinsichtlich bestimmter Fischarten." Als Beispiel von Weisungen vom grünen Tisch nannte er den "Frauennervling". Dieser benötige jedoch einen Wasserstand von 1,5 Meter, der in keinem der heimischen Fließgewässer erreicht werde.

Schusser verwies auf ein Büro, das das Wasserwirtschaftsamt in Amberg eingerichtet hat. Er hielt es für erforderlich, Versammlungen dort zu besuchen, um mitreden zu können. Er befürchtete, dass sonst "über die Köpfe der Vereine entschieden wird".

"Winterschäden in unseren Gewässern sind nach bisherigen Erkenntnissen gering", freute sich der Vorsitzende. Er berichtete von Sitzungen der Fischereiaufseher, deren Tätigkeit immer wichtiger werde. Insbesondere sprach er den waidgerechten Umgang mit Fischen und Müllprobleme an. Schusser nannte dann Termine für die Gewässerbegehung sowie das Anangeln und rief zur Mitarbeit beim Fischer- und beim Bürgerfest auf. "Der dreistachlige Stichling ist der Fisch des Jahres 2018 und kommt auch in der Haidenaab vor", teilte er zudem mit.

"Unsere Jungangler haben sich im vergangenen Jahr zu zwölf Gruppenstunden getroffen", informierte Florian Schusser. Der Jugendleiter sprach die erfolgreiche Teilnahme am Frankenwaldcup, der während eines mehrtägigen Zeltlagers des Fischereivereins Liechtenstein ausgetragen wurde, das vereinseigene Zeltlager mit 20 Teilnehmern, Praktikstunden sowie Schulungen zum Hecht- und Karpfenangeln an. Rund um den Rußweiher wurde eine Ramadama-Aktion veranstaltet.

Von einer soliden Kassenlage zeugte der Bericht von Richard Götz. Zu den Anschaffungen zählte er einen Laptop und einen gebrauchten Fendt-Bulldog, der für Mäharbeiten und Futtertransporte eingesetzt wird. Bei der Aussprache zur Satzungsänderung wurden verschiedene Vorschläge angenommen, die in die Texte einfließen sollen. Die überarbeitete Version wird erneut vorgelegt.

Beeindruckt von der Leistung der Sportangler zeigte sich Klaus Lehl. Er bescheinigte dem Verein, einem "kleinen Wirtschaftsunternehmen", eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt. "Verschiedene Arbeiten, insbesondere im Bereich des Naturschutzes, kommen auch der Stadt zugute", erklärte der dritte Bürgermeister und übergab ebenso wie Dieter Kies eine Spende für die Jugendarbeit. Auch der Stadtverbandsvorsitzende würdigte die Arbeit des Vereins, die neben der Gewässerpflege dem Schutz unersetzlichen Naturraumes diene.

Der neue Vorstand

Die Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Martin Schusser, Stellvertreter Günther Ring, Kassier Richard Götz, stellvertretender Kassier Herbert Klarner, Schriftführer Kurt Seidler und Jürgen Edl, Gewässerwarte Ralf Schlottke und Stefan Eibl, Jugendleiter Florian Schusser, stellvertretender Jugendleiter Philipp Böhm (neu), Gerätewarte Gerhard Gradl und Wolfgang Hann, Hallenwarte Elke Schusser, Roland Pemp (neu) und Rita Pemp, Obmann der Fischereiaufseher Uwe Schertel. Die Zahl der Beisitzer erhöht sich von fünf auf acht. Die Kasse prüfen Ludwig Bauer und Martin Schmidt. (rn)

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