Stade Stunden
Kleintierzüchter verzichten bei Lokalschau auf Geflügel

Schwer haben es derzeit die Kleintierzüchter. Für das prachtvolle Federvieh besteht wegen der Vogelgrippe Stallpflicht. Die Lokalschauen hängen deshalb in der Warteschleife. Auch die Kreisschau, die zur Jahreswende in Eschenbach stattfinden soll. Wohl dem Verein, der neben gurrenden und gackernden Exemplaren auch schweigsame Tiere zeigen kann.

Ungewöhnliches und doch wieder Vertrautes empfing die Freunde der Kleintierzucht am Wochenende im Züchterheim des Vereins am Birschlingweg. Der Dezember ist für die Züchter Ernte- und Lokalschauzeit. Die aktiven Mitglieder präsentieren in einer Lokalschau ihre Zuchterfolge. Doch in diesem Jahr ging es in der Ausstellungshalle ruhiger zu. Nichts war's mit dem "musikalischen Empfang" der Besucher durch Tauben, Enten, Gänse, Hühner und Gockel. Geschuldet war die Atmosphäre der zeitlichen Zweiteilung in die Kaninchenschau und in die Kreisgeflügelschau. Allerdings ist die Lokalschau auf Kreisebene mit 600 zu erwartenden Tieren immer noch in der Schwebe, wie Eschenbachs Vorsitzende und Organisationsleiter, Werner Kennel, mitteilte.

63 Rassetiere

Anstelle der üblichen Geräuschkulisse herrschte die "Lautstärke" einer Kunstausstellung. Stade Stunden in einer staden Zeit. Und doch hatte der Kleintierzuchtverein um Kennel und die Ausstellungsleiter Josef Dötterl und Alexander Sporr keine Mühen gescheut, um der Lokalschau im kleineren Rahmen zum Erfolg zu verhelfen. "Jetzt erst recht", hieß die Devise der Züchter. Die Ausstellung war deshalb die große Chance der Kaninchenzüchter, ihre glänzend präparierten Langohren in das Blickfeld zu rücken. 63 Rassetiere, ausgestattet mit allen Merkmalen edler Abstammung, knabberten in den Ausstellungskäfigen unbeeindruckt von den Blicken der Besucher unentwegt dahin. Ein gekonnter Griff der Schiedsrichter in das weiche Oberkleid beendete vorübergehend das lautlose Schauspiel. Mit geübten Blicken nahmen die Gutachter Karl Schön aus Oberlind und Christian Weißenberger aus Bayreuth die stillen Vierbeiner in Augenschein.

Sechs "vorzügliche" Züchter

Acht Rassen hatten die Prüfer zu beurteilen. Blaue, weiße und graue Wiener, Rote Neuseeländer, Zwergwidder, Zwerg- und Castor-Rexen oder Hermelin. Jedes Exemplar wurde nach Herkunft, Gesamteindruck, Oberkleid und weiteren Rassemerkmalen beurteilt. Den Experten entging kein Detail. Immer dabei: Josef Dötterl, die tragende Säule der Kaninchen-Sparte. Mit Spannung warteten der Berndorfer mit seinem Kollegen Alexander Sporr aus Pressath und die sieben Züchter auf die Noten, die von vorzüglich bis gut reichten. Gleichzeitig vergaben die Schiedsrichter Punktzahlen bis zu einem Höchstwert von 97,5 Punkten. Auch die bunten Rosetten an den Käfigen signalisierten überdurchschnittliche Zuchterfolge. Sechsmal vergaben die Gutachter die Bestnote.

Näheres ist bei der Meisterschaftsfeier im Januar 2017 zu erfahren, bemerkte Kennel, der trotz aller Umstände mit der Ausstellung zufrieden war. Für Ausstellungs- und Spartenleiter Josef Dötterl stand selbstverständlich die Bestätigung der Zuchterfolge im Vordergrund der Schlussbilanz. "Es gab viele Sieger. Kein Wunder bei den schönen Tieren", freute sich der Zuchtwart. "Noch nie war der Blick auf Rasse-Kaninchen so intensiv", meinte ein dazu Besucher.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.