15.02.2018 - 20:00 Uhr

Stadtpfarrer Thomas Jeschner erläutert im Aschermittwochs-Gottesdienst den Sinn der Fastenzeit Heilsamer Verzicht

"Asche aufs Herz", heißt es am Aschermittwoch. Gegensätzlicher könnte der Tag nicht sein: Aschenkreuz oder Schokoladenherz, Buß-Appelle zum Beginn der Fastenzeit oder rote Rosen zum Valentinstag. Der Kalender führt heuer zu einer außergewöhnlichen Konstellation.

von Robert DotzauerProfil

In der Stadtpfarrkirche Sankt Laurentius war es die Erinnerung an die Vergänglichkeit des Lebens, die zahlreiche Gläubige zusammenführte. Mit dem Aschermittwoch begann für die Christen die 40-tägige Buß- und Fastenzeit. Die Zahl 40 steht dabei nach biblischer Tradition für einen Zeitraum, in dem ein Neubeginn möglich wird.

Früher galten dabei strenge Regeln. An den Fasttagen durfte man nur einmal eine volle Mahlzeit zu sich nehmen und musste sich am Morgen und am Abend mit einer kleinen Stärkung begnügen. "So streng sind die Sitten nicht mehr", betonte Stadtpfarrer Thomas Jeschner im Gottesdienst.

In seiner Predigt sah der Geistliche den Sinn der Fastenzeit darin, sich selbst und seinen Lebensstil so zu ändern, dass durch Besinnung und Gebet oder/und durch heilsamen Verzicht das Leben gewinnen könne und mehr Zeit bleibe für Gott und die Mitmenschen. Eine Zeit der Umkehr und Buße habe deshalb begonnen, betonte der Prediger und sagte frei nach Hermann Hesse zum Beginn der Fastenzeit: "In jedem Anfang wohnt ein neuer Zauber." Mit Blick auf den Zauber der Fastenzeit empfahl er, eine innige Beziehung zu Gott herzustellen, das Leben im Licht des Glaubens zu überprüfen und losgelöst von den Zwängen des Alltags Verzicht zu üben.

In den Gottesdienst eingebunden war der Ritus der Aschenauflegung. Jeschner und Pfarrer Chinedu Paul Ezenwa zeichneten den Gläubigen jeweils ein Kreuz aus Asche auf die Stirn und sprachen dazu den Vers aus dem Markus-Evangelium: "Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium."

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