Trauerredner würdigen Verdienste des langjährigen Kommunalpolitikers Martin Schusser
"Viele kleine Taten" als nachhaltiges Erbe

"Er verfolgte seine Anliegen nicht mit lautem Getöse, sondern mit Ruhe und Gelassenheit, aber hartnäckig", sagte Bezirksrat Richard Gaßner in seiner Würdigung der Lebensleistung Martin Schussers.
 
Zusammen mit dem ehemaligen Stadtpfarrer Andreas Uschold betete eine große Trauergemeinde auf dem Friedhof für Martin Schusser. Mitglieder der Krieger- und Soldatenkameradschaft sowie des SPD-Ortsvereins hatten den Sarg zum offenen Grab getragen. Bilder: rn (2)

Die Trauerredner würdigten einen "hoch verdienten, engagierten und weit über die Landkreisgrenzen hinaus geschätzten und anerkannten Kommunalpolitiker", wie Landrat Andreas Meier sagte: Am Mittwoch wurde Martin Schusser, der Ende Dezember im Alter von 86 Jahren verstorben war, auf dem Friedhof zur letzten Ruhe gebettet.

Das Requiem in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius zelebrierten Pfarrer Thomas Jeschner und sein Vorvorgänger Monsignore Andreas Uschold. In seiner Predigt sprach der ehemalige Stadtpfarrer vom Suchen nach echtem Trost in der Stunde des Todes. Diesen biete der Glaube. Uschold zitierte Franz von Assisi und andere, nach denen der Tod das Tor zum Licht und "unsere Heimat im Himmel" ist. Das Wie übersteige allerdings alle Vorstellungskraft.

"Die Spuren deines Lebens und deiner Hände Werk werden stets in uns lebendig sein", versicherte Bürgermeister Peter Lehr in seiner Würdigung Schussers. Dessen Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und Toleranz über Parteigrenzen wertete er als Grundlage für das sieben Mal erhaltene Vertrauen bei Stadtratswahlen. Lehr bescheinigte dem langjährigen Kommunalpolitiker "Beharrlichkeit beim Erreichen vom ihm eingebrachten Ideen und Visionen, deren Nachhaltigkeit bis zum heutigen Tag wirkt". Er zählte konkrete Maßnahmen während der 42-jährigen Stadtratstätigkeit Schussers auf und sagte Dank für das Engagement, die auf Ausgleich beruhende Lebenseinstellung und die Mitarbeit zum Wohle der Stadt.

In acht Ausschüssen

Landrat Andreas Meier bescheinigte Martin Schusser ebenfalls besondere Eigenschaften, die eine gute und tragfähige Basis für die Zusammenarbeit über Parteigrenzen bildeten. Als Kreisrat habe sich der Eschenbacher 36 Jahre lang in 8 verschiedenen Ausschüssen schnell einen Namen gemacht und sich darüber hinaus jeweils 18 Jahre im Zweckverband Gymnasium und Wirtschaftsschule sowie als Verbandsrat der Sparkasse eingebracht.

"Martin Schusser schaute immer darauf, dass nicht nur in Regensburg investiert wurde. Er verfolgte seine Anliegen nicht mit lautem Getöse, sondern mit Ruhe und Gelassenheit, aber hartnäckig." Einer Laudatio glich auch der Nachruf von Richard Gaßner aus Kümmersbruck, der für Bezirks- und Kreistag sowie SPD-Führungsgremien sprach. Nach der Aufzählung der Einrichtungen des Bezirks und von herausragenden Kultureinrichtungen, deren Förderung sich Schusser 24 Jahre lang verschrieben hatte, kam Gaßner zu dem Schluss: "Sein Arbeits- und Lebensstil waren nicht große Schlagzeilen, sondern lieber viele kleine Taten."

"Missionarisch tätig"

Von einem Mann, "dem der SPD-Ortsverein seine Existenz zu einem großen Teil zu verdanken hat", verabschiedete sich Thomas Ott. Er erinnerte an die erfolgreichen Werbeaktionen des Ehrenmitglieds und Ehrenvorsitzenden, der mit der Gründung der Ortsvereine Kirchenthumbach, Oberbibrach und Neustadt/Kulm auch "missionarisch tätig" gewesen sei. Obwohl 42 Jahre im Stadtrat in der Opposition, habe Schusser es verstanden, "wichtige Maßnahmen und Entscheidungen auch mit unüblichen Mitteln in die Wege zu leiten". Als markante Beispiele nannte der Redner das Industriegebiet am Stadtwald und die Altstadtsanierung. Der "unermüdliche SPDler aus Familientradition" habe sich insgeheim über solche Erfolge gefreut, nach außen jedoch nicht damit geprahlt.

Erstmals seit vielen Jahren bewegte sich nach dem Requiem wieder ein langer Trauerzug, angeführt von der Stadtkapelle und der Fahnenabordnung der Krieger- und Soldatenkameradschaft, zum Friedhof. Mitglieder von Kameradschaft und SPD trugen den Sarg zum Grab. Monsignore Andreas Uschold und die Stadtkapelle gestalteten dort die Beisetzungszeremonie, bei der auch drei Böllerschüsse nicht fehlten.

Jeweils über ein halbes Jahrhundert MitgliedAuch die Gesellschaft "Frohsinn" verdankt Martin Schusser ihre Existenz. Davon zeigte sich Vorsitzender Erwin Dromann in seinem Nachruf bei der Beerdigung überzeugt.

Er maß der Öffnung der Gesellschaft für Frauen, die Schusser während seiner zwölfjährigen Amtszeit bewirkt hatte, einen existenziellen Stellenwert bei. Dromann bedankte sich beim Ehrenpräsidenten für mehr als 50 Jahre Zugehörigkeit und trug die Vereinshymne vor, die Schusser "unzählige Male angestimmt hatte".

Seit mehr als 50 Jahren war Martin Schusser auch Mitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Manfred Dörner ließ Kriegseinsatz und Ehrungen seines verstorbenen Kameraden Revue passieren. (rn)
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