Turnhalle wird Glasbläserwerkstatt

 
Helmut Sommer überlistete die Schüler mit einem Wasserstrahl im, "Rückwärtsgang". Bild: rn

Nach dem Besuch aus dem Coburger Land haben die Schüler der Markus-Gottwaltschule einen neuen Berufswunsch: Sie wollen nun Glasbläser werden.

Eine Stunde lang begeisterten Sabine und Helmut Sommer aus dem Coburger Land die Eschenbacher Grundschüler. "Es wird allen schön warm werden", kündigte der Inhaber eines Familienbetriebes Schülern und Lehrkräften an. Warm wurde es während der handwerklichen Lehrstunde nur den Glaskolben und Glasstäben, aus denen durch die Flamme eines Gas-Luft-Gemischs und durch besondere Blastechnik Schmuckstücke entstanden.

Viele kleine bunte Glastiere zierten den Tisch, der den Gästen als Handwerksplatz diente. Deren Ziel war es, den Schülern einen Einblick in das Handwerk der Glasbläser zu geben. Helmut Sommer kündigte ein Erlebnis an, das auch im Erwachsenenalter noch unvergessen bleibe. Er stellte seinen Familienbetrieb vor, in dem fünf Glasbläser seit 30 Jahren tätig sind. Große Augen machten die Schüler, als sie erfuhren, dass in der oberfränkisch-thüringischen Grenzregion mehr als 400 Glasbläser bei Höchsttemperaturen von 1000 Grad täglich viele kleine Glasartikel herstellen.

Wie relativ schnell aus einem Glaskolben eine Christbaumspitze entstehen kann, führte Sabine Sommer vor. "Die Spitze in Falten legen" lautete einer ihrer Arbeitsprozesse. Wegen des schnellen Abkühlens des Glases hielt sie ein schnelles Arbeiten für unverzichtbar. Als sie nach dem "Einstechen von Beulen" und nach dem Fertigen der "Aufstecköffnung mit Hilfe von Kerzenwachs" den Schülern die fertige, glänzende Christbaumspitze präsentierte, erntete sie spontanen Applaus.

Über die Herstellung der Farben und die Tätigkeiten der Glasmaler informierte Helmut Sommer. Er führte vor, wie "Farbenspiel" ins Glas kommt und fertigte eine kleine, kunstvolle Vase mit bunter "Fadenglasverzierung" an. Er verstand es, die Schüler zu begeistern und mit wenigen Worten Ruhe einkehren zu lassen. Wirkungsvoll rief er dazu auf: "Bitte etwas ruhiger, sonst platzt das Glas."

Staunend verfolgten die Schüler, wie Sabine Sommer aus einem Glasröhrchen einen Schwan "zauberte". In dieser besonderen Unterrichtsstunde durfte auch ein Aha-Effekt nicht fehlen: Dazu diente der Schwan, dessen Körper mit Wasser gefüllt war. Helmut Sommer blies in das Schwanzende und ein langer, dünner Wasserstrahl überraschte die erste Reihe der Schüler. Sommer machte es spannend. Er verwies auf die kräftigen Lungen, über die jeder Glasbläser verfügen sollte und rief die Schüler zu einem "Lungentest" auf. Deren Hände schnellten spontan nach oben. Er wählte eine Schülerin und einen Schüler aus, die sich über ihr "Glück" freuten. Doch beim Blasen ging der Wasserstrahl nicht nach vorne, sondern nach hinten los. Die Schwäne hatten mehrere kleine Öffnungen. Die Heiterkeit der Mitschüler war enorm.

Rektor Wolfgang Bodensteiner dankte den Gästen für die "tolle Show und die tolle Unterrichtsstunde". Für den Nachmittag kündigte er Kaufmöglichkeiten vor der Turnhalle an. Sabine und Helmut Sommer mussten noch zahlreiche Fragen begeisterter und interessierter Schüler beantworten.
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