07.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Vorzeitiges Ferienende

Schule noch vor Ferienende? Am Eschenbacher Gymnasium haben sich Schüler zusammengetan und lernen gemeinsam.

Sie waren in den Ferien schon fleißig. In der Woche vor Schulbeginn trafen sich Eschenbacher Schüler, um gemeinsam zu lernen. Die "Großen" unterstützten die "Kleinen" dabei als Lehrer. Bild: exb
von Externer BeitragProfil

Ein Ferienprogramm der besonderen Art stand in der letzten freien Woche der Sommerferien am Gymnasium Eschenbach auf der Tagesordnung. "Aufwärmtraining" lautet der Titel. Dahinter verbirgt sich aber keine Sportart. Die Teilnehmer wärmen sich für das neue Schuljahr auf, das in wenigen Tagen beginnt.

Aufwärmtraining heißt also lernen, Aufgaben rechnen, Vokabeln wiederholen und so weiter. Beginn war um 8.15 Uhr - also früh aufstehen und das in den Ferien. Wer glaubt, dass sich dafür kein Kind interessiert, irrt sich. 43 Gruppen mit jeweils höchstens vier Schülern trafen sich in dieser Woche mehrfach. Während Schüler der Klassen fünf bis acht unterschiedliche Fächer und Kurse gewählt haben, um sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten, bietet diese Lernwoche für die Großen aus den Klassen neun bis elf die Möglichkeit, sich als Lehrer zu erproben. Gefragt sind vor allem die Fremdsprachen, aber auch Deutsch, Mathematik oder Physik.

"Woche macht Spaß"

Wer geht denn in den Ferien freiwillig in die Schule? Schon der Gedanke an das frühe Aufstehen müsste doch eigentlich abschrecken. Doch das "Aufwärmtraining" ist seit seiner Einführung vor vier Jahren zu einem festen Bestandteil im Schuljahr geworden. Die Schüler kommen gern - gemeinsam lernen ist schöner als einsam zu Hause am Schreibtisch zu sitzen. Die Eltern wissen, dass sich in der Gruppe die Kinder mit dem Schulstoff beschäftigen.

Aufgabe der Trainer ist es, mit ihrer Gruppe den Stoff des vergangenen Schuljahres zu wiederholen, sich Übungen und Aufgaben auszudenken, gegebenenfalls zu helfen oder etwas nochmals zu erklären. Fragt man die Schüler, weshalb sie in den Ferien freiwillig in die Schule gehen, sind die Gründe ganz unterschiedlich. Diana erzählt, dass sich aus ihrer Klasse viele angemeldet haben, dann wollte sie auch dabei sein. Viele haben sich bereits im Vorfeld mit ihren Klassenkameraden verabredet.

"Es ist zwar Schule und lernen, aber mir macht die Woche total viel Spaß", meint Nicolas. "Alleine lernen ist langweilig, und die Großen sind richtig nett und geben sich total viel Mühe", berichtet Hanna. Jonas aus der sechsten Klasse ist bereits zum zweiten Mal dabei, Oliver schon das vierte aber auch das letzte Mal, da das Aufwärmtraining mit der achten Klasse endet.

Für die jungen "Lehrer-Praktikanten" bedeutet diese Woche, sich den Stoff ihrer Jahrgangsstufe anzuschauen. Schon im Vorfeld haben sie sich die entsprechenden Schulbücher ausgeliehen, sich wieder mit Bruchrechnen, den Zeiten im Englischen oder Deutschaufsätzen in der Unterstufe beschäftigt. Mit Hilfe des Internets, eigenen Unterlagen aus früheren Jahren oder Übungsbüchern wurden Aufgabenblätter erstellt. So manches Aufgabenblatt, das man selbst als Schüler einmal erhalten hat, kam wieder zum Einsatz oder diente als Anregung. Moritz, der sogar kurzfristig noch einen zusätzlichen Kurs übernahm, meint, dass er in dieser Woche nichts Besonderes mehr machen würde, und der Unterricht mit seinen Gruppen mache ihm viel Spaß. Nele wollte eigentlich nur zweimal kommen. Weil ihr die Gruppe und ihre "Lehrerin" gut gefallen hat, hat sie freiwillig "verlängert".

Hilfe vom Elternbeirat

Vormittags in Kleingruppen gemeinsam lernen und wiederholen und sich so in der letzten Ferienwoche wieder langsam auf die Schule einstellen, dieses Angebot wird auch von den Eltern geschätzt. Dies zeigen die jährlich hohen Anmeldezahlen. Deshalb hat sich auch der Elternbeirat wieder bereiterklärt, das Aufwärmtraining finanziell zu unterstützen, so dass die Trainer für ihren Einsatz eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten. Schulleiter Dr. Knut Thielsen dankte dem Elternbeiratsvorsitzenden Herrn Reinhard Scharf für die großzügige Förderung und Studiendirektorin Isabella Beyer für die Organisation.

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