11.04.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Waldjugend und Wasserwacht durchkämmen bei Rama-dama-Aktion die Natur Umweltsünder "an den Pranger"

"Süße, heilige Natur, lass mich gehn auf deiner Spur": Diesen Spruch des Dichters Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750 bis 1819) machten sich nahezu 40 Mitglieder von Waldjugend und Wasserwacht zu eigen. Dabei verfolgten sie allerdings ein ganz bestimmtes Ziel: Sie sammelten bei der alljährlichen Rama-dama-Aktion die Hinterlassenschaften von Umweltsündern ein - und das sorgt stets für Überraschungen.

Die Gruppenleiter Walter Seltmann und Hermann Schmidt sowie Martin Gottsche (von links), der Leiter der Forstdienststelle, freuten sich über den Elan der Kinder und Jugendlichen. Die Mitglieder von Waldläufern und Wasserwacht entdeckten bei der Rama-dama-Aktion diesmal viele Tüten mit Hundekot, Mehrwegflaschen und Müll "mit Patina". Bild: rn
von Walther HermannProfil

Den Status einer "Sonderregion" haben dabei mittlerweile die Straßen und Wege im Bereich Hotzaberg inne. Sprachen die Gruppenleiter Walter Seltmann und Hermann Schmidt im Jahr 2012 von einer "neuen Dimension der Entsorgung in der Natur", als die Waldläufer auf ein "Nest" von Fixerspritzen stießen, zeigten sie diesmal großes Unverständnis angesichts des Verhaltens von Hundefreunden. Nahe der Straßengabelung Hotzaberg fanden die Jugendlichen "nur zehn Meter im Wald" unzählige Tüten mit Hundekot.

Der Aktionsradius der Waldläufer und Wasserwachtler reichte in diesem Jahr von Netzaberg über Thomasreuth und Hotzaberg bis zum Rußweiher und vom Waldlehrpfad über die Schmierhütte bis zur Hammermühle. Bei den Kontrollgängen durch zum Teil neue Bereiche kamen die Jugendlichen mitunter älteren Umweltsünden auf die Spur. Zwischen Netzaberg und Apfelbach etwa entdeckten sie große Plastikbahnen und Bulldogreifen, die bereits "Patina" angesetzt hatten. Auffallend im Vergleich zu früheren Jahren war der deutliche Rückgang an Getränkedosen und die erhebliche Zunahme an Mehrwegflaschen von Brauereien. Daneben brachten die Teilnehmer auch Autoreifen, Maschendraht, Sofapolster, Bauschutt und Kochtöpfe an die Sammelstelle beim Waldjugendheim. Begleitet wurden sie von Martin Gottsche, dem Leiter der örtlichen Forstdienststelle.

Bürgermeister Peter Lehr stattete der eifrigen Suchmannschaft in der Mittagspause einen Besuch ab und dankte ihr mit einem Imbiss für das Engagement. "Das wird wirklich teuer", sagte er an die Adresse von ermittelten Umweltsündern gerichtet. Seitens der Waldjugend kam gar der Vorschlag: "Die gehören an den mittelalterlichen Pranger."

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