04.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Waldkindergarten in Eschenbach eröffnet Natur zu schätzen wissen

Die mehrwöchigen Schnupperstunden sind vorbei. Der Waldkindergarten ist eröffnet. Die Kinder sollen Natur kennen und schätzen lernen.

Die Kinder waren aufmerksame Zuhörer beim "Waldmärchen. Bild: rn (2)
von Walther HermannProfil

Nach nur einjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit nahm der Waldkindergarten am Walderlebnispfad "Holzweg" seinen Betrieb auf. Die Eröffnungszeremonie unter einem Jurtendach begleiteten Bürgermeister Peter Lehr mit Stadträten, Pressaths dritter Bürgermeister Wolfgang Graser, Forstamtsrat Matthias Rupp, Tanja Drechsler als Vertreterin des Kreisjugendamts und die Kindergartenleiterinnen Elvira Brand, Martina Müller und Barbara Krauthahn.

Als wichtigste Personen begleiteten den Start in einen neuen Lebensabschnitt eine kleine Schar munterer Buben und Mädchen, die bereits fünf Wochen lang als Learning-Campus-Waldspielgruppe Erfahrungen gesammelt und dabei Teile des Walderlebnispfades erkundet hatte. Als Zaungäste beobachteten Eltern und Großeltern das muntere Geschehen.

Als Zeremonienmeister wirkte Benjamin Zeitler. "Kinder wachsen in und mit der Natur auf", versicherte der Geschäftsführer von Learning Campus (LC). Er streifte die Geschichte der Waldkindergärten, die in Flensburg begann und heute bundesweit mehr als 1000 Einrichtungen aufweist. In der Eröffnung des Waldkindergartenwagens im vergangenen Jahr sah er einen Beweis dafür, dass die "Idee Waldkindergarten" längst in Eschenbach angekommen ist. Zeitler räumte ein, dass Learning Campus als freier Träger der Jugendhilfe bisher noch keinen Waldkindergarten betreibt. Zur Frage, wie ein solcher nach Eschenbach gekommen ist, sprach er von "Politik am Biertisch mit Martin Gottsche". Der Geschäftsführer dankte dem Stadtrat für das erteilte Vertrauen und verheimlichte nicht den "spannenden Prozess der Betriebserlaubnis, die erst am 23. August 2017 erteilt wurde". Für die tatkräftige Unterstützung und Hilfestellung dankte er dem Jugendamt. Den Beinamen "Antreiber und grünes Herz" vergab er an den zur Zeit verreisten Forstamtsrat Gottsche. Den Wunsch nach einer erlebnis- und lehrreichen Zeit richtete Zeitler an die Kinder, die sich während der Zeit der Ansprachen ausgelegten Brezen widmeten.

Mit Waldpädagogik setzte sich Bürgermeister Lehr auseinander und erklärte: "Im Wald können die Kinder viele Zusammenhänge sinnlich erfahren und nachvollziehen. Sie erfahren den Wechsel der Jahreszeiten, sie können Wachstumsprozesse beobachten und Naturkreisläufe umfassend kennenlernen." Überzeugt zeigte er sich, dass Kinder, die früh einen ethischen Bezug zur Natur entwickeln, ihre Umwelt im späteren Leben als liebens- und schützenswert erachten.

Der Bürgermeister blickte zurück auf die bisherigen Stationen des Waldkindergartens. Die "Zeitschiene" begann mit dem Beschluss des Stadtrats im April 2016 zu einem Antrag der CSU/ÜCW-Fraktion auf Genehmigung eines Waldkindergartens unter der Trägerschaft eines Vereins. Als krönenden Abschluss erwähnte Lehr die Unterzeichnung der Verträge zur Nutzung des Waldkindergartenwagens und des Stadtwalds im vergangenen Juli. Als "Startzeichen" überreichte Klaus Lehl Trekking-Rucksäcke und eine Geldspende.

Als Planerin des Waldkindergartens stellte Lydia Wetzel die Walldorferzieherin Delia Asim mit 18-jähriger Berufserfahrung und die Erzieherin Antonia Schindler vor und prophezeite: "Gib Kindern einen dürren Ast und es werden Rosen sprießen." Zum Auftakt lasen Asim und Schindler mit ein Waldmärchen und machten einen Erkundungsgang.

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