05.10.2017 - 21:32 Uhr
Oberpfalz

Millionen-Investition von Elma-Anlagenbau in Eschenbach Betriebsnachfolge geglückt

Hunderte mittelständische Unternehmer in der Oberpfalz ringen um Lösungen für die Betriebsnachfolge. Ein geglücktes Beispiel für die Zukunftssicherung einer Firma findet sich in der nördlichen Oberpfalz.

Für eine Zuckerfabrik in Polen sind diese Abluft-Kamine aus Edelstahl bestimmt. Angesichts der Kapazitäts-Engpässe plant die Firma Elma eine Millionen-Investition. Bilder: cf (2)
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

"Die Zeichen stehen auf Expansion. Die Auftragslage ist extrem gut." Alfons Meierhöfer und seine Frau Gabriele übernahmen zum 1. Januar die Elma-Anlagenbau von der bisherigen Inhaberin Karin Dürr. Die 75-Jährige trennte sich altersbedingt von ihrer Firma. Mit der Komplett-Übernahme in der vollen Rechtsnachfolge stellt der Erbendorfer Unternehmer seine Fertigungspalette noch breiter und vielfältiger auf. Die seit 1978 bestehende Firma Elma ist mit ihren aktuell 50 Mitarbeitern auf Förderanlagen zur Rohstoffaufbereitung und -gewinnung fokussiert - etwa in Steinbrüchen und beim Kiesabbau.

Neue Produktionshalle

Der 2001 in Erbendorf gegründete Stammbetrieb setzt mit seinen rund 40 Beschäftigten auf die klassische Zerspanungs-, Dreh- und Frästechnik im Sondermaschinen-, Prototypen- und Werkzeugbau. Beim Besuch des Staatssekretärs im bayerischen Wirtschaftsministerium, Franz Pschierer, unterstrich Alfons Meierhöfer die konkreten Pläne für den Ausbau des Standorts Eschenbach auf insgesamt 30 000 Quadratmeter Fertigungsfläche. So soll eine riesige Produktionshalle mit 25 Meter Breite, 50 Meter Länge und bis zu 14 Meter Höhe entstehen. Sie bietet Platz unter anderem für zwei 30-Tonnen-Kräne. "Die extreme Auslastung zwingt uns zu der Investition", erklärt Meierhöfer.

Süddeutschland ist das Hauptabsatzgebiet für die "maßgeschneiderten" Anlagen der Firma Elma; etwa zehn Prozent der Fertigung gehen in den Export auf den europäischen Markt. Mit dem Engagement in Eschenbach will Meierhöfer sein Portfolio weniger anfällig für Krisen machen.

"Rückgrat der Gesellschaft"

Harald Gollwitzer, Kreisvorsitzender der Mittelstandsunion Nordoberpfalz, lobte das Inhaber-Ehepaar Meierhöfer als gestandene Unternehmer mit Bodenhaftung: "Sie sind mittendrin." Und schließlich sei der Mittelstand in Deutschland das Rückgrat der Gesellschaft. Dem pflichtete auch Staatssekretär Pschierer bei, der für eine noch stärkere Internationalisierung des Mittelstands warb. Der Politiker unterstrich die "aktive Förderpolitik" der Staatsregierung für die mehr als 600 000 Mittelständler im Freistaat, gerade im Bereich Forschung und Entwicklung. Diese Förderpolitik verhindere nicht zuletzt die Abwanderung der Betriebe nach Tschechien.

Pschierer äußerte "keinerlei Verständnis" für die Akademisierung: Gerade in Ländern mit einer überdurchschnittlichen Akademisierungs-Quote wie in Spanien und Portugal herrsche hohe Jugendarbeitslosigkeit. "Für den gewerblichen Bereich bleiben zu wenige junge Leute übrig", meinte Gollwitzer. Wenn in seinem Unternehmen (Spezialtiefbau, Floß) der Jahrgang 1967 in Rente gehe, breche auf einen Schlag ein Drittel der annähernd 150-köpfigen Belegschaft weg: "Dies ist quantitativ nicht mehr auszugleichen."

Harald Gollwitzer wirbt inzwischen Fachkräfte auf dem Balkan an. Scharf kritisierte er die Kopfprämien, die mache Unternehmen für die Gewinnung neuer Mitarbeiter zahlten.

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