Wildlebensraumberater spricht bei Jagdgenossen
Wildlebensräume schaffen

Vorsitzender Georg Karl (links) dankte Balduin Schönberger für den Vortrag. Bild: rn

"Viel Saubermachen macht die Natur kaputt." Wildlebensraumberater Balduin Schönberger vom Landwirtschaftsamt Amberg bat die Jagdgenossen in iher Versammlung deshalb. "Wir müssen etwas schlampiger erden."

Schönberger forderte bei der Jagdversammlung Wildlebensräume, zu erhalten. Mit einer Präsentation warb er für ein Umdenken. Schönberger bezog sich auf den Artenschutzreport 2015. Ein Hauptproblem sei der Strukturwandel der Landwirtschaft. Da der Landwirt in der Lebensraumgestaltung große Möglichkeiten hat, rief er mit Bildbeispielen dazu auf Feldraine, Steinhaufen, Graswege und Blühflächen zu schaffen.
Wortgewaltig befasste er sich mit Stilllegung/Brachen, Pufferstreifen an Gewässern, Ackerstreifen an Waldrändern, aber auch mit Hecken und Feldgehölzen. Dem "Abräumen" im Herbst erteilte er eine deutliche Absage. Für den Maisanbau favorisierte er das bodenschonende Mulchsaatverfahren. Um natürliche Fenster für Agrarvögel zu schaffen, warb er beim Getreideanbau für doppelten Reihenabstand aus.

Am Herzen liege ihm das Niederwild, dem alte, nicht gepflegte Hecken in vegetationsarmer Zeit keine Deckung bieten. Er bat, "Strukturen in der Hecke" zu schaffen und sie "so kurz wie möglich und so dicht wie nötig" zu halten. Schönberger stellte zudem Fördermaßnahmen für unterschiedliche Maßnahmen vor und resümierte: "Was über Kulap und Greening bereits erreicht wurde, ist gigantisch." Dazu lud er an den Waldlebensraum-Wanderweg Lappersdorf ein. Mit einem Appell wandte er sich an die Land- und Forstwirte: "Wenn der Staat schon Fördermöglichkeiten anbietet, sollten wir einen Beitrag zum Erhalt des Planeten leisten." Nach der Aussprache bedankte sich Vorsitzender Georg Karl bei Schönberger mit einem Korb.
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