Katholische Kirchenverwaltung nimmt zur Entlassung einer Kindergarten-Erzieherin Stellung
"Einzig vertretbare Möglichkeit"

Lokales
Eslarn
20.08.2014
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"Sehr verwundert" ist die katholische Kirchenverwaltung über die Vorwürfe zur Entlassung der Erzieherin des Kindergartens in der Marktratssitzung. "Die Ausdrucksweise war rüde, die Vorwürfe sind zu Unrecht erhoben worden", beschreiben die Verantwortlichen in einer Stellungnahme die Vorhaltungen der Gemeinderäte.

Ohne den Namen des Sprechers der SPD-Fraktion zu nennen, findet es die Kirchenverwaltung merkwürdig, dass sich außer diesem Gremiumsmitglied im vollbesetzten Saal in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses niemand an die Nennung des Namens einer potenziellen Nachfolgerin für die entlassene Pädagogin erinnern kann. Außerdem findet die Kirchenverwaltung es nicht "dienlich", wenn Vertreter der politischen Gemeinde nicht das direkte Gespräch suchen.

Ausführlich beschreibt die Kirchenverwaltung ihre Verantwortung über den wirtschaftlichen Betrieb des Kindergartens. Unnötige Ausgaben sollen vermieden werden, um den Markt vor einem zu hohen Betriebskostendefizit zu bewahren, von dem die Kommune 80 Prozent zahlen müsse. Weil die Verwaltung der Bildungseinrichtung immer komplizierter wurde, haben sich Kirchenverwaltung und Gemeinde entschieden, die Geschäftsführung dem Caritas-Verband in Regensburg zu übertragen.

Vorsichtige Schätzung

Diese Geschäftsführung liefert in enger Zusammenarbeit mit der Kindergartenleitung die Grundlagen für die Entscheidungen der Kirchenverwaltung. So sei bereits im Herbst 2013 erkennbar gewesen, dass sich bei vorsichtiger Schätzung 2014/2015 die Kindergartenbelegung wesentlich verringere. Der Rückgang führe zur Schließung einer Gruppe, verbunden mit Reduzierung des Personals.

Rat der Geschäftsführung

Mit der Anmeldung mit dem Stichtag April waren die Verantwortlichen von 58 Buben und Mädchen ausgegangen. Wegen dieser Zahlen hat die Kirchenverwaltung auf Anraten der Geschäftsführung die Schließung einer Gruppe und die Kündigung der zuletzt eingestellten Erzieherin beschlossen. Die Kirchenverwaltung nennt in ihrer Stellungnahme diese Entscheidung "die einzig vertretbare Möglichkeit", auch wenn sie schwer gefallen sei.

Den Anstieg um 13 auf jetzt 71 Kinder habe die Geschäftsführung "erst später" mitgeteilt. Einen genauen Zeitpunkt nennt die Kirchenverwaltung nicht. Die Sorge um optimale pädagogische Voraussetzungen zum Wohle der Kinder mit juristischen Vorgaben, die aber nicht konkret beschrieben werden, hätten rasches Handeln erfordert.

Ein Gespräch der Kindergartenleitung um die sofortige Wiedereinstellung der gekündigten Erzieherin seien ohne Erfolg gewesen, heißt es in dem Schreiben weiter. Rückfrage bei einem Mitglied der Kirchenverwaltung hat ergeben, dass die Geschäftsführung die Zahlen aus dem Kindergarten erhält.

Mit den Aussagen in der Marktratssitzung sei "viel Porzellan" zerschlagen worden. Ausdrücklich weist die Kirchenverwaltung darauf hin, dass eine zu hohe Personalquote das nicht unerhebliche Betriebskostendefizit, 2012/2013 rund 31 000 Euro, um einen weiteren fünfstelligen Betrag hätte ansteigen lassen. Die lauten Kritiker wären dann wohl auch wieder die ersten mit Kritik gewesen.
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