13.06.2014 - 00:00 Uhr
EslarnOberpfalz

Stückberg-Turm im August 1974 eingeweiht - Jubiläums-Wanderung am Sonntag Toller Rundblick als Belohnung

Vor 40 Jahren errichtete der OWC den Aussichtsturm auf dem Stückberg. Bild: gz
von Karl ZieglerProfil

Der Oberpfälzer Waldverein dankt den Wegbereitern für die Wiedergründung vor 65 Jahren und den Erbauern des Stückberg-Turms vor 40 Jahren. Einer der Pioniere bei dessen Errichtung war der damalige Vorsitzende und Braumeister Karl Bauriedl.

Mit einer Jubiläums-Wanderung am Sonntag, 15. Juni, um 13.30 Uhr vom Wanderheim zum Stückberg möchte die Vorstandschaft an dem Bau des Stückberg-Turms vor 40 Jahren erinnern. Abmarsch mit Wanderführer Michael Forster ist am Wanderheim. Die Strecke bis zum Ziel ist knapp sieben Kilometer lang.

Die Gründung des OWV Eslarn 1922 belegt ein Schreiben des Vereins am 15. Juni 1922 an die Marktgemeinde. Während des Zweiten Weltkriegs und in der Zeit der amerikanischen Besatzung endeten vorerst die Aktivitäten der Vereine. Nach dem Krieg bat der Hauptverein die Gemeinden bei der Wiedergründung der Zweigvereine um Unterstützung.

Wiedergründung 1949

Mit vereinten Kräften organisierten die Vorstandsmitglieder Josef Rauch, Karl Bauriedl und Eduard Forster mit Unterstützung von Bürgermeister Josef Karl am 7. September 1949 in der Gastwirtschaft Lang die Versammlung zur erneuten Gründung.

Die Amtszeiten der Vorsitzenden von 1949 bis 1954 dauerten für Hans Forster, Eduard Forster, Justin Braun und Alfons Karl nur jeweils ein Jahr. Ab 1955 übernahmen Josef Rauch für 4, Johann Herbst 8, Karl Kirner 3 und Karl Bauriedl für 16 Jahre die Führung.

Das OWV-Erbe von Bauriedl und seinen Mannen übernahm von 1986 bis 2004 Eduard Reil. Im Anschluss folgten bis 2008 Georg Würfl. Seit 6 Jahren steht Josef Frischmann an der Spitze.

808 Meter hoher Berg

Bauriedl schuf mit seiner Führungsriege und vielen Helfern 1974 am Stückberg mit dem Aussichtsturm eines der größten Bauwerke des OWV-Zweigvereins. Die Freiwilligen mussten das Material auf den 808 Meter hohen Stückberg transportieren und ein massives Fundament betonieren.

Trotz schlechten Wetters waren das Holzgerüst für den Turm gezimmert, mit Liapor-Steinen aufgemauert und die 144 Stufen aus Stahlbeton bis zur Aussichtskanzel fertiggestellt worden. Da Baumwipfel trotz der geplanten Höhe von 24 Metern immer noch die Sicht versperrten, wurde das Bauwerk um weitere 6 Meter aufgestockt.

Damit war bis zur Spitze des Zeltdachs über der Aussichtskanzel eine Höhe von rund 32 Metern erreicht. Der tolle Rundblick nach Böhmen und vom Oberpfälzer Wald in Richtung Bayerischen Wald rechtfertigte die Strapazen und den finanziellen Aufwand. Die Einweihung mit Pfarrer Hugo Wagner und die Freigabe für die Öffentlichkeit war an Mariä Himmelfahrt, am 15. August 1974. Etliche Politiker, Behördenvertreter und Geschäftsleute waren zu der Feierlichkeit gekommen. Die Ehrengäste sprachen von einem gelungenen Mammut-Bauwerk, an dem noch viele nachfolgende Generationen Gefallen finden würden.

Zwei Jahre später verglaste der OWV wegen starker Feuchte im Mauerwerk die Plattform und verhinderte erneut eindringende Nässe. Nach Anbringung einer Holzverkleidung an die Fassade wurden 1980 die Arbeiten abgeschlossen. Trotz staatlicher Fördergelder und Hilfen durch die Kommune musste die Vereinskasse des OWV durch ein Bankdarlehen belastet werden. Ein Aufruf an die Mitglieder zur Zahlung eines Sonderbeitrags brachten dem OWV 1300 D-Mark.

Seltene Pflanzen und Tiere

Durch die Ausweisung des oberen Stückbergs 1977 als Naturwaldreservat, in dem jegliche forstwirtschaftliche Nutzung untersagt ist, entwickelte sich das Gebiet rund um den Turm zu einem unverfälschten und unbeeinflussten Ökosystem. Auf dem Weg zum und um den Turm erwartet die Wanderer am Sonntag seltene Pflanzen und Tiere sowie eindrucksvolle Felsformationen wie der allseits bekannte Hutstein.

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