SPD-"General" Uli Grötsch startet in heiße Phase des Wahlkampfs
Bravo-Rufe beim Heimspiel

Familiäre Rückenstärkung durch die Töchter Verena und Johanna, Ehefrau Andrea und Mutter Rosi (von links) erhält Bundestagsabgeordneter und Bayerns SPD-Generalsekretär Uli Grötsch. Bild: cf
Politik
Eslarn
20.08.2017
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Draußen zucken Blitze, drinnen sorgen die Genossen für donnernden Applaus. Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch genießt beim Auftakt zur "heißen Phase" des Bundestagswahlkampfs der SPD ein Heimspiel: Was nicht nur am süffigen Zoigl der Kommunbrauer liegt.

Angesichts der Terroropfer in Spanien erklingt nur gedämpft Volksmusik aus der "Konserve". Auf den Tischen liegen rote Kugelschreiber, rote Feuerzeuge und Prospekte mit dem Konterfei des Kandidaten. Annähernd einhundert Anhänger aus dem Altlandkreis Vohenstrauß setzen ihre Hoffnungen auf den "lieben Uli", so wie Eslarns rühriger SPD-Chef Georg Zierer. "Wir sind für Uli bis unter die Zehennägel motiviert", versichert Bürgermeister Reiner Gäbl. Landtagsabgeordnete Annette Karl bekennt, dass der 42-jährige Grötsch längst kein politisches Talent mehr sei, sondern ein politisches Schwergewicht. "Wir stehen hinter dir, vor dir, neben dir." Mehr geht in der Politik eigentlich nicht ...

Der Terminkalender ist bis zum Wahltag am 24. September - mit Ausnahme eines Sonntagnachmittags, der Familie zuliebe - täglich mit Auftritten belegt: meist mit Info-Ständen, Besichtigungen, Bürger-Gesprächen. Die "klassischen Wahlversammlungen" ziehen nicht mehr, sagt Uli Grötsch unserer Zeitung. Für Bayerns SPD-"General" und den Innen-Experten der SPD-Bundestagsfraktion stellt ansonsten die Landes- und Bundespolitik die öffentliche Bühne dar. "Daheim" zu sein bei denen, "die mich in den Bundestag getragen haben", das berührt ihn emotional sichtlich. Eslarn ist auch eine jener drei Gemeinden im Bundeswahlkreis, in denen Uli Grötsch 2013 eine Erststimmen-Mehrheit erzielte.

Grötsch macht am Freitagabend im Kommunbrauhaus den SPD-Anhängern Mut: Sich nicht von Umfrage-Ergebnissen ins Bockshorn jagen zu lassen, "da geht noch sehr viel". Dem Bekenntnis zu Europa folgt die Kritik an den osteuropäischen EU-Staaten, die sich der Solidarität verweigern würden, ebenso wie am Kurs von Großbritannien nach dem Brexit: "Wer austritt, hat keine Vorteile mehr." Beifall erntet Grötsch für den Seitenhieb auf den türkischen Ministerpräsident Erdogan: "Wir verbitten uns jede Einmischung."

"Wahrheit und Klarheit"

Der SPD-Politiker spricht von "guten Jahren" in der Großen Koalition. "Aber nach vier Jahren muss Schluss sein." Er erinnert an den Mindestlohn ("das Job-Wunder geht trotzdem weiter") und an die Rente ab 63. Reformbedarf gebe es unter anderem bei der Leih- und Zeitarbeit, bei der Gleichstellung der Frauen beim Verdienst oder bei Verbesserungen für Alleinerziehende. Grötsch rechnet die "Top-Sanierung von 1000 Schulhäusern" gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit weiteren Fregatten und U-Booten. Er will die Agenda 2010 "nachsteuern" - etwa mit einer längeren Bezugsdauer des Arbeitslosengelds I und einer Stabilisierung des Renten-Niveaus bei 48 statt 43 Prozent: "Wer nicht SPD wählt, bescheisst sich beim Renten-Anspruch." "Sofort nach der Wahl" soll auch der "Soli" abgeschafft werden.

Für die mit Bravo-Rufen bedachten Worte der "Wahrheit und Klarheit" (Zierer) gibt es für Uli Grötsch eine herzliche Umarmung durch die Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger.

Mit Martin Schulz haben wir seit Jahrzehnten den besten Mann.MdB Uli Grötsch, Generalsekretär der SPD in Bayern


Die Menschen in der Region haben Vertrauen zu dir.Vize-Landrätin Margit Kirzinger zu Uli Grötsch
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