05.02.2018 - 17:18 Uhr
Eslarn

Dartfreunde Eslarn zurück in Bundesliga Großer Wurf mit kleinen Pfeilen

(pblf) Das Logo ziert eine Deutschlandkarte. Schwarz-weiß ist sie, mit Ringen wie auf einer Dartscheibe. Das "Bullseye", also der rote Mittelpunkt der Scheibe, ist am östlichen Rand der Oberpfalz lokalisiert, in Eslarn. Das ist kein Zufall, schließlich ist die erste Mannschaft der Dartfreunde Eslarn nicht nur seit Kurzem wieder Bundesligist. Der Verein stellt auch den mitgliederstärksten Dartclub in ganz Deutschland. Wie kann das kleine Eslarn mit seinen nicht einmal 3000 Einwohnern das stemmen?

Pfeilgenau zurück in der Bundesliga sind Kapitän Hans-Jürgen Bauer uns ein Eslarner Team. Bild: exb
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"Wir hatten nie die Absicht, so viele Mitglieder zu haben", beteuert Hans-Jürgen Bauer. Er ist seit 15 Jahren Kapitän der Dartfreunde. Das Team sei viel auf Reisen, "dort trifft man andere, die sich für den Sport begeistern. Wir haben oft gehört: 'Ihr seid eine coole Gruppe, ich spiel' für euch.' So sind wir immer mehr geworden." 273 Mitglieder zählt der Verein, 42 spielen aktiv. Nicht alle kommen aus Eslarn. Bauer schätzt die Zahl der Auswärtigen auf 100. "Wir haben auch Österreicher dabei. Weil wir jedes Jahr ein Turnier ausrichten, lernen wir immer neue Leute kennen." Auch der beste Darter des Vereins, Christian Glonner, kam so nach Eslarn. Er ist das große Aushängeschild der Dartfreunde.

Vom Pfeilewerfen allein können die Oberpfälzer freilich nicht leben. Sie alle gehen einem Beruf nach. Die meisten sind Handwerker. "Wir haben alles dabei - vom Steinmetz bis zum Schornsteinfeger", sagt Bauer. Sie alle nähmen den Sport sehr ernst. "Erst kommt die Familie, dann Darts", weiß der Kapitän. "Wir opfern sehr viel Zeit und Geld. Gottseidank zahlt sich das meistens aus."

Auf die Unterstützung der Politik können sich die Dartfreunde verlassen. Bürgermeister Reiner Gäbl ist Mitglied und schaut regelmäßig bei Wettkämpfen im Sportzentrum vorbei. "Ich bin ein begeisterter Schütze, deswegen ist Darts für mich nicht ganz so weit weg", sagt er. Bauers Team sei "eine tolle Truppe". Er weiß, dass die Mitgliederzahlen in vielen Sportvereinen rückläufig sind, "bei den Dartfreunden ist es genau umgekehrt". Der Verein wächst und wächst. "Das ist eine angenehme Entwicklung." Gäbl glaubt, dass sich der Dartsport von seinem Dasein als Nischensportart emanzipieren kann. "Bei den Veranstaltungen ist sehr viel los, es ist ja auch total spannend."

Die Aufstiegsmannschaft dürfe sich auch wieder ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Diese Ehre wurde Bauer und Co. schon nach dem Aufstieg 2011 zuteil. "Das machen wir auf jeden Fall wieder", verspricht Gäbl, "das gehört sich einfach." In den nächsten Tagen werde er auf die Mannschaft zukommen. "Wenn nicht, dann stehen die sicher bald vor meiner Tür", lacht er. Seite 13

Dart oder Darts

Der Deutsche plädiert für Dart. Dem Engländer aber fehlt dann das "s" am Ende des Sports, den er erfunden hat. Pfeile werden aber auf jeden Fall geworfen.

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